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Ebenraintag 2026: Doppeljubiläum zwischen Sense und Melkroboter

Am 6. September 2026, öffnet das Ebenrain-Zentrum seine Tore. Der Tag steht unter dem Motto «Der Ebenrain im Wandel der Zeit» und feiert ein Doppeljubiläum: 250 Jahre Schloss Ebenrain und 70 Jahre Ebenrain-Zentrum.

An diversen Ständen erfolgt eine Gegenüberstellung von einst und jetzt: Die Mitarbeitenden des Ebenrain und diverse Landwirtinnen und Landwirte zeigen, wie früher gewirtschaftet wurde und welche Fortschritte seither gemacht wurden. Eine Sammlung von Oldtimer-Traktoren – organisiert zusammen mit den Freunden alter Landmaschinen Nordwestschweiz – steht einem neueren Modell gegenüber, und die Entwicklung der Milchgewinnung lässt sich vom Melkschemel bis zum Melkroboter nachverfolgen.

Auf dem Programm stehen zudem Sensemähen, Dengeln und Pflügen mit dem Pferd sowie der Vergleich, wie Heu und Stroh früher von Hand und heute mit dem Hoflader gestapelt werden – wegen der anhaltenden Trockenheit dieses Sommers ist allerdings noch offen, ob sich einzelne dieser Feldvorführungen wie geplant durchführen lassen.

Zum Jubiläum öffnet ausserdem das historische Schloss Ebenrain in Sissach BL seine Türen für Führungen und eine Plakatausstellung, sonst ist es nur selten öffentlich zugänglich. Ergänzt wird das Programm durch Marktstände, ein Schloss-Café und Unterhaltung für die ganze Familie.

«Praxisnah, bauernnah»

Das Ebenrain-Zentrum blickt auf eine eigene, bewegte Geschichte zurück. Seine Wurzeln liegen in der ersten Landwirtschaftsschule des Kantons, die 1919 in Frenkendorf BL und Liestal BL eingerichtet wurde.

Weil der Platz bald nicht mehr reichte, kaufte der Kanton Basel-Landschaft 1951 das Ebenrain-Areal samt Schloss in Sissach – dessen Grundstein war bereits 1774 vom Basler Seidenbandfabrikanten Martin Bachofen-Heitz gelegt worden.

1956 eröffnete das Zentrum, ergänzt um eine Hauswirtschaftsschule. Praxisnähe gehörte von Anfang an zur DNA des Hauses – zehn Prozent der Lektionen, etwa in Chemie, wurden durch praktische Übungen ersetzt. «Praxisnah, bauernnah», bringt es Christoph Böbner, Leiter des Ebenrain-Zentrums, auf den Punkt.

In den 1970er-Jahren wurde der Ebenrain zum Hotspot der aufkommenden Bio-Bewegung; der zugehörige Gutshof, seit 1999 verpachtet, wird heute von der Familie Hirsbrunner bewirtschaftet. Mit der Ansiedlung des Landwirtschaftsamtes und der Kreditkasse in den 90er-Jahren sowie der kantonalen Fachstellen für Natur- und Landschaftsschutz (2015) ist aus der Landwirtschaftsschule ein breiteres landwirtschaftliches Kompetenzzentrum geworden, mit Themen von der Landwirtschaft bis hin zur klimaschonenden Ernährung oder der Biodiversitätsförderung im Siedlungsgebiet.

Vom Bio-Pionier zum grünen Zentrum

Ein Bereich, den Böbner als unterschätztes Potenzial sieht: «Gärten, Rasen und Strassenränder bieten sehr grosse Möglichkeiten zur Biodiversitätsförderung.» Zudem ergänzt seit 2016 das Amt für Wald und Wild beider Basel die «grüne Kompetenz» am Standort Ebenrain.

Als Tagungsstätte sind der Ebenrain und das Schloss ohnehin stark gefragt: Rund 400 Veranstaltungen finden dort jährlich statt. Am 6. September 2026 öffnet sich das Areal nun einem breiteren Publikum – mit Blick auf die eigene Geschichte, aber auch auf aktuelle Herausforderungen wie die anhaltende Trockenheit, neue Krankheiten wie die Blauzungenkrankheit oder invasive Arten wie die Tigermücke, die diesen Sommer erstmals auch in Sissach nachgewiesen wurde.

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