Bei der neusten Zuchtwertschätzung des Holsteinzuchtverbands führt die Rangliste der Stiere, die ein Schweizer-Resultat haben, der Stier Man O Man mit 1554 ISEL an. Man O Man hat mit +1012 kg Milch +0,08% Fett und +0,20% Eiweiss einen sehr hohen Leistungszuchtwert. Beim Exterieur wurden von ihm bis jetzt 52 Töchter beschrieben, wo vor allem die guten Euter hervorstechen. Mit 1490 ISEL folgt Goldwyn auf Rang zwei. Legend (1458) und O Man (1454) sind die weiteren Verfolger.
Goldwyn Saphir verlor in der Milch
Auf Rang fünf folgt der erste «Schweizer Stier» Saphir mit 1445 ISEL. Seit der letzten Zuchtwertschätzung büsste Saphir 19 Punkte ein. Dabei verlor er doch fast 150 kg Milch. Erfreulicherweise konnte er seine hohen Gehaltswerte noch einmal steigern und liegt jetzt bei +0,48% Fett und +0,23% Eiweiss.
Als zweitbester Schweizer Stier folgt mit 1398 ISEL Royalties. Dieser Goldwyn-Sohn konnte sich bei jeder Zuchtwertschätzung steigern. Dank seinen sehr hohen Gehaltswerten (aber nur bei +35 kg Milch) und dem starken Exterieur, wo vor allem die Euter und Fundamente hervorstechen, ist er ein weiterer guter Goldwyn-Sohn. Als drittbester Schweizer Stier hat sich der Champion-Sohn Colin mit 1332 ISEL nach vorne gearbeitet.
Der Neuling von der letzten Zuchtwertschätzung Pelard Wesuvio (Roumare × Morty) musste empfindliche Verluste hinnehmen und verlor 84 Punkte und liegt jetzt bei 1262 ISEL.
Sanchez ist der beste Exterieurstier in der Schweiz
Schaut man die Liste nach Exterieur an, so führt diese mit 138 Punkten der Stier Sanchez an. Bis jetzt wurden von Sanchez 357 Töchter beurteilt, und dies beschert ihm die extrem hohe Euternote von 4,31. Weiter folgen die Stiere Damion und Hvezda mit je 134 Punkten. Der Stier Saphir kann sich mit 92 beurteilten Töchtern mit einem IME von 130 auf Rang sechs schieben.
Schaut man die Exterieurliste nach Interbull an, so dürfte dies ein einmaliges Ereignis sein: denn zum ersten Mal führte diese ein roter Stier an. Apples Talent Absolute erreicht die hohe Punktzahl von 147 Zählern. Hier stechen vor allem die hohen Hintereuter auf, wo er mit der Note von 4,45 unerreichbar ist. Mit je 145-IML-Punkten folgen die Stiere Dempsey und Golden Dreams. Weiter kommen die Stiere Pitbull, Windbrook und der Neueinsteiger Gold Chip, der jetzt in den USA ein Nachzuchtprüfungsresultat hat.
In den USA ist Robust auf dem ersten Platz
Weiter geht es in die USA, wo Robust die Spitzenposition nach TPI mit 2324 übernimmt. Dorcy, Bookem, Massey und der Neueinsteiger Den-K Alta Greatest (Planet × Bolton × BW Marshall × Rudolph) sind die Verfolger. Alta Greatest vererbt sage und schreibe +2333 für Milch und 2,08 für Exterieur.
Freddie, AltaIota, AltaMeteor, Lotta Hill und ein weiterer Newcomer namens Pine-Tree Picardus (Planet × O-Man-Tochter aus Rudy Missy) mit 2568 für Milch und 1,92 für Exterieur komplettieren die Top 10. Planet hat nun vier Söhne unter den Top 0 und 16 unter den Top 50. Der beim letzten Schätztermin neu herausgekommene Planet Shamrock rutscht 100 Punkte ab.
Die genomische Topliste wird von drei im Januar geborenen Kälbern angeführt: Mr Delicious Pre (Predestine × Miss OCD Robust Delicious aus der Rud-Zip-Familie), De-Su Labron (La-Bron × Shamrock aus der MOM-Tochter von Ramo 1200) und S-S-I Partyrock Profit (Partyrock × Mogul × Robust).
Apropos Genomics: der Goldwyn-Sohn Mr Chassity Gold Chip, der auch als genomischer Stier gross nachgefragt wurde, hat jetzt ein Nachzuchtprüfungsresultat. Seine 175 Töchter bescheren ihm einen TPI von 1996 Punkten. Sein hohes Exterieur (47 Töchter) liegt bei 3,7. Schaut man aber seine genomische Zahlen vom April 2011 an, so wurde damals sein TPI mit 2450 und sein Exterieur mit 4,57 berechnet.
Auch Planet Shamrock konnte seine genomische Zahlen von 2011 nicht bestätigen. Lagen sie dort noch bei 2487 TPI mit 2,98 im Exterieur, liegen sie heute mit 964 Töchtern bei 2123 TPI und 2,35 Exterieur. Das sind bei Shamrock ein Minus von sage und schreibe 364 TPI-Punkten. Somit dürfte es in Zukunft doch noch einige Überraschungen betreffend den genomischen Stieren, geben.
Atwood legt noch einmal zu
Der viel eingesetzte Atwood konnte sich in Amerika noch einmal steigern und liegt jetzt bei 1942 TPI (+10) und das mit 5877 Töchtern. Auch sein Exterieur, wo jetzt 3220 Töchter beschrieben wurden, liegt bei hohen 4,66 Punkten, was ganz klar die Nummer eins in Amerika bedeutet. Bei der Anpaarung müssen sicher den ansteigenden Becken und den etwas langen Zitzen Beachtung geschenkt werden.
In Kanada gibt es interessante Neulinge
Die Spitzenplätze der LPI-Liste in Kanada belegen Flevo Genetics Snowman mit 2996 LPI. Weiter folgt der zurückgekehrte Gillespy (2961 LPI), AltaRazor (2945) und Dempsey, gefolgt von den hochinteressanten Neulingen Amon-Peachey AltaCeleb (Planet × Shottle) und Blondin Careyprice (Goldwyn × Shottle). Neu in die Rangliste vorgerückt ist der erste Alexander-Sohn Dewgood Advance. Mit Goldwyn als Muttersvater vererbt Advance +855 kg Milch, +0,45% Fett und -0,04% Eiweiss. Auch sein Exterieur von +14 Typ, +10 Euter und +18 Fundament ist beachtenswert.
Schaut man die Liste nach Exterieur an, so führt diese mit +18 der Stier Dempsey an. Mit +17 folgen die beiden Stiere Absolute und Atwood, die auch mit +17 den höchsten Euterzuchtwert haben. Auch Windbrook verfügt über 17 Zähler. Hingegen verlor Fever mit mehr Töchtern doch einige Punkte.
Peter Fankhauser

