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Mit Walzen schneiden und quetschen statt Mulchen

Messerwalzen werden seit einigen Jahren immer häufiger als Alternative zum Mulchen eingesetzt. Die Arbeitsweise ist weniger intensiv, aber oft ausreichend. Dadurch sparen Landwirte Zeit und Treibstoff.

Kurz & bündig

- Messerwalzen zerkleinern Pflanzenmaterial mit weniger Aufwand als ein Mulchgerät. - Die Intensität der Zerkleinerung ist geringer als beim Mulchgerät, aber oftmals ausreichend. - Es gibt Messer- und Quetschwalzen

Eine Messerwalze oder eine Quetschwalze sind beides passive Geräte. Ihre Werkzeuge bringen einen Gründüngungsbestand ohne Zapfwellenantrieb zu Boden. Im Gegensatz zu einem Mulchgerät brauchen diese Maschinen weniger Energie. Das Arbeitsergebnis ist bei der Zerkleinerungsintensität nicht ganz auf dem Niveau eines Mulchgeräts, in vielen Fällen ist es jedoch ausreichend.

Zerkleinern und einarbeiten oder ablegen wie einen Teppich

Das Verfahren mit der Messerwalze kommt dann zum Einsatz, wenn in der Folge das Material in den Boden eingearbeitet werden soll oder direkt ein Mulchsaatsystem angewendet wird.

Maik Tschopp aus Winikon LU setzt die Messerwalze seit vier Saisons ein. Gegenüber dem Einsatz mit dem Mulchgerät spart er Treibstoff und Zeit.
Maik Tschopp aus Winikon LU setzt die Messerwalze seit vier Saisons ein. Gegenüber dem Einsatz mit dem Mulchgerät spart er Treibstoff und Zeit.



Das Verfahren mit der Quetschwalze kommt vor allem beim Direktsaatverfahren nach Gründüngungen zum Einsatz. Dort kann mit entsprechenden Direktsaatmaschinen direkt durch den gequetschten Pflanzenteppich hindurch gesät werden. Dabei ist es wichtig, dass die Saatrichtung und die Walzrichtung dieselbe ist. Ansonsten arbeitet die Sämaschine gegen den Strich, was nicht gut kommt.

Gründüngungen können auch mit der Messerwalze gestoppt werden. Selbst massige und hohe Bestände lassen sich zerkleinern. Es kommt also auf die Folgebewirtschaftung an, ob zerkleinert oder gequetscht werden soll.



Die Messerwalze ist in vielen Fällen effizienter

Maik Tschopp aus Winikon LU setzt seit vier Saisons auf dem Betrieb seiner Eltern eine Messerwalze ein. Er sieht in der Maschine einen Vorteil gegenüber dem Mulcher, welchen der Betrieb vorher eingesetzt hat.

Beim Mulchgerät dreht ein Rotor zapfwellenbetrieben und hat einen höheren Treibstoffbedarf als eine Messerwalze, welche vom Boden angetrieben wird. Damit der Arbeitseffekt gut ist, muss die Geschwindigkeit ziemlich hoch sein. Über 10 km/h sollten es auf jeden Fall sein. Maik Tschopp ist auch schon gegen 30 km/h gefahren. Die Messerwalze ist also effizienter als ein Mulchgerät.

Weniger Treibstoffverbrauch und Verschleiss

«Der Zeitaufwand, der Treibstoffverbrauch und die Verschleisskosten sind mit der Messerwalze gegenüber dem Mulchgerät massiv gesunken», hat Maik Tschopp festgestellt. Dabei zerkleinert er nicht nur Gründüngungen.

Ein typischer Einsatzbereich ist die Feldhygiene mit dem Zerkleinern von Ernterückständen wie beispielsweise Rapsstoppeln. Die Rapsstoppeln waren der Hauptgrund, weshalb sich Maik Tschopp für den Einsatz der Messerwalze interessierte und eine Maschine für einen Probelauf organisierte. Rapsstängel brechen leicht und die Messerwalze erfüllt die Ansprüche ohne Probleme. Der Aufwand, um mit dem Mulchgerät die gleiche Wirkung zu erzielen, ist viel höher.

«Die Messerwalze ist sehr effizient. Mit zunehmendem Tempo steigt die Intensität der Arbeitswerkzeuge sogar noch an, weshalb man auf hohe Flächenleistungen kommen kann. Einmal habe ich 3 Hektaren in 45 Minuten bearbeitet. Es kommt jedoch sehr auf die Parzellengrösse an, wie hoch die Leistung letztlich ausfällt.»

Mit der Quetschwalze werden Gründüngungen abgelegt und die Zellstruktur der Stängel verletzt, was die Verrottung fördert.
Mit der Quetschwalze werden Gründüngungen abgelegt und die Zellstruktur der Stängel verletzt, was die Verrottung fördert.

Nach Raps wird die Messerwalze zweimal eingesetzt

Der Haupteinsatzbereich der Messerwalze auf dem Heimbetrieb von Maik Tschopp liegt bei der Feldhygiene nach der Raps- und der Maisernte.

