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Ernterückblick auf ein trockenes 2022

Der trockene Sommer machte vielen Kulturen zu schaffen. Trotzdem wurden je nach Kultur bessere Erträge erwartet als im Nässejahr 2021. Zudem wurden die Preise bei allen gezeigten Kulturen erhöht.

Der Regen war dieses Jahr ein knappes Gut. Jedoch waren die Niederschläge regional sehr unterschiedlich verteilt. Gerade im Juragürtel, dem Wallis und teilweise im Mittelland, besonders der Westschweiz, fehlte der Regen. In anderen Regionen konnte trotz geringeren Regenmengen gute Erträge erzielt werden.

Gemäss Meteo Schweiz war das Jahr 2013 das letzte «normale» Jahr bezüglich der Niederschlagsmenge. Vergangenes Jahr 2021 war das pure Gegenteil von diesem Jahr. Trotz der Trockenheit konnten gerade beim Getreide deutlich bessere Erträge erzielt werden als 2021.

Das Jahr 2013 wird gemäss Meteo Schweiz als letztes «normales» Jahr bezüglich der Niederschlagsmenge bezeichnet (links). Das Jahr 2022 (rechts) brachte im Vergleich zu 2013 deutlich weniger Regen im selben Messzeitraum.
Das Jahr 2013 wird gemäss Meteo Schweiz als letztes «normales» Jahr bezüglich der Niederschlagsmenge bezeichnet (links). Das Jahr 2022 (rechts) brachte im Vergleich zu 2013 deutlich weniger Regen im selben Messzeitraum.

Das Jahr 2022 war ein Ausnahmejahr

Im Sommer 2022 waren zum geringen Regen vielmehr die Temperaturen aussergewöhnlich hoch. Es war nach dem Rekordjahr 2003 der zweitwärmste Sommer seit Messbeginn 1864. Durch die geringen Niederschlagsmengen war 2022 gebietsweise sogar der trockenste Sommer seit Messbeginn.

Bei allen Kulturen wurden die Preise erhöht

Nebst der Trockenheit brachte auch die Ukraine-Krise gewisse Schwierigkeiten mit sich. Aufgrund der gestiegenen Produktionskosten wurden bei allen hier gezeigten Kulturen die Erntepreise nachträglich zusätzlich erhöht.


Weizen 2022

Trotz der Trockenheit wurden für 2022 gute Erträge erwartet. Die Richtpreise wurden nachträglich zusätzlich erhöht, das gab es seit Jahren nicht mehr.
Trotz der Trockenheit wurden für 2022 gute Erträge erwartet. Die Richtpreise wurden nachträglich zusätzlich erhöht, das gab es seit Jahren nicht mehr.

Höhere Erträge

Trotz der Trockenheit wurden im Jahr 2022 deutlich bessere Weizenerträge erreicht als im Nässejahr 2021. Deshalb mussten Anfang 2022 die Zollkontingente für Importweizen erhöht werden. Durch die gute Ernte 2022 konnte ein Teil der strategischen Lager wieder aufgebaut werden.

Tiefe DON-Gehalte

2022 wurden beim Mahlweizen seit Messbeginn 2017 die tiefsten DON-Werte, also Mykotoxinbelastung nachgewiesen. Das wegen den trockenen Wetterbedingungen bis zur Ernte.

Preise erhöht

Wegen der gestiegenen Produktionskosten konnte nach intensiven Verhandlungen schliesslich eine Erhöhung des Herbstrichtpreises erreicht werden. Eine Änderung des Richtpreises gab es seit 2014 nicht mehr.


Gerste 2022

Für die Gerste herrschten ähnliche Erntebedingungen wie für den Weizen. Die Anbauflächen blieben ziemlich stabil und es werden höhere Erträge als 2021 erwartet.
Für die Gerste herrschten ähnliche Erntebedingungen wie für den Weizen. Die Anbauflächen blieben ziemlich stabil und es werden höhere Erträge als 2021 erwartet.

Stabile Anbaufläche

Bei der Gerste blieben die Anbauflächen relativ stabil. Beim Ertrag herrscht ein ähnliches Bild wie beim Weizen. Die trockenen Bedingungen waren im Vergleich zum Nässejahr 2021 deutlich besser für die Erträge. Besonders die Hektolitergewichte waren höher.

Gute Bedingungen im Herbst

Im Herbst 2021 herrschten gute Wachstumsbedingungen für die Gerste. Das Wintergetreide entwickelte sich insgesamt sehr gut. Durch den trockenen Sommer war die Gerste schliesslich früh erntereif.

Mykotoxin-Gehalt tief

Bei der Gerste konnten ebenfalls erstaunlich tiefe Mykotoxin-Gehalte gemessen werden. Auch beim Futtergetreide kam es zu einer Richtpreiserhöhung. Diese betrug über alle Kulturen Fr. 3.–.


Raps 2022

Raps ist sehr gefragt. Die Anbaufläche hat sich aufgrund der stets gestiegenen Produzentenpreise jährlich erhöht.
Raps ist sehr gefragt. Die Anbaufläche hat sich aufgrund der stets gestiegenen Produzentenpreise jährlich erhöht.

Preise stets erhöht

Anders als beim Getreide wurden die Produzentenpreise für Raps bereits in den vergangenen drei Jahren stetig erhöht. Der Grund dafür ist die seit längerer Zeit hohe Nachfrage nach Schweizer Rapsöl. Viele Verarbeiter haben ihre Produktion von Palmöl auf Rapsöl umgestellt. Mit der Erhöhung der Preise ist auch die Anbaufläche in den vergangenen Jahren stets gestiegen. Mit der Ukrainekrise und den gestiegenen Speiseölpreisen ist der Preis für Raps dieses Jahr nochmals deutlich gestiegen.

Nachfrage nicht gedeckt

Durch die schlechteren Erträge im Jahr 2021 und die hohe Nachfrage sind keine Lagermengen übrig geblieben. Trotz der Trockenheit konnten beim Raps gute Erträge erzielt werden, da er bei Beginn der Trockenheit bereits gut entwickelt war.


Sonnenblumen 2022

Die Anbaubereitschaft für Sonnenblumen ist hoch. Aufgrund der gestiegenen Ölpreise auf dem Weltmarkt wurden auch die Schweizer Produzentenpreise erhöht.
Die Anbaubereitschaft für Sonnenblumen ist hoch. Aufgrund der gestiegenen Ölpreise auf dem Weltmarkt wurden auch die Schweizer Produzentenpreise erhöht.

Anbau ist gefragt

Der Anbau von Sonnenblumen hat in den vergangenen Jahren stark an Bedeutung gewonnen. Die Kultur ist pflegeleicht im Anbau und gut an die Schweizer Bedingungen angepasst. Daher steigt deren Attraktivität im Anbau.

Kürzungen

Jedoch mussten seit 2020 Kürzungen gemacht werden, da die Anbaubereitschaft höher war als die Verarbeitungskapazität. Für die Ernte 2023 sind keine Kürzungen mehr nötig und die Vertragsmenge konnte ausgedehnt werden.

Preise erhöht

Aufgrund der gestiegenen Speiseölpreise im globalen Markt wurde auch der Preis für Schweizer Sonnenblumen dieses Jahr nochmals stark erhöht. Die Erntemengen für 2022 könnten eventuell noch von der Schätzmenge abweichen.