In diesen Tagen wird im Zürcher Weinland der biologisch wie auch der konventionell angebaute Spinat geerntet. Während sich der Spinat im Garten fünf- bis sechsmal ernten lässt, sind beim Feldspinat für die Lebensmittelindustrie ein bis maximal zwei Schnitte möglich. Können zwei Schnitte ausgeführt werden, so kann der erste Schnitt oftmals zu hochwertigem Blattspinat verarbeitet werden. Der zweite Schnitt kann allenfalls noch zu Hackspinat verarbeitet werden, sofern dies die Marktlage und Nachfrage zulassen.
Vertragsanbau dominiert
In der Schweiz wird der Spinat für die Konservenindustrie fast ausschliesslich im Vertragsanbau produziert. Spinat gelangt zumeist als Tiefkühlprodukt auf den Markt. Die Anbauplanung erfolgt in enger Koordination mit den verschiedenen Abnehmern. Diese Koordination soll eine gestaffelte und der Verarbeitungskapazität angepasste Ernte ermöglichen.
Eines der grösseren Anbaugebiete für Spinat ist das Zürcher Weinland mit seinen eher sandigen und leichteren Böden. Diese trocknen im Frühjahr für die Saatbettbereitung und für die Aussaat rasch ab. Die Aussaat erfolgt normalerweise sehr früh im März oder in den ersten Apriltagen. Acht bis zehn Wochen später kann während eines sehr kurzen Zeitfenster geerntet werden. Zudem ist bei dieser Kultur die Bewässerung ein Muss. Zu den Produzenten im Zürcher Weinland gehört auch der Elliker Landwirt Samuel Frischknecht. Ein Teil seines in Alten angebauten Blattspinates wurde Anfang Mai geerntet. Dabei kamen zwei auf Traktoren aufgebaute Spezialmähwerke zum Einsatz. Um eine optimale Schnitthöhe zu erhalten, wird beim Mähen mit einer beachtlichen Geschwindigkeit von 12 bis 13 km pro Stunde gefahren. Frischknechts Kultur wurde im Beetanbau gezogen. Die Breite der Beete entspricht der Mähbreite der Spezialmähmaschine, welche auf einem Traktor aufgebaut ist.
Zwei Qualitäten
Beim Erntegut wird qualitativ zwischen dem hochwertigen Blatt- und dem etwas minderwertigeren Hackspinat unterschieden. «Der Blattspinat darf maximal ein Stielanteil von zwölf Prozent aufweisen und muss entsprechend höher gemäht werden», erklärt der Maschinenführer Severin Bosshard vom Unterstammheimer Lohnunternehmen Brack AG. Liegt der Stielanteil darüber, so wird das Erntegut als deutlich billigerer Hackspinat übernommen.
Genaue Ernteplanung
Die Spinaternte muss zeitlich fast auf die Stunde genau mit der Verarbeitung in der Konservenfabriken abgestimmt sein: Damit der Spinat sich nicht erwärmt und ungeniessbar wird, muss er inklusive Transportzeit innert weniger Stunden verarbeitet werden. Bei einer Annahme der Pestizidverbots-Initiative könnte der Anbau dieses Gemüses in der Schweiz schon bald unmöglich werden. Dies obwohl Verarbeitungsspinat auch im Biolandbau angebaut wird. «Wird bei der Anlieferungskontrolle eines Lastenzugs mit rund 20 Tonnen von unserem biologisch produzierten Blattspinat in einer Probe eine Raupe oder Schnecke gefunden, so kommt dieser Zug direkt wieder zurück zu uns.» Das machte der Andelfinger Biobauer Heinz Höneisen kürzlich deutlich. Um solche Schädlinge zu bekämpfen, sind auch Biobetriebe wie der seine als Spinatproduzenten auf den Einsatz von im Biolandbau zugelassenen Pflanzenschutzmitteln angewiesen. Da auch diese Pflanzenschutzmittel bei einem Ja zu den beiden Initiativen nicht mehr eingesetzt werden dürften, wäre dies wohl das Aus des Inlandanbaus von Spinat.

