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Maisernte: April-Saaten hatten schweren Stand

In der Region läuft die Ernte. Die Qualität ist gut, die Erträge unterschiedlich. Standort, Sorte und Saatzeitpunkt waren entscheidend, sagen Fachleute.

Lohnunternehmer Marcel Villiger aus Alikon berichtet von einer guten Maisernte, mengenmässig und qualitativ. Auch die Erntebedingungen seien bisher wettermässig gut gewesen, auch wenn nicht vergleichbar mit den Bedingungen im trockenen Jahr 2018. Die Niederschläge der letzten Tage seien eher unproblematisch. «Die Böden waren vorher sehr trocken, deshalb trocknen diese nun rasch wieder ab.» Ein Grossteil des Silomaises sei bei seinen Kunden abgeräumt, bereits wurden erste Posten von Körnermais geerntet. Viel Silomais wird von den Bauern selber einsiliert, in Hoch- und Fahrsilos, ein Teil auch zu Ballen gepresst, meist für den Handel.

Späte Sorten lohnen sich

Erst rund die Hälfte des Silomaises sei in seinem Kundengebiet geerntet, sagt Rene Krummenacher aus Dietwil, von der gleichnamigen Lohnunternehmung. «Wir haben viele spätere Sorten, die bringen mehr Ertrag.» Überhaupt lohne es sich, auf späte Sorten zu setzen, wenn dies von der Fruchtfolge her passe. «Die Blühphase und Kolbenbildung ist viel länger, die Risiken wegen des Wetter somit kleiner», sagt Krummenacher. Frühe Sorten hätten meist Stress während dieser Zeit und das Risiko sei grösser, wenn die Wetterbedingungen während der frühen und kurzen Blühphase nicht stimmen.

Auch Krummenacher spricht von derzeit guten Erntebedingungen, der Regen der vergangenen Tage habe nur zu einem kurzen Unterbruch geführt. Dank guter Bereifung und weil die Böden rasch trocknen, könne ab heute Freitag schon wieder weiter geerntet werden.

«Die Kolben sind reif, die Pflanze hat aber viel Wasser.»

Fabian Roos, Betriebsleiter Trocknungsanlage Oberkirch.

Gute Bedingungen

Die Bedingungen zum Silieren von Mais seien ideal, mit Temperaturen um 10 bis 15 Grad. Wenn wie im Vorjahr bei Tagestemperaturen von über 20 Grad geerntet werden müsse, sei das Risiko von Fehlgärungen grösser, erklärt Krummenacher.

Silomais sei dieses Jahr sehr ertragreich, die Wachstumsbedingungen seien ideal gewesen. Krummenacher stellt auch fest, dass im April früh gesäter Mais keineswegs besser dastehe als erst im Mai gesäter. Feststellbar seien aber Sortenunterschiede, es gebe schon solche, die schlicht abfallen. Beim Körnermais rechnet er mit eher weniger Ertrag als im Vorjahr. Das Lohnunternehmen Krummenacher erntet jährlich rund 400 Hektaren Silo- und Körnermais.

Trocknung aufwendig

Zirka Halbzeit ist es auch bei der Trocknungsanlage Oberkirch der Landi Sursee. Die Erträge seien dieses Jahr sehr unterschiedlich. Nicht nur von Region zu Region oder auf gleichen Höhenlagen. Sogar auf einzelnen Parzellen variiere es stark. Gründe vermutet Roos bi den schlechten Bedingungen der Frühsaaten und dem trockenen Sommer. Aus sehr guten Erträgen werden rund 230 dt Würfel /a hergestellt. Auch die Ernte sei dieses Jahr kein Selbstläufer wie in den vergangenen paar Jahren. Niederschläge prägen den Herbst 2019. Die Trocknung ist relativ anspruchsvoll, will heissen, aufwendig. «Die Kolben sind zwar reif, die Pflanze hat aber viel Wasser», so die Einschätzung von Roos. Die Qualität schätzt er allgemein als sehr gut ein, vor allem auch weil der Körneranteil hoch ausfalle. Wegen den Fruchtfolgeeinschränkungen im Nachgang der Maiswurzelbohrer-Funde, sei dieses Jahr entgegen dem langjährigen Trend eher weniger Mais angebaut worden in der Region.

Schlechter April in Zug

Lehrer und Berater Willi Gut vom LBBZ Schluechthof Cham bleibt insbesondere der April in Erinnerung. «Beim früh gesäten Mais lief einige Wochen gar nichts mehr», so seine Beobachtung. Ansonsten sei der Mais aber kein grosses Thema gewesen, was auf ein mehr oder weniger normales Mais-Jahr im Zugerbiet schliessen lässt. Unterschiedlich war auch der Schluechthof-Mais in der Chamau. Die teils leichten Böden waren diesen Sommer nicht unbedingt ein Vorteil.

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