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Die Unesco würdigt den Bettlachstock

Dank seinen alten und vielfältigen Buchenwäldern gilt der Bettlachstock als Naturjuwel. Jetzt wurde er von der Unesco als Weltnaturerbe ausgezeichnet.

Mit seinen alten, vielfältigen Buchenwäldern gilt der Bettlachstock als Naturjuwel mit Seltenheitswert. Von der Unesco wurde er als neues Weltnaturerbe anerkannt und bekommt so eine weltweite Bedeutung. Bei allen Beteiligten ist die Freude riesig. Es wurde während Jahren eine grosse Arbeit geleistet, die nun die verdiente Anerkennung bekommt.

Ein Naturschatz

Der Blick vom Obergrenchenberg auf den Bettlachstock war am Medienanlass genial, trotz einiger dunkler Wolken. Mit seinen zum Teil 200-jährigen Buchen wurde der «Bettlestock» wie er in der Region genannt wird, im Januar 2020 beim Unesco-Welterbezentrum in Paris zur Nomination angemeldet. Dies unter «Alte Buchenwälder Europas». Über die Eintragung der Solothurner Bewerbung sowie die Eingaben anderer nominierten Waldgebiete in ganz Europa entschied das Unesco-Welterbekomitee. «Es wurde eine grossartige Vorarbeit geleistet mit viel Engagement für die Biodiversität», stellte Simone Remund vom Bundesamt für Umwelt BAFU, Sektion Landschaftspolitik, fest.

Ein gutes Instrument

Ebenfalls neu aufgenommen wurden die alten Buchenwälder im Valle di Lodano im Kanton Tessin. Mit der Bezeichnung «Alte Buchenwälder Europas» führt die Unesco räumlich getrennte Buchenwaldgebiete in sechzehn Ländern als Weltnaturerbe. Ein gutes Instrument für die fruchtbare, bereichernde, internationale Zusammenarbeit zum Schutz der alten Bäume sei dies, sagte Simone Remund. Roland Fürst, Solothurner-Regierungsrat, konnte aufzeigen, wie das Waldgebiet an der Jura-Südflanke über die letzten Jahrzehnte ohne wesentliche menschliche Eingriffe als Naturschatz heranwuchs.

Seit 1977 gilt der Bettlachstock national als bedeutsam und schützenswert, er fand als Teil der Weissensteinkette Eingang ins Bundesinventar der Landschaften und Naturdenkmäler von nationaler Bedeutung (BLN).

Flora und Fauna

Zwei flankierende Bäche haben über Erosion in Jahrtausenden einen «Inselberg» geformt, darauf entstanden naturnahe Lebensräume mit einer artenreichen Flora und Fauna. Durch zielgerichtet Planung wuchs über Jahrzehnte ein grosses Naturreservat im Besitz des Kantons Solothurn heran. In der Kernzone des Bettlachstocks mit der Fläche von 195 Hektaren ist seit 36 Jahren ein dauerhafter, kompletter Nutzungsverzicht. Sie ist von einer Schutzpufferzone umgeben. Eine grosszügige Pufferzone zum Landschaftsschutz und zur nachhaltigen Nutzung (1004 ha) schliesst an. Das ist ein Gebiet aus Naturwaldreservats, extensiv genutzte Wiesen und Sömmerungsweiden sowie extensiv genutzte Dauerwälder. Durch die Bewirtschaftung der Alpweiden gibt es eine Artenvielfalt, die der Wald alleine nicht hätte. Regierungsrätin Brigit Wyss, Vorsteherin Volkswirtschaftsdepartement, sagte, dass der freudige Anlass den Kanton sowie die beteiligten Standortgemeinden und Waldeigentümer ermutigen werde, neue Ideen zur Sensibilisierung der Bevölkerung und die Umweltbildung rund um den Bettlachstock auszuarbeiten.

In den Adelsstand

Sanfter Tourismus, ein Besucherzentrum, eine eigene Webseite und geführte Wanderungen könnten den Bettlachstocks als «Leuchtturm der Nachhaltigkeit» prägen. Ein Blick in die Vergangenheit machte Thomas Leimer, Bürgergemeindepräsident Bettlach. Er erinnerte daran, dass die Buchen am Bettlachstock eigentlich Osteuropäer sind, aber dass sie nun auf der Sonnen- und Südseite stehen. Der Bettlachstock wurde durch den nationalen Schutz in den Adelsstand erhoben. Durch die Anerkennung als Weltnaturerbe wurde er gekrönt, darin waren sich alle Beteiligten einig.

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