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Ramon Staublis Erdbeeren aus dem Wandertunnel haben Vorsprung

Dank Anbau im Wandertunnel kann Bioproduzent Ramon Staubli aus Muri im Kanton Aargau seine Erdbeeren schon früh verkaufen. Auch sonst sind die Wandertunnel sehr wirtschaftlich, denn sie schützen die Beeren vor verschiedenen Gefahren.

Ramon Staubli muss noch rasch telefonieren, neue Schalen für die Erdbeeren bestellen. «Es läuft wie verrückt», gibt der Produzent aus Muri im Kanton Aargau Anfang Woche Auskunft. Besonders andere Direktvermarkter möchten seine Beeren, die in Wandertunnels wachsen und darum früher dran sind als jene im Freiland.

2500 Arbeitsstunden pro Hektare

Generell seien Bio-Erdbeeren gefragt, sagt der 26-jährige Obstbaufachmann mit Meisterdiplom. «Da hält die Anbaufläche nicht mit der Nachfrage mit.» Dass der Richtpreis auf diese Saison hin um 30 Rappen gestiegen ist, findet er verdient: «Bio-Erdbeeren sind eine extrem anspruchsvolle Kultur.» Er rechnet mit 2500 Arbeitsstunden pro Hektare.

Den Erdbeeren gefällt das Klima in den Wandertunnels bestens. Für eine gute Durchlüftung bleiben Stirn- und Rückseite der 50 oder 100 Meter langen Tunnels offen, auch auf den Seiten ist die Folie nicht bis auf den Boden gespannt.

Wasserbedarf wird per SMS gemeldet

Die Beeren wachsen auf Folie, ein Schlauch mit Tropfbewässerung ist ausgelegt. Ein Sensor meldet dem Produzenten per SMS, wenn die Pflanzen Wasser brauchen, je nach Vegetationsstand ein- bis zweimal pro Woche.

Diesen Frühling musste Ramon Staubli die Kulturen an die 30 Nächte mit einer Lage Vlies vor Frost und Kälte schützen. Schäden blieben aus. In Freilandkulturen in der Region hingegen hörte er trotz zweifachem Vlies von Ausfällen. Weil es in den Tunnels tendenziell ein paar Grad wärmer ist als im Freiland, freuen die angekündigten hohen Temperaturen Ramon Staubli weniger als seine Kollegen mit Freilandpflanzen.

Nach wenigen Jahren bezahlt

Für das Aufstellen der Wandertunnel setzt Ramon Staubli rund 300 Arbeitsstunden pro Hektare ein. Es sei ein einfaches System, sagt der Beerenproduzent. Beim Erstellen der Metallbögen und Anker erbringt er viel Eigenleistung und hält dadurch die Kosten tief. Die Metallteile sind sehr langlebig, bei der Folie rechnet er mit fünf bis zehn Jahren Lebensdauer. Sie bleibt pro Saison maximal drei Monate aufgespannt. «Wenn das Wetter so ist wie dieses Jahr, sind die Wandertunnel trotz Mehrarbeit sehr wirtschaftlich, denn sie schützen die Beeren vor Frost, Regen, Hagel und Sonnenbrand», sagt Ramon Staubli zur Wirtschaftlichkeit.

Ramon Staublis Erdbeeren aus dem Wandertunnel haben Vorsprung
Beim Erstellen der Metallbögen und Anker der Tunnel erbringt Ramon Staubli viel Eigenleistung und hält dadurch die Kosten tief. (Bild Ruth Aerni)

Auf Landabtausch angewiesen

Ramon Staubli produziert auf 1,2 Hektaren Erdbeeren, dazu Himbeeren, Heidelbeeren und Johannisbeeren, Steinobst und Rhabarber, ausserdem Kunstwiese. Erdbeeren brauchen zehn Jahre Anbaupause, er ist auf Landabtausch mit anderen Landwirten angewiesen.

Bald ist Vollernte beim Produzenten aus Muri. Täglich werden 300 bis 400 Kilogramm Erdbeeren gepflückt, in den kommenden beiden Wochen rechnet er mit rund 500 Kilogramm. Danach verlangen bald die Himbeeren volle Aufmerksamkeit. Die Erdbeeren ziehen noch mit, ihre Saison dauert bei Ramon Staubli bis in den September.

Tüfteln mit remontierenden Sorten

Seit einiger Zeit tüftelt der Produzent mit remontierenden Erdbeersorten. Die blühen während der ganzen Saison, bringen lange Früchte und im folgenden Frühling nochmals. Zufrieden war er bisher noch nicht mit Ertrag und Qualität, «aber dieses Jahr sieht es gut aus», sagt er beim Gang durch den Tunnel. Trotz Foliendach ging es in diesem feuchten Jahr nicht ganz ohne Pflanzenschutzmittel, dafür hat es jetzt kaum faule Beeren. «Eine pro 100 Meter – das liegt drin», sagt Ramon Staubli zufrieden.

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