Geflügel: Gute Marktaussichten

Max und Rosmarie Villiger-Steiner halten auf ihrem Biobetrieb 2000 Legehennen.

Auf ihrem Hof im Weiler Emmenwil LU gibt es seit drei Jahren kein Milchvieh mehr. Vor fünf Jahren stellte die Familie Max und Rosmarie Villiger den Betrieb auf Bio um und bewirtschaftet das Land grösstenteils ackerbaulich. Getreide, Silomais und Schnitt-Sonnenblumen die wichtigsten Kulturen, der Rest sind Hühnerweiden, Kunst-, Natur- und Ökowiesen. Das produzierte Raufutter wird hauptsächlich als Heu und Silomais an andere Biobetriebe verkauft. Einen Teil des Geflügelmistes wird als wertvoller Dünger abgegeben. Hennen sind die wichtigste Tierart, neben 20 Bio-Mutterschweinen und vier Mutterschafen. Die täglichen Arbeiten auf dem Betrieb werden grösstenteils vom Betriebsleiterehepaar bewältigt. Für Arbeitsspitzen und die Mitarbeit beim Kommissionieren der Eier kommen Teilzeitmitarbeitende zum Einsatz.

Legehennen als Erfolg

Vor gut drei Jahren ist Max Villiger mit einem neuen Bio-Legehennenstall in die Eierproduktion eingestiegen, nachdem er mit der Ei AG in Sursee LU einen Produktionsvertrag abgeschlossen hatte. «Bio-Eier sind das Vorzeigeprodukt in der Schweizer Biolandwirtschaft und der Bio-Eiermarkt wächst ständig», hält Bauer Villiger fest. Heute mache der Bioanteil am Schweizer Eiermarkt fast 16 Prozent aus. «Mir macht es Freude, etwas zu produzieren, das auf dem Markt gefragt ist», bestätigt der Hennenhalter. Freude, mit diesen Tieren zu arbeiten, sei die Voraussetzung zum Erfolg, denn in einem 2000er Bio-Legestall arbeite man täglich drei bis vier Stunden, wenn alles rund läuft. Nicht bloss der gute Arbeitsverdienst dürfe Motivation sein, eine positive Einstellung übertrage sich schnell auf die Tiere. Vor sechs Wochen habe er den vierten Umtrieb eingestallt. «Schöne Tiere, eine mittlerweile ausgeglichene Herde weisser LSL mit gutem Gewicht sind es», lobt Villiger. Die Tiere hat er aus einem Bio-Aufzuchtbetrieb der Burgmer AG erhalten. Jede Herde sei etwas anders, weiss er aus Erfahrung, Tiere und Halter müssten sich jeweils gegenseitig einspielen.

Hennen sind Frühaufsteher

Für die Bio-Legehennen beginnt der Tag am frühen Morgen. Das Licht geht an, das Futterband bringt Futter und der Wintergarten öffnet sich automatisch. «Hennen sind von Natur aus Frühaufsteher, das liegt ihnen im Erbgut, auch heute noch legen sie das Ei vorzugsweise am Morgen in einem etwas abgedunkelten Nest abseits der Herde», lacht der Betriebsleiter. Ebenfalls nicht verlernt hätten sie das Scharren und Körner suchen in der Tiefstreue, das Sandbaden als Gefiederpflege und am Abend den Rückzug auf die sichere Sitzstange.

Der Tagesablauf

Jeweils um 6 Uhr kommt Max Villiger für gut eine Stunde zu seinem Gefieder, macht einen Kontrollgang, lässt das Eierband laufen und setzt die ersten Eier des Tages auf die Höcker. Im Verlauf des Vormittags kommt er zurück und lässt ein zweites Mal das Eierband laufen. Anschliessend werden die Eier datiert, die Schmutzeier geputzt, die Höcker in den Rollcontainer gestapelt und in den Kühlraum zum Abholen bereitgestellt. Zwei Mal pro Woche kommt der LKW und bringt die Eier in den Konfektions- und Vermarktungsbetrieb in Sursee. Wenn das Wetter dies erlaubt, wird um 10 Uhr die Hühnerweide geöffnet, sonst bleiben sie im Schlechtwetterauslauf. Auf der Hühnerweide schätzen die Hennen die Schattenbäume oder mindestens die Schattennetze, denn als ursprüngliches Tropenwaldtier meiden sie
starke Sonneneinstrahlung. Am Abend werden die Hühner via Laufhof und Wintergarten in den Stall gelockt. Dann gibt es noch einmal Futter und mit Dämmerlicht wird der Übergang zu mindestens acht Stunden Nachtruhe eingeleitet.

Guter Arbeitsverdienst

Max Villiger bestätigt, dass die Standardkalkulation mit Investitionen von zirka 650 00 Franken pro 2000er Stall und einem Arbeitszeitbedarf von rund 1500 Stunden pro Umtrieb auch seinen Erfahrungen entsprechen. Mit dem Arbeitsverdienst und dem Eierabnehmer ist er sehr zufrieden. Aufgrund dieser Tatsache und den guten Marktaussichten für Bio-Eier, habe er sich entschlossen, einen zweiten Stall zu bauen zur Produktion von Bruteiern.

Josef Kottmann

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