Kampf gegen die Moderhinke

Auf den Knien fressende Schafe sollen bald der Vergangenheit angehören.

Die Schweiz macht sich parat für die flächendeckende Bekämpfung der Moderhinke, einer schmerzhaften Erkankung der Klauen. Betroffen sind vorwiegend Schafe. Anstoss gegeben hat die Motion von Hansjörg Hassler (BPD/GR). Die geplante schweizweite Sanierung stösst auf breite Zusage. Die betroffenen Stellen stehen in den Startlöchern.


Dass die Motion von Hansjörg Hassler auch noch vom Ständerat (der darüber voraussichtlich am 9. Juni beraten wird) gutgeheissen wird, dürfte reine Formsache sein. Der Nationalrat hat sie bereits überwiesen, der Bundesrat empfiehlt sie zur Annahme. Hassler verlangt in seiner Motion die schweizweite Bekämpfung der Moderhinke bei Schafen. «Die Reaktionen auf meine Motion waren durchwegs positiv», erläutert Hassler auf Anfrage. Die Schäfer würden das Wohl der Tiere höher gewichten als die Befürchtung vor dem eventuell damit verbundenen Aufwand, so Hassler.


Der Kanton Graubünden hat seine Bestände im Jahr 2003 bereits einmal saniert. Nur ist eine regionale Sanierung aufgrund der in der Schweiz Regionen übergreifenden Sömmerung nur begrenzt erfolgreich, da sich die bereits gesunden Tiere wiederum infizierten. Die Moderhinke ist für die Tiere äusserst schmerzhaft und hat dadurch auch wirtschaftliche Auswirkungen. «Für den einzelnen Tierhalter ist es fast nicht möglich, seine Tiere zu schützen, wenn die Moderhinke verbreitet vorkommt», sagt Lukas Perler vom Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (siehe Kasten). Eine grundlegende Sanierung würde mehrere Jahre dauern, wie lange genau, kann Perler nicht sagen: «Ich hoffe, dass wir 2020 einen grossen Schritt weiter sein werden.»


Wie viel das ganze kosten würde, und wer dies übernehmen muss, ist noch unklar. Alwin Meichtry, Präsident des Schafzuchtverbands, befürwortet die Motion: «Eine Bekämpfung ist notwendig.»

Julia Schwery

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