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Bio wächst im Aargau: Es gibt immer mehr Betriebe und Berufsabschlüsse

Im Aargau ist Bio aus der Nische herausgewachsen. Es gibt immer mehr Biobetriebe und die Berufsabschlüsse verdoppeln sich von Jahr zu Jahr. Bio Aargau hat seine 30. Generalversammlung abgehalten.

Am Anfang sei die «Wolle-Bio-Birkenstock-Szene» skeptisch beobachtet worden, erinnerte Jörg Mühlebach vom LZ Liebegg an der Jubiläums-Generalversammlung von Bio Aargau in Lenzburg. Mit der Umstellung von grossen Aargauer Landwirtschaftsbetrieben wie Murimoos, Rütihof und Sentenhof stiegen Akzeptanz und Anerkennung. Heute gibt es 330 Aargauer Biobetriebe, jährlich kommen neue dazu. Der Verein Bio Aargau wurde vor 30 Jahren gegründet.

Doppelt so viele Lernende

Und auch die rassig steigende Anzahl Berufsabschlüsse im Biolandbau belegen den Trend: Im Jahr 2021 hatten erst fünf Lernende aus dem Kanton Aargau die Ausbildung als Landwirt/in mit Schwerpunkt Biolandbau abgeschlossen, ein Jahr später bereits doppelt so viele. Und für die Abschlussprüfung diesen Sommer stehen 18 Lernende am Start.

Es gibt mehr interne Diskussionen

«Die Wertschätzung gegenüber Bio ist heute viel grösser», sagte Geschäftsführerin Gertrud Häseli gegenüber der BauernZeitung. Auch innerhalb des Vereins habe das Wachstum Konsequenzen: «Unsere Mitglieder sind heterogener, wir führen mehr Diskussionen.» Neue Produzentinnen oder Produzenten würden eher Richtlinien hinterfragen, hätten teilweise eine weniger fundamentale Haltung. «Das ist erlaubt, Selbstkritik bringt uns weiter», kommentierte die Biobäuerin.

Gastro-Kanal ist schwierig

An der Generalversammlung informierte Gertrud Häseli über die Projekte von Bio Aargau mit verschiedenen Partnern. Erfolgreich seien Betriebe unterstützt worden, die Untersaaten und Gründüngungen säen, mit dem Ziel, vermehrt CO2 zu binden und Humus aufzubauen. Als sehr schwierig erweise sich hingegen der Versuch, mehr Bio-Lebensmittel in die Gemeinschaftsgastronomie zu bringen. Die angesprochenen Altersheime, Spitäler, Kindertagesstätten und Mensen fänden die Idee sympathisch, doch die Umsetzung scheitere oft an eingespielten Lieferketten und vor allem am höheren Preis von Bioprodukten.

Da braucht es gemäss Getrud Häseli noch einiges Engagement vom Verein, von der Politik – und auch von Bioproduzentinnen und Bioproduzenten selber –, mit geeigneten Produkten bei regionalen Institutionen vorstellig zu werden.

Professionellere Strukturen eingeführt

Dem Wachstum entsprechend führt Bio Aargau professionellere Strukturen ein: Bisher bekam die Geschäftsführerin lediglich Sitzungsgeld und Pauschalentschädigung, neu wird der Job im 10-Prozent-Pensum mit Sozialversicherungsleistungen geführt.

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