Es kommt schon mal vor, dass Beatrice Bucher beim Leeren der Kassen Holzschnitzel, Kassenzettel und Jetons von Einkaufswagen vorfindet. Sie betreut auf dem Bucherhof in Meikirch BE das Schnittblumenangebot der fünf Selbstpflückfelder.
Der Bucherhof, das sind zwei Betriebe, einer für die Schnittblumen, welcher Beatrice Bucher führt, und der andere ist die Generationengemeinschaft, geführt von ihrem Mann Markus Bucher und ihrem Sohn. Die Selbstpflückfelder haben Buchers bereits seit 20 Jahren. Neben Beatrice und Markus Bucher arbeiten noch drei weitere Personen auf den Blumenfeldern. Daneben mästen die Buchers 120 Munis, verkaufen Weihnachtsbäume, betreiben etwas Ackerbau und bauen drei Hektaren Kürbisse an, welche jeweils im Herbst, auch auf den Selbstpflückfeldern, verkauft werden.
Alle Selbstpflückfelder sind Pachtland, was seine Gründe hat. Genügend Land hätten sie schon, sagt Beatrice Bucher. Aber der Hof sei abgelegen. «Wir müssen zu den Leuten, sie kommen nicht zu uns», sagt die Bäuerin.
Froh, dass es funktioniert
Auch wenn Beatrice und Markus Bucher manchmal mit Kleingeld ausländischer Währungen oder eben Einkaufswagen-Jetons vorliebnehmen müssen, wollen sie sich nicht beklagen. «Es ist ja wunderbar, dass es funktioniert», sagt Beatrice Bucher. Manche würden mehr zahlen, als sie müssen, manche weniger oder gar nichts. Schade sei einfach, dass die ehrlichen Kunden den Unehrlichen helfen würden, die Blumen zu finanzieren. Richtig sei das nicht.
Laut Markus Bucher sind es wohl etwa ein Viertel der Blumen, die gestohlen werden. Er schätzt die Zahl aufgrund einer Auszählung der Tulpen vor einiger Zeit.
Welche Blumen und Preise?
Auf dem Selbstpflückfeld in Münchenbuchsee BE bieten Buchers klassische Schnittblumen wie Dahlien, Sonnenblumen, Gladiolen und Lilien an, welche eher wenig arbeitsintensiv sind. Aber auch Sommerflor gibt es zu pflücken, der aus 30 verschiedenen Blumen wie Zinnien, Kosmea, Ziergräser oder Kornblumen besteht. Diese sind mit mehr Handarbeit verbunden.
Die Preise seien schon seit Jahren die gleichen, nur die Gladiolen seien letztes Jahr etwas teurer geworden. Eigentlich sollte man jetzt rauf mit den Preisen, denn Produktions- und Lohnkosten seien gestiegen, sagt Beatrice Bucher. «Wir haben uns aber noch nicht dafür entscheiden können, weil wir denken, der Kunde muss jetzt sowieso für alles mehr zahlen». Gladiolen kosten beispielsweise Fr. 1.20/Stück, Sonnenblumen Fr. 1.50/Stück und Dahlien und Zinnien 80 Rappen pro Stück. Man passe sich bei den Preisen auch den anderen Pflückfeldern in der Umgebung an, sagt Markus Bucher.
Mehr Twint dank Corona
Seit Corona ist Beatrice Bucher überzeugt: Blumen sind ein Grundbedürfnis. In der Anfangszeit mussten sie die Selbstpflückfelder schliessen, was für starke Reaktionen bei den Kunden und Kundinnen sorgte.
Die Krise hat auch Positives gebracht: Heute werde viel mehr mit Twint bezahlt, sagt Markus Bucher. Das sei praktisch, so Beatrice Bucher, denn so sei das Geld auf der Bank und werde nicht gestohlen. Tatsächlich passiere es regelmässig, dass aus der Kasse Noten herausgefischt würden, erzählt sie. Auch die Kunden hätten sie besser kennengelernt, denn damals konnten diese die Blumen mit Namen bestellen und abholen.
Beatrice und Markus Bucher haben Freude an den Selbstpflückfeldern und machen es gern, nicht zuletzt deshalb sind sie wohl auch erfolgreich damit.

