Eine wirtschaftliche Tierhaltung ist nur mit gesunden Tieren möglich. Dabei sind vorbeugende Massnahmen zentral. Das Beobachten der Tiere zur Früherkennung von Erkrankungen und Fehlverhalten gehört zu den vorbeugenden Massnahmen. Die Obsalim-Methode stellt dabei ein hilfreiches Werkzeug dar. Mit dieser kann man mit relativ wenig Aufwand und Kosten (ohne Laboranalysen) herausfinden, wie es um die Fütterung, resp. um den aktuellen Stoffwechsel der Kühe, Schafe oder Ziegen steht. 

Zeichen und Signale richtig lesen

Der Tierarzt Bruno Giboudeau aus Frankreich hat in den letzten zwanzig Jahren die Methode entwickelt und verfeinert. Obsalim setzt sich aus den Anfangssilben der zwei Wörter «Observations alimentaires» zusammen, was sich mit «Fütterungsbeobachtungen» übersetzen lässt. Die Methode basiert auf der Grundlage von Zeichen und Signalen bzw. den Symptomen der Tiere. Zum Beispiel hängt das Symptom «Schlecken der Kühe an ihrer Schulter» stark mit Schwankungen des Pansen-pH-Wertes zusammen. 

61 Karten helfen zu beurteilen

Mit Kartensätzen von rund 60 Symptomen kann aufgrund des äusseren Erscheinungsbildes der Herde (Homogenität, Rhythmus, Verschmutzung der Tiere, die Kotbeschaffenheit usw.) die Fütterungssituation der Herde beurteilt werden. Zur Absicherung der Diagnose werden noch mindestens drei Symptome aus verschiedenen Körperregionen erfasst. Sie werden anhand der Parameter Energie, Eiweiss, Fasern und der Pansenstabilität ausgewertet. Stark negative oder positive Werte zeigen Handlungsbedarf in der Fütterung auf.

Die Erhebung erfolgt immer auf Herdenebene. Das heisst, dass mindestens zwei Drittel der Tiere die Symptome zeigen müssen. Mit dieser Methode kann auch sehr schnell der Erfolg oder Misserfolg einer Fütterungsveränderung beurteilt werden.

Obsalim-Methode: So funktioniert sie

Erster Schritt «ganze Herde betrachten»: Die Beobachterin versucht, die Homogenität der Herde hinsichtlich Vitalität oder Rhythmus, Mastzustand, allgemeiner Sauberkeit, des Alterungsgrades oder der Produktionsstadien zu bewerten. 

Zweiter Schritt «Symptome feststellen und Schlussfolgerungen ziehen»: Mit den Kartensätzen können die Symptome der Herde festgestellt werden (mind. 2∕3 der Tiere müssen die Symptome zeigen). 

Beispiel «Nicht saubere Tiere»: 
- eher im Bauchbereich ▶ Fütterung analysieren,
- eher im hinteren Bereich ▶ Aufstallungssystem analysieren.

Dritter Schritt: Massnahmen festlegen und umsetzten. 

Nächste Einführungskurse

Das BBZ Arenenberg TG wird einen Kurs am 17. Februar zur Obsalim-Methode durchführen. Der Kurs richtet sich an Rinderhalter(innen), die anhand von Kuhsignalen die Fütterung optimieren wollen. Die Kurskosten belaufen sich auf 120 Franken (Einzelperson) bzw. 200 Franken (Ehepaar/Familie) jeweils ohne Ver­pfle­gung.

Ebenfalls wird das BBZN Hohenrain LU am 3. März(statt 16.12.2021) einen Einführungskurs zur Obsalim-Methode  geben. Nach einer theoretischen Einführung wird das Beobachten von Symptomen auf einem Bio-Milchviehbetrieb eingeübt. Die Kosten belaufen sich auf 100 Franken.