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AO-Forschungsinstitut in Davos baut Stall für spezifisch pathogenfreie Schafe (SPF)

Das AO-Forschungsinstitut in Davos GR baut einen Stall für 200 spezielle «Forschungs-Schafe». Es sind sogenannte spezifisch pathogenfreie Schafe (SPF), welche für die Knochenforschung genutzt werden.

Einen Stall für 200 spezifisch pathogenfreie Schafe (SPF) kann das AO-Forschungsinstitut in Davos GR bauen. Mit einem enorm hohen Ja-Stimmenanteil von 94 Prozent haben die Stimmbürger von Davos zugestimmt, dass die weltweit bekannte Institution den 2 Mio Franken teuren Schaf-Stall bauen kann.

Die für die Knochenforschung genutzten Tieren müssen frei sein von bestimmten Krankheitserregern. Mit sogenannten spezifisch pathogenfreien Tieren (SPF) kann verhindert werden, dass versteckte, klinisch nicht sichtbare Krankheiten während der Studie ausbrechen oder die Studienresultate verfälschen.

Seit 2017 wurde am AO-Forschungsinstitut in Davos eine Herde von 17 SPF-Tieren aufgebaut. Wobei die Schwierigkeit darin liegt, dass die von ansteckenden Krankheiten befreiten Tieren dies auch bleiben. Mit dem geplanten Schafstall kann dies gewährleistet werden.



Das AO-Forschungsinstitut in Davos hält schon seit vielen Jahren eine eigene Schafherde mit derzeit 300 Tieren, die der Davoser Meisterlandwirt Urban Lanker im Auftrag des Instituts betreut.

Das AO Forschungsinstitut in Davos ist weltweit führend in der Knochen-Forschung

Am AO Institut in Davos erforschen 250 Mitarbeiter unter anderem die Behandlung von Knochenbrüchen und des Bewegungsapparates. Unter anderem auch zu Stammzellen-Therapien für Knorpel, Bandscheiben und Knochen.

Das AO steht für die «Arbeitsgemeinschaft für Osteosynthesefragen», die 1958 gegründet wurde. Heute pflegt diese Arbeitsgemeinschaft ein Netzwerk von mehr als 16’000 Chirurgen, Operationspersonal und Wissenschaftlern in mehr als 100 Ländern.

«Das ist ein super Resultat. Es ist eine wirklich positive Stellungnahme und ein klares Bekenntnis der Davoser Stimmbevölkerung zum Forschungsstandort Davos», sagte Christoph Lindenmeyer, CEO der Davoser AO-Stiftung, gestern auf Anfrage. Zur Bedeutung des Schafstalls hielt er fest: «Das ist wissenschaftlich etwas ganz Wesentliches und eindeutig ein Fortschritt für die Davoser Wissenschaft.» In das Stallprojekt will die AO-Organisation nach eigenen Angaben rund zwei Millionen Franken investieren.

In Europa besteht laut dem AO-Forschungsinstitut kein Angebot an SPFSchafen, nur in den USA und Kanada existiere je eine solche Herde. «Was wir hier aufziehen wollen, ist weltweit relativ einzigartig», hatte der für die Schafhaltung am AO-Institut zuständige Meisterlandwirt Urban Lanker im März dieser Zeitung gesagt.