De BVD-Bekämpfung geht auch nächstes Jahr weiter. Denn gesamtschweizerisch sind immer noch 29 Betriebe aufgrund eines BVD-Seuchenfalles oder eines BVD-Verdachts gesperrt, wie Nathalie Rochat vom Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) auf Anfrage mitteilt.
Weitere 117 Betriebe haben in ihrem Bestand einzelne trächtige und verdächtige Kontakttiere, die bis zum Abkalben und Vorliegen des BVD-negativen Testresultats des Kalbes unter eine Verstellungssperre gestellt sind. «Aktuell sind aber 99,6% der Schweizer Rindviehhaltungen BVD-frei», hält Nathalie Rochat fest.
Handelsbetriebe im Fokus
Die auszurottende Tierseuche scheint vor allem im Kanton Freiburg ein harter Brocken zu sein. Dem Vernehmen nach sollen dort noch viele Betriebe gesperrt sein. Im Rahmen der BVD-Überwachung würden nun im Kanton Freiburg zusätzlich zu den Massnahmen auf nationaler Ebene alle an den Sammelstellen abgelieferten Tierkadaver der Rindergattung auf BVD-Verdacht hin untersucht. «Werden Kadaver positiv auf das BVD-Virus getestet, trifft der Kanton Freiburg entsprechende Massnahmen im Herkunftsbetrieb», sagt Nathalie Rochat.
Involviert in BVD-Fälle waren in den letzten Jahren vielfach Viehhandelsbetriebe. Diese stehen deshalb im Fokus der Kontrollen. So hat der Veterinärdienst Schweiz beschlossen, Viehhandelsbetriebe vermehrt zu überwachen.
Intensivere Kontrolle
Seit Oktober 2015 werden in der ganzen Schweiz die im BVD-Seuchenfall durchzuführenden Abklärungen intensiviert. Zusätzlich zur Suche nach der Ansteckungsquelle und der Abklärung von möglichen Folgeinfektionen werde nun zeitgleich auch möglichen parallel laufenden Infektionen nachgegangen. «Dies führte in den letzten Monaten zu einer schnelleren Entdeckung solcher BVD-Infektionen und damit zu einem Anstieg der gemeldeten BVD-Fälle»,
bestätigt Nathalie Rochat.
Wie lange die Bekämpfung noch dauere, sei schwer vorauszusagen. Erst wenn die letzten BVD-gesperrten Betriebe wieder BVD-frei sind und über einen längeren Zeitraum keine Neuinfektionen mehr auftreten, kann die Schweiz als BVD-frei bezeichnet werden. Doch damit
ist es nicht getan. Denn das
Risiko der Einfuhr von BVD-infizierten Rindern aus dem
Ausland bleibt bestehen.
Peter Fankhauser

