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Steve Zurkinden nimmt sich Zeit beim Maschinenkauf

Landwirt und Lohnunternehmer Steve Zurkinden aus Tentlingen FR nimmt sich Zeit beim Maschinenkauf. Er investiert in Technik, die sich bereits bewährt hat, und orientiert sich also nicht stets am neusten Trend. Wenn es passt, bevorzugt er Gebrauchtmaschinen.

Kurz & bündig

  • Steve Zurkinden investiert nur in zuverlässige und wirtschaftliche Maschinen.
  • Die Maschinen sollen möglichst vielseitig genutzt werden.
  • Im Futterbau setzt er auf leistungsstarke Grossflächenmaschinen.
  • Gute Planung und hohe Auslastung senken die Kosten.

Steve Zurkinden nimmt sich Zeit beim Maschinenkauf. Investiert wird nur in Technik, die sich in der Praxis bewährt hat. Der letzte Schrei interessiert ihn weniger als Zuverlässigkeit und Wirtschaftlichkeit. Wenn es sinnvoll ist, setzt er auch auf Occasionsmaschinen.

«Eine Maschine muss meine wirtschaftlichen Ziele erreichen», sagt Zurkinden. Entscheidend sei nicht das Alter der Maschine, sondern ob sie zuverlässig arbeite und genügend ausgelastet werden könne.

Bei den Ackerbaumaschinen setzt Steve Zurkinden auf 3 Meter breite Geräte. Mit dieser Arbeitsbreite gibt es kaum Probleme bei Zufahrten zu den Feldern und die Maschinen sind rasch einsatzbereit. Das ist vor allem bei kleinstrukturierten Gebieten praktisch. Zudem können dieselben Maschinen auch ausserhalb der Landwirtschaft eingesetzt werden. Zurkinden führt mit den Bodenbearbeitungsgeräten zusätzlich Rekultivierungsarbeiten auf Baustellen aus. Dadurch erhöht sich die jährliche Auslastung zusätzlich.

Schlagkraft beim Futterbau

«Die Arbeiten ausserhalb der Landwirtschaft bringen mir eine zusätzliche Auslastung der Maschinen und helfen bei der Wirtschaftlichkeit», sagt Steve Zurkinden. Die Auslastung ist letztlich entscheidend, ob eine Maschine rentabel ist oder nicht.

Im Futterbau verfolgt Steve Zurkinden ein anderes Konzept. Hier setzt er bewusst auf schlagkräftige Flächenmaschinen. Trotz hügeligem Einsatzgebiet arbeitet er beispielsweise mit einem Schmetterlingsmähwerk.

Eine hohe Flächenleistung ist bei Steve Zurkinden auch in hügeligem Gebiet wichtig.(Bild: Steve Zurkinden)

Das erstaunt ob des teils hügeligen oder gar bergigen Einsatzgebiets auf den ersten Blick. Tatsächlich ist das breite Mähwerk in der Praxis jedoch ein Vorteil. «Mit dem Schmetterlingsmähwerk kann ich am Hang sicherer fahren als mit nur einem Frontmähwerk mit ungünstiger Gewichtsverteilung. Zudem ist die Schlagkraft ebenfalls wichtig, damit die erforderlichen Flächenleistungen erreicht werden können.» Auch die weiteren Futterbaumaschinen wie Kreisler oder Schwader sind schlagkräftige Flächenmaschinen.

Maschinen kommen zu vielfältigen Einsätzen

Auch beim Güllen ist Zurkinden mit einem 11-Kubikmeter-Fass von Bauer mit Schleppschuhgestänge schlagkräftig mechanisiert. Wegen der häufig hügeligen Einsatzflächen achtete er auf ein Gerät mit tiefem Schwerpunkt. So kann er die Auslastung auch auf steilere Flächen ausweiten. Auch das Güllefass nutzt Steve Zurkinden, wie die Bodenbearbeitungsgeräte, nicht nur landwirtschaftlich. Das gleiche Fass setzt er auch für die Hydrosaat ein. Das sind Begrünungen von Hangflächen und Böschungen nach Bauarbeiten. Dabei wird die Saat im Fass angemischt und flüssig auf die Flächen gespritzt.

Längere Einsatzfenster dank unterschiedlicher Regionen

Das Einsatzgebiet des Lohnunternehmens reicht vom Freiburger Seebezirk bis in die Voralpen der Kantone Freiburg und Waadt. Dadurch ergeben sich unterschiedliche Vegetationszeiten.

