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Mancherorts fliegen jetzt die Maikäfer

Bayern hat eine Maikäferplage. In der Schweiz sind die Käfer in gewissen Gebieten ebenfalls unterwegs. Wer welche sieht, soll es den kantonalen Pflanzenschutz-Stellen melden. Die Bekämpfung wird finanziell unterstützt.

Während man auf der Website des «Bayrischen Rundfunks» von einer Maikäferplage in Bayern lesen kann, ist die Situation in der Schweiz etwas diffus. Christian Schweizer, Entomologe bei Argroscope, sagt auf Anfrage, dass die Maikäfer mit zirka zwei Wochen Verspätung unterwegs seien. Urs Müller, Leiter Obst, Gemüse und Beeren am Arenenberg, ist sich nicht sicher, ob sie nicht schon ausgeflogen sind, jedoch wegen des nasskalten Wetters ein vermindertes Fressverhalten hätten. Beide Experten sind sich aber einig, dass sobald es wärmer wird, die Käfer aktiver sind.

Maikäferplage in Bayern

Bayerns Landwirte bangen wegen des Maikäferflugs um ihre Erträge im nächsten Jahr. Auf der Website des «Bayrischen Rundfunks» liest man von grossen Maikäferschwärmen, welche die Landwirte aufschreckten. Das Brummen der Schädlinge sei furchterregend, berichteten Augenzeugen.

Nicht in Ackerbaugebieten

Dieses Jahr ist in der Schweiz ein Urner Flugjahr. Das ist ein Maikäferzyklus für bestimmte Gebiete. Alle drei Jahre fliegt der Käfer aus, um an Waldrändern und Hecken Blätter zu fressen. Dann fliegt er an seinen Schlupfort zurück, legt Eier ab und richtet dann als Engerling während zwei Jahren grosse Frassschäden, vor allem im Wurzelbereich von Grünland, an. Nächstes Jahr werden wir das Basler und übernächstes das Berner Flugjahr haben. Folglich werden dann andere Teile der Schweiz von den Maikäfern heimgesucht.

Betroffen vom Urner Flugjahr sind lauf Christian Schweizer Regionen des Bündnerlands und Kantons Thurgau. Hauptgebiet ist das Urnerland. «In Regionen, wo intensiv Ackerbau betrieben wird, treffen wir eher nicht auf eine Maikäferplage.»

Maikäfer-Beobachtungen melden

Meist würden sich die Landwirte erst melden, wenn es zu spät, die Wiese bereits kaputt sei, meint Christian Schweizer. Wer Schwarmflüge beobachte, soll dies der kantonalen Pflanzenschutzstelle melden. Zusammen mit der Agroscope werde dann eine Strategie zur Bekämpfung erarbeitet, fährt der Entomologe fort. Denn nur wenn ganze Gebiete oder Talschaften mitmachen, habe man Erfolg.

Zur Bekämpfung des Schädlings wird ein auf Maikäfer spezifischer Beauveria-Pilz auf Gerstenkörnern gezüchtet. Anschliessend werde die «Pilzgerste» im Hauptschadenjahr mit einer Übersaatmaschine in die befallenen Flächen eingearbeitet. In einem Merkblatt des Kantons Graubünden kann man lesen, dass eine solche Behandlung bis zu 1200 Franken pro Hektare kostet, sich der Kanton jedoch mit 500 Franken pro Hektare daran beteilige. Im Thurgau bezahlen die Landwirte nur 100 Franken pro Hektare aus der eigenen Tasche, den Rest übernimmt der Kanton. Die Kostenbeteiligung ist also föderalistisch geregelt.

Hagelnetze können helfen

Auch in Spezialkulturen wie Obstanlagen können die Engerlinge grossen Schaden anrichten. Im Thurgau rät Urs Müller deshalb, den Boden zu bedecken oder die Hagelnetze früher zu schliessen, damit die Käfer nicht einfliegen und Eier legen können. Das bedinge jedoch auch Netze auf den Seiten, diese würden vom Kanton bezahlt, so Müller weiter.

Mehr Infos zum Thema Maikäferbekämpfung lesen Sie unter: www.agroscope.admin.ch

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