pv_die-grune-online

Passende Hoflogistik bei Grossballen

Das Lohnunternehmen Ryser aus Richenthal LU hat sich auf Quaderballen spezialisiert. Markus Ryser erklärt, worauf es bei der Logistik beim Ballentransport ankommt und warum man beim Schwaden nicht den letzten Halm zusammenkratzen sollte.

Kurz & bündig

-Stroh wird heutzutage meistens zu Grossballen gepresst. -Grossballen benötigen eine Hoflogistik mit Umschlaggeräten wie Hoflader, Frontlader usw. -Die Pressdichte und das Ballenmass sind entscheidend für die Transportauslastung.

Strohballen einführen ist eine dieser Arbeiten, welche vom Arbeitsaufwand her Ende Jahr nicht von Bedeutung sind und deshalb vernachlässigt werden könnten. Trotzdem braucht es eine Logistikeinrichtung, die im entsprechenden Moment funktionieren muss, damit die Ballen nicht verregnet werden.

Auch der Arbeitsaufwand für das Kreiseln und das Schwaden von Stroh kann Ende Jahr als «Peanuts» angesehen werden. Trotzdem kann man sich hier, beispielsweise mit einer zu tiefen Geräteeinstellung, ganzjährigen Ärger einbrocken, wenn durch die Verschmutzung mit Erde das Stroh bei jedem Einstreuen zusammenklebt und aufstaubt. Wer regelmässig Stroh einstreut, weiss gute Qualität zu schätzen.

Markus Ryser weiss, wie man diese Ansprüche erfüllen kann. Sein Lohnunternehmen aus Richenthal LU produziert mit acht Quaderballenpressen jährlich rund 40 000 Quaderballen.

Um die Ballen vom Feld zu räumen, braucht es eine gute Hoflogistik.

Auf dem Hofareal eignen sich wendige Lader besonders gut

Von Hand lassen sich die mehrere hundert Kilogramm schweren Ballen nicht gabeln. Zudem sollte die Arbeit zügig erfolgen, wenn am Horizont ein Gewitter aufzieht. Für das Aufladen auf dem Feld und das Abladen auf dem Hof braucht es eine minimale Mechanisierung, welche zur erforderlichen Zeit zuverlässig verfügbar ist. Besonders geeignet sind wendige Hoflader, wenn die Ballen in Hofgebäuden mit beengten Rangierflächen untergebracht werden. Allerdings muss dabei die Sicherheit beachtet werden, wenn die gegen 350 Kilogramm schweren Strohballen mit einem leichten Knicklenker-Fahrzeug bewegt werden.

Beim Einlenken verändert sich der Schwerpunkt und ein solches Fahrzeug kann rasch kippen. Besonders dann, wenn die Ballen dabei noch angehoben werden. Aus Sicht der Bodenschonung wären Hoflader auch für den Verlad auf dem Feld der perfekte Helfer. Allerdings stossen sie dabei rasch an ihre Leistungsgrenze.

Markus Ryser beobachtet die verschiedensten Verfahren, wie die Ballen bewegt werden. «Die Landwirte räumen die Ballen mit verschiedenen Geräten vom Feld. Bei an den Hof angrenzenden Parzellen werden die Ballen zum Teil mit dem Traktor mit Anbaustapler, Frontlader oder anderen Geräten direkt vom Feld ans Lager platziert, ohne sie auf einen Anhänger zu laden.»

Hohe Pressdichte verbessert die Logistik

Bei einer grösseren Transportdistanz braucht es Transportanhänger. Landwirte nutzen oftmals vorhandene Einrichtungen, das funktioniert meistens ganz gut. Ballenspitzen an einer Hubeinrichtung sind meistens ausreichend für Stroh- oder Heuballen.

Die Pressdichte ist ein entscheidender Faktor beim Ballen-Handling. Je fester die Ballen mit der Maschine verdichtet werden, desto mehr Stroh kann in einen Ballen gestopft werden. Dann müssen weniger Stückzahlen bewegt werden.

Das Lohnunternehmen Ryser betreibt auch einen Handel und übernimmt Quaderballen, die sie dann in den Verkauf bringen.

Werden Grossballen transportiert, ist die Auslastung der Transportkapazität besonders wichtig. Hier zählt die Ballendichte umso mehr, ebenfalls ein auf den Transportanhänger abgestimmtes Ballenmass.