Diese natürliche Staffelung verlängert die Ernteperiode und erhöht gleichzeitig die Einsatzdauer der Maschinen. Für ein gut organisiertes Lohnunternehmen ist dies ein grosser Vorteil.

Anders sieht es oft bei reinen Landwirtschaftsbetrieben mit Eigenmechanisierung aus. Dort bleiben die Einsatzfenster kleiner. Die fixen Maschinenkosten müssen somit auf weniger Arbeitsstunden verteilt werden. Eine Verbesserungsmöglichkeit in einem solchen Fall wäre ein überbetrieblicher Austausch von Maschinen unter Nachbarn. Das funktioniert jedoch aus diversen Gründen nicht immer.

Bei den Ackerbaugeräten kommen 3-Meter-Maschinen zum Einsatz.(Bild: Steve Zurkinden)

Wie man jedoch nachbarschaftlich Maschinenkosten senken kann, zeigt ein Beispiel, wo Steve Zurkinden massgeblich beteiligt ist. Gemeinsam mit drei weiteren Lohnunternehmern nutzt er einen ARA Ecorobotix für die punktuelle Blackenbehandlung. Einer der Lohnunternehmer ist im Besitz der Maschine und erledigt alle Aufträge. Also auch jene aus der Kundschaft von Steve Zurkinden. «So kann ich die Angebotspalette mit modernster Technik erweitern und die Abwicklung gegenüber dem Kunden läuft vollständig über meinen Betrieb. Da wir uns zu viert gefunden haben, erreicht die Maschine eine fantastische Auslastung, von der alle profitieren können.»

Gute Planung spart Kosten

«Bei allen Aufträgen ist eine gute Koordination sehr wichtig, damit ich mit den Maschinen auf eine gute Tagesleistung komme», erwähnt Steve Zurkinden. Diesbezüglich ist er stolz auf seine Stammkundschaft: «Meine Kunden denken richtig gut mit und unterstützen mich bei der Arbeitsplanung. Wenn es um das Ballenpressen geht, teilen sie mir meistens per Whatsapp mit, sobald sie mähen und wann sie das Futter gepresst haben wollen. So kann ich bereits im Voraus die Arbeit einteilen und ein effizientes Programm zurechtlegen. Einige Landwirte sprechen sich beim Erntetermin mit Nachbarn ab und ich erhalte dann einen koordinierten Auftrag von zwei oder mehreren Betrieben in einer Region. Das erleichtert die Planung enorm.»

Ob eine Maschine wirtschaftlich arbeitet, überprüft Steve Zurkinden laufend. In seinem Betriebsmanagementsystem hat er alle Maschinen und deren Daten hinterlegt. «Nach Feierabend sehe ich auf einen Blick, was eine Maschine an einem Tag eingebracht hat. Dann rechne ich rückwärts und schaue, was dies gekostet hat.»

Wenn mit einer Maschine ihre wirtschaftlichen Ziele nicht erreicht werden, muss man über die Bücher. Steve Zurkinden macht diese Kontrollen regelmässig. «Es ist wichtig, dass man weiss, wo die Kosten liegen. Momentan fällt der Diesel extrem ins Gewicht. Auch Öl und weitere Verschleiss- und Hilfsstoffe sind teuer.» Steve Zurkinden führt die meisten Reparaturen selber durch. Das hilft bei der Kostenoptimierung ebenfalls. Man müsse sich getrauen, etwas selber zu machen, meint er.

Deshalb belastet ihn auch ein aktueller Schaden an einem kürzlich angeschafften Massey Ferguson nicht übermässig. Der Traktor weist eine Undichtigkeit am Zylinderkopf auf. Gemeinsam mit seinem Bruder will er das Problem selber beheben.

Für Steve Zurkinden gehört auch dies zu einer wirtschaftlichen Mechanisierung. Maschinen gut auslasten, Investitionen genau prüfen und Reparaturen wenn möglich selber erledigen.

Betriebsspiegel Steve Zurkinden

Steve Zurkinden, Tentlingen FR

LN: 10 ha

Kulturen: Mais, Weizen, Ganzpflanzensilage

Tierbestand: 12 Mutterkühe

Weitere Betriebszweige: Lohnunternehmen

Arbeitskräfte: Betriebsleiter, Angestellte 40 Prozent, Aushilfen

www.lohnunternehmen-arealpflege.ch

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