Der Frühling scheint angekommen. Die Bodentemperaturen liegen vielerorts um 6°C, letztes Jahr zur selben Zeit lagen diese bei 4°C. Teilweise sollte aber noch mit der Aussaat zugewartet werden.
Boden muss trocken werden
Die Zuckerrübensaat braucht günstige Bodenverhältnisse und somit Geduld. Nach den Niederschlägen ist der Boden noch sehr nass. Die Bodenbearbeitung darf allerdings nur bei günstiger Bodenfeuchte durchgeführt werden. Verdichtungen in Fahrspuren oder der Pflugsohle beeinträchtigen das Wachstum der Rüben und führen zu Ertragseinbussen.
Da Sonnenblumen für die Keimung leicht höhere Bodentemperaturen benötigen als Zuckerrüben, werden sie später gesät. Die Aussaat kann frühestens ab nächster Woche ins Auge gefasst werden, sofern der Boden für die Saatbettbereitung genügend abgetrocknet ist. Der Saatzeitpunkt muss sich ausserdem nach günstigen Bedingungen für den Einsatz von Vorauflaufherbiziden richten. Entscheidend für deren Wirkung ist eine ausreichende Bodenfeuchtigkeit. Ein ungenügender Bekämpfungserfolg kann im Nachauflauf nur mit mechanischen Massnahmen wie Hacken korrigiert werden.
Getreidebestände andüngen
Aufgrund der Niederschläge über den Winter muss von einem tiefen Nmin-Gehalt in den Böden ausgegangen werden (Wallierhof bei Weizen und Gerste 10-13 kg Nmin/ha). Wo die Bestände noch nicht angedüngt werden konnten, ist dies spätestens jetzt nachzuholen. Bei bereits angedüngten Beständen, in welchen das Stadium DC30 erreicht wird, ist die zweite Gabe fällig. Mit dieser wird die Kornzahl pro Ähre gefördert. Wer eine Düngung mit Harnstoff vorgesehen hat, kann dies unter der Berücksichtigung des Wetters und nicht auf frisch aufgekalkten Böden ebenfalls vornehmen.
Weizen: Unkraut regulieren
Wenn die Gräser nicht bereits im Herbst bekämpft wurden, sollten sie jetzt möglichst früh bekämpft werden. Die breitblättrigen Unkräuter sind teilweise schon weit entwickelt. Wenn der Boden genügend abgetrocknet ist und die Temperaturen über 5°C steigen, steht einer chemischen Unkrautbekämpfung nichts mehr im Wege. Das Unkraut kann dann auch mit dem Striegel reguliert werden. Da gleichzeitig der Boden oberflächlich gelockert wird, ist diese Massnahme nach den Niederschlägen besonders sinnvoll. Grosse Unkräuter werden hingegen nur ungenügend erfasst. Bei Winterweizen muss die Herbizidauswahl auf die vorherrschenden Ungräser ausgerichtet werden. Nicht alle Gräserwirkstoffe erfassen Windhalm und Ackerfuchsschwanz ausreichend (siehe Pflanzenschutzmittel im Feldbau oder Zielsortiment). Da Ackerfuchsschwanz und zum Teil auch Windhalm isoproturonresistent sind, kann dieser Wirkstoff in betroffenen Regionen nicht mehr erfolgversprechend eingesetzt werden. Gleiches gilt für Sulfonylharnstoffe und Windhalm in bestimmten Gebieten der Westschweiz. Um die Ausbreitung von Resistenzen zu bremsen, sollte generell stärker auf den Wechsel von Wirkstoffen innerhalb einer Fruchtfolge geachtet werden. Für Behandlungen im Frühjahr empfehlen sich blattaktive Wirkstoffe der Resistenz-gruppen A und B.
Dinkel zurückhaltend düngen
In der Praxis ist die heikle N-Düngung von Dinkel immer wieder eine Gratwanderung zwischen Verminderung von Lagerrisiko und Ertragsoptimierung. Versuche geben Hinweise zur optimalen Stickstoffmenge und -verteilung in Dinkel. Die Erhöhung der Stickstoffmenge von 30 auf 60 kg N/ha führte nur in wenigen Fällen zu gesicherten Mehrerträgen. Die erhöhte Lager- und Auswuchsgefahr kann deshalb aus wirtschaftlicher Sicht nicht ausgeglichen werden. Diese Versuche bestätigen, dass Dinkel besser zurückhaltend mit Stick-stoff versorgt werden sollte. Die daraus resultierende geringe N-Menge von 30-40 kg N/ha lohnt sich nicht in zwei Gaben aufzuteilen. Bei normaler Bestandesdichte ausgangs Winter wird der Stickstoff mit Vorteil zum Beginn Schossen gedüngt.
Düngung fördert Rapstriebe
Der Raps ist aktuell im Längenwachstum. Nun ist die zweite Düngergabe fällig. Vor allem in wegen der Trockenheit zögerlich aufgelaufenen Beständen vom letzten Herbst mit vielen Lücken wird nun die Seitentriebbildung mit dieser Düngung angeregt. Weiter werden mit dieser Gabe die Kornanzahl und das Korngewicht positiv beeinflusst. Mit dem wärmeren Wetter tagsüber wird der Raps schnell wachsen, ab 20 cm Stängelhöhe ist der Stängelrüssler nicht mehr zu bekämpfen. Die Bekämpfungsschwelle bei einer Stängelhöhe von 5 bis 20 cm liegt bei 40-60% der Pflanzen mit Einstichen. Der Rapsglanzkäfer kann beobachtet werden, schadet aber noch nicht, da die Knospen noch verdeckt sind. Effizient bekämpft werden kann er ab dem Stadium 53 «Blütenstand überragen oberste Blätter».
Tipps der Woche
- Aussaat von Zuckerrüben und Sonnenblumen nur auf abgetrockneten Böden
- Getreide und Raps jetzt düngen.
- Dinkel zurückhaltend mit Stickstoff düngen.
- Unkräuter mit blattaktiven Wirkstoffen der Resistenzgruppe A und B behandeln