Mit Quaderballen kann hier ein besserer Wert erreicht werden als mit Rundballen. Quaderballen können satt und ohne Leerräume aneinander gestapelt werden. «Bei uns hat sich für diese Zwecke das Ballenmass mit 120 Zentimeter Breite und 70 Zentimeter Höhe bewährt. So kann man in Längsrichtung zwei Ballen nebeneinander platzieren und vier Ballen übereinander stapeln.»

Bei einer Höhe der Ladefläche von rund 100 bis 110 Zentimetern, wie sie geeignete Transportanhänger aufweisen, wird die erlaubte Höhe von vier Metern sicher eingehalten, ohne dabei allzuviel Kapazität zu «verschenken». Das Gleiche gilt für die erlaubte Transportbreite von 2,55 Metern.

Rysers bieten auch ein Ballenmass von 80 mal 90 Zentimetern an. Diese sind handlicher und können beispielsweise durch eine Stalltüre geschoben werden. Die baulichen Voraussetzungen auf einem Betrieb bestimmen häufig die Wahl der Ballendimension.

Das kleinere Ballenmass eignet sich auch gut für Siloballen, da sich der beinahe quadratische Querschnitt besonders gut wickeln lässt. Es kommt zu weniger überzähligen Folienüberlappungen wie beim breiteren Ballenmass.

Für den Transport sind die schmaleren Ballen jedoch ein Nachteil. Auf einer 2,5 Meter-Ladebrücke können drei Stösse nebeneinander platziert werden. Diese stehen jedoch weit weniger stabil als zwei breitere Stösse beim breiten Ballenmass. Zudem können die «Ballenspitzen» am Ladegerät an den breiten Ballen leichter ein- und ausgefahren werden, ohne dass sich die Ballen dabei verrutschen.

Beim Ballen aufladen den Bodendruck beachten

Wenn die Ballen auf dem Feld aufgeladen werden, nutzen Rysers jeweils einen Traktor mit Frontlader. Diese Kombination verursacht weniger Bodendruck als beispielsweise Teleskoplader mit hohen Eigengewichten, höheren Reifendrücken und oftmals kleinerer Bereifung mit weniger Bodenaufstandsfläche.

Um den Bodendruck beim Laderfahrzeug zu minimieren, wäre ein Stapler am Heck optimal. Dabei lastet das Gewicht auf der Hinterachse mit grösserer Bereifung als an der Vorderachse. Das Gewicht wird auf einer grösseren Aufstandsfläche verteilt. Zudem können die um die 350 Kilogramm schweren Strohballen mit einem Heckstapler auch mit einem leichteren Traktor bewegt werden. Beim Transportanhänger besteht auch eine Gefahr für Spurbildung auf dem Acker. Robuste Transportanhänger haben meistens eine tiefe Ladefläche und dadurch kleine Transporträder mit hohen Reifendrücken. «Hier muss man sehr gut auf den Bodenzustand achten und seine Tragfähigkeit berücksichtigen. Meistens beladen wir Anhänger nur etwa bis zur Hälfte auf dem Feld. Den Rest laden wir am Feldrand, wo der Anhänger auf dem Weg steht.»

Flexibel mit Frontlader und Anhänger

Das Beladen mit dem Frontlader hat den Vorteil, dass gleichzeitig ein Transportanhänger mitgeführt werden kann. «Wenn nur wenige Ballen abgeführt werden, wird dies im Ein-Mann-Verfahren erledigt. Sind jedoch mehrere Fuhren notwendig, wird der Ladetraktor mit zusätzlichen Transportgespannen unterstützt.»

Rysers beliefern mit ihrem Grossballenhandel Landwirte direkt ab Feld oder lagern die Ballen in ihrer Lagerhalle ein und liefern sie im Verlauf des Jahres aus.

Bei Transportdistanzen ab 20 Kilometer lohnt sich der Transport mit Lastwagen, hat Markus Ryser festgestellt. Lastwagen sind schneller und transportieren mit geringeren Verschleisskosten. «In diesen Fällen platzieren wir die Grossballen am Feldrand, wo sie mit dem LKW und eigenem Kran abgeholt werden.»

Quaderballenpressen benötigen viel Antriebspower und haben grosse Schwungräder, um die Belastungsspitze beim Kolbenstoss durchzustehen. Deswegen setzt Markus Ryser Traktoren mit Reifendruck-Regelanlagen ein. Auf dem Feld wird der Druck abgesenkt. Der Reifen verteilt die Radlast auf grosser Fläche. Die Pressen sind mit der grösstmöglichen Bereifung ausgestattet.

