Das Wetter war in den letzten Wochen immer wieder nass und kalt. Da und dort sieht man auch noch Kartoffeläcker, die nicht geerntet sind. Doch wie dramatisch ist die Lage bei den Produzenten?
Alles ist dieses Jahr früher
Lohnunternehmer Ernst Waber aus Kiesen (Kanton Bern) sagt: «Dank des schönen Herbstes konnten wir lange Zeit gut graben.» Vereinzelt gebe es noch Parzellen, die nicht gegraben sind, «aber es ist nicht so dramatisch», sagt Waber. Auch Samuel Guggisberg aus Zimmerwald BE sagt: «Bis Anfang nächste Woche sind 100 der Kartoffeln unserer Kunden gegraben.» Für die Jahreszeit sei die Situation nicht heikel. «Letztes Jahr haben wir die letzten Kartoffeln am 24. November gegraben», so Guggisberg.
Die Abteilung Landesprodukte der Fenaco schreibt, dass die Frischkartoffeln fast gänzlich geerntet und eingelagert seien. «Bei den Veredelungskartoffeln ist die Situation regional unterschiedlich aufgrund der Witterungsbedingungen der letzten Wochen. Im westlichen Mittelland sind noch 10 bis 15 im Boden. In den Anbaugebieten der Ostschweiz ist die Ernte weiter fortgeschritten.» Bei der Terralog meint Simon Werthmüller, dass je nach Sorte noch 10 bis 25 der Veredelungskartoffeln im Boden oder in Zwischenlagern verbleiben.
Vorverschobene Produktion
Die Nachfrage habe sich auf einem saisonüblichen Niveau eingependelt und liege aktuell im Durchschnitt der Vorjahre, so Simon Werthmüller.
Christoph Kohli, Category Manager Veredelungs- und Pflanzkartoffeln bei der Fenaco, schreibt, dass die Frischkartoffeln einen erfreulichen Absatz verzeichneten. «Die Nachfrage nach Chipskartoffeln läuft aktuell auf einem normalen Niveau.» Bei den Tiefkühlprodukten wie Frites laufe die Produktion momentan auf hohem Niveau. Grund dafür sei eine zeitlich vorverschobene Produktion aufgrund des Wegfalls von CIPC als Keimhemmungsmittel.

