Während 32 Jahren betrieb Andreas Hüberli in Cazis einen Landwirtschaftsbetrieb und baute ein Lohnunternehmen auf. Vor rund einem Jahr wurde er krank, Herzprobleme plagten ihn. Die Ärzte teilten ihm mit, dass er seine Landwirtschaft und das Lohnunternehmen aufgeben müsse und seine Lebenszeit vielleicht auch sehr begrenzt sein werde. Mit Hilfe von Nachbarn, Kollegen und Betriebshelfern wurde der Betrieb über die Runden gebracht. Doch die Hoffnung, dass sich die Ärzte geirrt hätten, zerbrach und Andreas Hüberli musste einsehen, dass er seinen Betrieb und das Lohnunternehmen endgültig aufgeben muss.
Für das Vieh war gesorgt
Für den Betrieb fand er einen Nachfolger, der die gesamte Viehhabe übernahm. Eigene Maschinen hatte er bereits und so entschied Andreas Hüberli, seinen ansehnlichen Maschinenpark an einer Versteigerung zu veräussern. Da es auf dem Betrieb zu wenig Platz hatte, um die Auktion durchzuführen, wandte er sich an Christian Parli, Geschäftsleiter der Bündner Arena, und nahm Kontakt mit dem Gantrufer Bruno Furrer auf. Der Anlass wurde organisiert und publiziert.

1000 Besucher bieten mit
Cazis, 12. November 2022, 11 Uhr: Für Andreas Hüberli ist es ein ganz spezieller Tag in seinem Leben. Die Maschinen und Geräte stehen auf dem Gelände bei der Bündner Arena. Sie sind herausgeputzt, angeschrieben, alles ist bestens vorbereitet für die Gant.
Rund 1000 Personen streben der Arena zu. Gantrufer Bruno Furrer beginnt mit kleinen Geräten, stellt sie vor, nennt einen Preis, und los geht es. Er schaut ins Publikum. Ein Nicken, eine Hand, die sich leicht nach oben bewegt, Arme, die winken, um wirklich gesehen zu werden, und der Preis steigt. Dieser Teil der Gant ist, um «warm zu laufen».

Nach der Mittagspause werden die Anbaugeräte, Anhänger und Traktoren versteigert. Das Interesse ist gross. Es wird geboten, genickt, gewunken, bis der Auktionator keine weiteren Angebote sehen kann. Dann «zum Ersten, zum Zweiten und, und, und zum Dritten», und der zuletzt Bietende erhält den Zuschlag. Alle ausgestellten Geräte und Maschinen werden verkauft. Selbst die Feldspritze, welche zuerst niemand wollte, findet einen Käufer.
Den Schlusspunkt gesetzt
Andreas Hüberli ist am Ende des Tages froh, dass auch die älteren Anbaugeräte oder die Kleinballenpresse einen Käufer gefunden haben. 2019 und 2020 kaufte Hüberli noch Maschinen und einen Viehanhänger, denn er war voll im Berufsleben, der Betrieb florierte.
«Dass ich plötzlich aufhören müsste, mich von meinen Maschinen trennen muss, die mir viel bedeuteten, mit denen ich so viele Arbeiten erledigt hatte, hätte ich mir nie träumen lassen.»
Andreas Hüberli, Landwirt aus Cazis
Es sei ein langer, intensiver Weg gewesen, bis er den Entschluss fassen konnte, alles zu verkaufen.

Doch dann sei der 12. November das Ziel gewesen – ein Tag, eine Auktion, viel Publikum, ein gesellschaftlicher Anlass, alles verkaufen und dann fertig. «Über alles gesehen, haben die Preise etwa meinen Hoffnungen und den Erwartungen entsprochen», sagt Hüberli einen Tag nach der Auktion.

