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Ackerbau: Erste Cercospora-Blattflecken entdeckt

Für Zuckerrüben ist die Infektionsgefahr mit der Pilzkrankheit jetzt hoch. Krautfäule in den Kartoffeln ist weiterhin zu behandeln.

Auch in der vergangenen Woche wurden kontinuierlich Befälle mit Krautfäule gemeldet. Es wird zwar schönes Wetter vorhergesagt, die Taubildung ist aber momentan enorm und das Krautwachstum war dieses Jahr stark, so entstehen innerhalb der Schläge Infektionsbedingungen. In den Zuckerrüben wurden Befälle mit Cercospora entdeckt.

Krautfäule weiter behandeln

Der Krautfäuleschutz sollte ohne Unterbruch aufrechterhalten werden. Wenn Befall im eigenen Feld festgestellt wird, kranke Pflanzen, wenn möglich, mit Knollen vernichten. Je nach Situation bedeutet dies eine frühzeitige Krautvernichtung, um die Verbreitung der Sporen und zusätzliche Spritzungen in benachbarten Schlägen zu reduzieren. Danach werden zwei Behandlungen innerhalb von vier bis fünf Tagen getätigt, dazu verwendet man ein teilsystemisches Fungizid (vorzugsweise mit Cymoxanil), das mit einem Kontaktfungizid mit sporenabtötender Wirkung gemischt wird. In der biologischen Landwirtschaft werden bei Befall zwei Spritzungen innerhalb einer Woche mit jeweils 800 g/ha Kupfer (Kontaktfungizid, nicht kurativ) empfohlen. Dabei gilt es zu beachten, dass maximal 4 kg/ha Reinkupfer pro Jahr und Parzelle eingesetzt werden können. Befälle sollten weiterhin dem jeweiligen kantonalen Pflanzenschutzdienst oder direkt auf www.phytopre.ch gemeldet werden. Auflagen bezüglich Abschwemmung (z. B. Mapro; 4 Punkte) und Abdrift sind zu beachten.

Erste Cercospora-Befälle gefunden

Die Pilzkrankheit Cercospora wird nun in den Hauptanbaugebieten der Zuckerrüben gefunden. Dabei sind vor allem die ­bekannten Risikostandorte betroffen, d. h. in der Nähe von Rübenhaufen oder stark befallenen Parzellen des Vorjahres und in der Nähe von Bächen und Flüssen. Cercospora erkennt man an kleinen (2 bis 3 mm), runden, grau-braunen Flecken mit dunkelvioletter Umrandung. Um sicher zu sein, kann man Blätter zusammen mit einem nassen Papiertaschentuch in einen Plastiksack verschliessen und 24 Stunden später mit der Lupe kontrollieren, ob in der Mitte der Blattflecken Sporen (schwarze Punkte) und ein filziger Belag vorhanden sind.

Die Infektionsbedingungen sind momentan hoch, denn hohe Temperaturen (Optimum 26°C) und eine hohe Luftfeuchtigkeit sind vorhanden. Bis nach einer Infektion die ersten Symptome erscheinen, vergehen zirka 10 Tage. Deshalb darf der Start der Epidemie nicht verpasst werden. Behandelt wird nach Schadschwelle, dabei werden keine Produkte mit Strobilurinen (Agora SC, AmistarXtra, usw.) verwendet. Bei jeder Behandlung 2 l/ha Funguran Flow (einzig zugelassenes kupferhaltiges Produkt) mit den besten Triazolen: Epoxiconazol, Difenoconazol oder Prothioconazol (z. B. Opus top, Avenir Pro, Spyrale oder Proline), mischen. Wichtig: Triazole müssen bei jeder Anwendung abgewechselt werden (Aktivsubstanz, nicht nur das Produkt). Ist der Druck hoch (früher Befall, hohe Temperatur und Luftfeuchtigkeit), sollte die Behandlung nach zwei bis drei Wochen wiederholt werden.

Virus durch Blattläuse nicht mit SBR verwechseln

In manchen Zuckerrübenparzellen erscheinen bereits seit einigen Wochen kreisrunde gelbliche Zonen, die sich nun je nach Lage ausgedehnt haben. Wenn man diese vergilbten Blätter in der Faust zermalmt, fühlt und hört es sich an, als werde ein Stück altes Pergament zerdrückt. Dabei handelt es sich um die viröse Vergilbung, nicht um das Syndrome de basse richesse (SBR). Die viröse Vergilbung wird durch die grüne Pfirsichblattlaus übertragen. Während dem milden Winter konnten Blattläuse speziell gut überleben, dazu fehlt die Beizung mit Gaucho auf den Rübenpillen. Gegen die Vergilbung kann im Moment nichts gemacht werden.

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