Die Messerwalze von Saphir sorgt mit den gewendelten Messern für einen Wellenschnitt. Diese Messeranordnung soll für ein besonders ruhiges Abrollverhalten sorgen. Das Schnittraster ist mit zwei Walzen besonders eng. Als optionale Ausstattung wurde die Walze mit einer Impulsschiene ausgerüstet. Diese soll helfen, die Stoppeln in Fahrtrichtung auszurichten, damit die Messer besonders gut auf die Stoppeln einwirken können.

Beim Raps gelingt der Aufwuchs der Ausfallkörner mit dem Messerwalzendurchgang besonders gut, hat Maik Tschopp festgestellt. In einem späteren zweiten Durchgang wird der wieder aufgelaufene Ausfallraps mit der Messerwalze zerkleinert. Dieser Durchgang erfolgt in Kombination mit einer Kurzscheibenegge im Heckanbau.

Im überbetrieblichen Einsatz kam die Messerwalze auch bereits bei Tabak zum Einsatz. Hier sind die Ernterückstände hoch und zäh. Damit die Pflanzen exakt von den Walzen erfasst werden können, wurde an der Messerwalze ein Gestänge montiert, welches die Pflanzenstängel wie bei einem Maishäckslergebiss leicht nach vorne drückt, damit die Stängel von der Walze eingezogen werden. Hier liegt die Arbeitsgeschwindigkeit bei rund 15 km/h und liefert ein gutes Ergebnis.

Im Weiteren wird die Saphir-Messerwalze auch bei Gründüngungen eingesetzt. Maik Tschopp hat bei diesem Einsatz festgestellt, dass die Zerkleinerung meistens ausreicht, um einen Mulcher zu ersetzen. Dies wurde auch im Umfeld erkannt und die Maschine wird immer häufiger auch für solche Einsätze überbetrieblich eingesetzt.

Der Ackerboden ist wie ein Schneidbrett

Die beste Zerkleinerungswirkung erzielt die Messerwalze bei festem Boden. Es ist wie bei einem Schneidbrett in der Küche, das man zum Gemüseschneiden benutzt.

Bei einem weichen Untergrund ist der Einsatz auch möglich, allerdings nimmt die Schnittqualität etwas ab. Eine Einsatzgrenze der Messerwalze hat Maik Tschopp bei starker Hanglage festgestellt, wo die Messerwalze im Frontanbau etwas talwärts zieht und die Spur deswegen kaum gehalten werden kann.

Die Messerwalze funktioniert auch in Schubfahrt

Bei starker Hanglage kann der Heckanbau eine Lösung sein. So steht der Traktor stabiler. Die Saphir-Messerwalze ist jedoch für den Frontanbau konzipiert. Das heisst, dass der Traktor mit der Messerwalze im Heckanbau rückwärtsfahren muss. Auf dem Markt gibt es andere Hersteller, welche ihre Messerwalzen mit einem Anbaubock für die Front und für das Heck anbieten.

Die Messerwalze von Maik Tschopp ist mit zusätzlichen Gewichten von 400 Kilogramm beschwert und wiegt total 1400 Kilogramm. Das ist für kleinere Traktoren schon ziemlich viel, vor allem im Frontanbau. Die Messerwalze wird auch vermietet und dabei auch an kleinere Traktoren gehängt. Diese bauen sie zum Teil am Heck an. Die Strukturen sind in der Schweiz ja meistens überschaubar, womit es machbar ist, während einiger Zeit rückwärtszufahren, auch wenn man sich dabei etwas verrenken muss.

Maik Tschopp ist der Meinung, dass der Leistungsbedarf für die Messerwalze mit jedem Traktor gedeckt werden kann, welcher über die entsprechende Hubkraft verfügt.

Scharfe Messer oder viel Gewicht

Messerwalzen sind meistens mit zwei Walzen mit eher kleinem Durchmesser ausgerüstet. Das verdoppelt die Messerleistung und verkürzt die Schnittlänge gegenüber nur einer Welle. Die kleinen Walzen bringen hohe Drehzahlen, wodurch die daran montierten Messer für eine intensive Zerkleinerung des Pflanzenmaterials sorgen. Je schärfer die Messer und fester der Untergrund, desto leichter geht der Schnitt. Messerwalzen schneiden das Pflanzenmaterial also kurz und klein, was vor allem dazu dienen soll, für eine gute Ausgangslage für die spätere Einarbeitung, zum Beispiel mit einem Grubber, zu sorgen. Quetschwalzen haben keine scharfen Werkzeuge, sondern Leisten. Die Walze hat einen grösseren Durchmesser als Messerwalzen und ist schwerer. Je höher das Gewicht der Maschine ist, desto intensiver erfolgt die Quetschung an der Pflanze. Die Ausführung ist meist nur mit einer Walze. Die Walze soll das Pflanzen-material flach drücken und an-quetschen. Dadurch wird die Zell-struktur zerstört und die Verrottung gefördert. Mit der Quetschwalze soll das Feld also nicht für die spätere Einarbeitung des Pflanzenmaterials in den Boden vorbereitet werden, sondern das Material als Mulchschicht auf der Bodenoberfläche verbleiben. Dies schützt den Boden vor Erosion, unterdrückt Unkraut und hält die Bodenfeuchte zurück. Quetschwalzen sind somit beim Direktsaatverfahren geeignet, wo eine Gründüngung mechanisch gestoppt werden kann. [IMG 4]