Indem der Landwirt die Schwaden anständig anlegt, kann er viel dazu beitragen, dass die Presse effizient arbeiten kann und übermässiges Befahren des Feldes vermieden wird. Heute ist es meistens notwendig, das Stroh nach dem Dreschen zu kreiseln, damit dieses vollständig nachtrocknet. Häufig sind der Grünanteil und die Feuchtigkeit zu hoch, als dass der Druschschwad direkt gepresst werden könnte.

Markus Ryser empfiehlt, am Vorgewende drei Querschwaden anzulegen. Dadurch hat es anschliessend genug Platz, um in einem Zug und ohne zu manövrieren, die Längs- Schwaden anzusteuern.

«Die Schwaden sollten möglichst gross sein, das gibt weniger Überfahrten und die Presskammer wird gut befüllt. Man sollte aber auch nicht übertreiben. Am besten spricht man sich mit dem Lohnunternehmer ab, wie er die Schwade am liebsten hat.»

In jedem Fall sollte man die Bearbeitungsgeräte nicht zu tief einstellen. Werden Steine in den Schwad befördert, sind dies gefährliche Fremdkörper für die Ballenpresse. Jedes Jahr kommt es zu gefährlichen Brandausbrüchen, die auf solche Fremdkörper zurückzuführen sind.

Beigemischte Erde macht zwar keinen Maschinenschaden. Aber eher einen Lungenschaden für den, der die Balle bei ihrer Verwendung im Stall einstreut. «Wer viel Wert auf eine hohe Strohqualität legt, darf nicht den letzten Halm zusammenkratzen.» Verloren ist der Stängel nicht, denn sein organisches Material stärkt den Ackerboden.

Pressen ab Stock bringt Auslastung

Alle Quaderballenpressen vom Lohnunternehmer Ryser sind mit einem Vorbauhäcklser ausgerüstet. «Es ist ein Vorteil, wenn alle Maschinen vollständig ausgerüstet sind und das Angebot abdecken können. So kann eine Maschine einen ganzen Tag innerhalb einer kleinen Region arbeiten. Auch wenn die Ballen einmal gehäckselt werden sollen und einmal nicht, kann dies mit nur einer Maschine ausgeführt werden. Ansonsten entsteht ein dauerndes Hin und Her. Die Pressen verbringen den halben Nachmittag auf der Strasse statt auf dem Feld.»

Rund ein Drittel der jährlich produzierten Quaderballen werden vom Heustock gepresst. Dies sorgt für eine ganzjährige Auslastung zweier dafür eingerichteter Maschinen, die mit dem Heukran über einen Dosiertrichter beschickt werden.

Viele Landwirte produzieren Raufutter mit einer bestehenden Heutrocknungsanlage, obwohl sie keine Tiere mehr halten. Das Futter gelangt dann in den Handel.

Andere haben die Tierzahl erhöht, ohne beim Raumprogramm nachzulegen. In solchen Fällen wird das Futter nach jedem Schnitt vom Stock gepresst und kann ausserhalb gelagert werden. Bei leistungsfähigen Krananlagen können bis zu 200 Ballen pro Tag produziert werden.

Dies ist jedoch nur dann möglich, wenn die Logistik mit der Ballenentnahme effizient möglich ist. Egal, ob auf dem Feld oder auf dem Betrieb gepresst wird: Ohne Hoflogistik bewegt sich eine Grossballe keinen Zentimeter.

Ryser Lohnunternehmung AG, Agrotechnik Inhaber:

Gebrüder Markus und Hanspeter Ryser, Richenthal LU Umfangreiches Angebot mit Bodenbearbeitung, Säen, Pflanzenschutz, Pressen, allgemeine Feldarbeiten und vieles mehr. Pressen: 8 Maschinen (viermal 120 × 70, viermal 80 × 90), ca. 40 000 Ballen/Jahr, davon ein Drittel Heu ab Stock und ca. 5000 Siloballen. Weitere Betriebszweige: Maschinenbau AG, Arbeiten für Dritte und eigene Konstruktionen, zum Beispiel 6-Meter-Selbstfahr-Sämaschine. Arbeitskräfte: 1 Lehrling, 12 Festangestellte, 8 Aushilfen