Zum Entdecken anregen

Sibylle Roth ist gerne Gastgeberin. Sie leitet das Weiterbildungsangebot Ernährung, Hauswirtschaft und Bäuerin am Bildungs- und Beratungszentrum Arenenberg.

«Es ist mir wichtig, dass sich die Teilnehmerinnen nach dem Lehrgang ‹fit› fühlen für die Mitarbeit auf den Betrieben und sich als gleichberechtigte Partnerinnen betrachten», umschreibt Sibylle Roth das Ziel des Weiterbildungsangebotes Ernährung, Hauswirtschaft, Bäuerin (WEHB).

Der 
Anteil an Bäuerinnen unter 
den Teilnehmerinnen ist unterschiedlich hoch: «Der Trend geht wieder vermehrt hin zum landwirtschaftlichen Hintergrund. Diesmal sind zahlenmässig mehr Bäuerinnen oder Partnerinnen von Landwirten unter den Teilnehmerinnen als im vorderen Kurs.» Das Bildungsangebot werde geschätzt, weil es sowohl Kenntnisse für die Führung eines sogenannten Durchschnittshaushaltes vermittelt, aber auch bereits vorhandenes Wissen erweitert und vertieft.


Bewusstsein schaffen


Als einen wichtigen Aspekt bezeichnet Sybille Roth, dass im Rahmen der Weiterbildung für die Wertschöpfungskette von Lebensmitteln sensibilisiert wird. Es wird aufgezeigt, woher die 
Erzeugnisse stammen, in welchen Kalenderwochen für einheimische Früchte und Gemüse Saison ist.

«Ich empfinde die Jahreszeiten als ein Geschenk, denn letztlich hängt alles mit dem Kreislauf der Natur zusammen. Auch hierfür soll die Weiterbildung ein Bewusstsein schaffen.»

Als besonders wertvoll bezeichnet sie die Lehrkräfte, ein Team engagierter Frauen und Männer, die den Unterrichtsstoff «mit dem gewissen Etwas», mit Herzblut, Individualität und Engagement vermitteln.


Sibylle Roth erhält immer wieder Rückmeldungen ehemaliger Teilnehmerinnen, anhand derer sie feststelle, dass diese persönliche Zufriedenheit und Mehrwert in der WEHB erfuhren. So gebe es immer wieder Rückfragen, z. B. nach Rezepten oder Haushaltstipps.

Partner ist Landwirt


Die Leiterin WEHB wuchs in Kradolf TG in einem nichtbäuerlichen Elternhaus auf. Ihr Onkel führte einen Landwirtschaftsbetrieb, auf dem sie während ihrer Schulferien bei der Mais- und Obsternte mithalf.

Heute lebt 
sie mit ihrem Partner, der in Mettendorf TG einen Landwirtschaftsbetrieb führt, zusammen. Ihr Ausbildungsweg führte Sibylle Roth zunächst an das Arbeits- und Hauswirtschaftslehrerinnenseminar in Gossau SG. Danach erteilte sie fünf Jahre Hauswirtschaft an der Oberstufe und erwarb gleichzeitig den Abschluss als Ausbilderin FA.


Breites Netzwerk


«Es war mir bald klar, dass ich in der Erwachsenenbildung tätig sein möchte. Anleiten und anregen zum Entdecken der eigenen Fähigkeiten und Möglichkeiten, das ist es, was ich als das besonders Motivierende an der Erwachsenenbildung empfinde.»

Sie erinnert sich an ihren Einstieg mit dem Erteilen von Kursen am BBZ Arenenberg im 2007. Im August 2008 wechselte Sybille Roth zu 100% an den 
Arenenberg, erteilte Kurse und übernahm planerische und organisatorische Aufgaben. Seit 2010 trägt sie die Verantwortung für den Bereich WEHB und das Kurswesen.


Sibylle Roth arbeitet zudem in der Kommission «Frauen in der Landwirtschaft» des Verbands Thurgauer Landwirtschaft und im gesamtschweizerischen Vorstand der landwirtschaftlichen Bildungskonferenz Bäuerin mit. Sie schätze dieses breite Netzwerk sehr, zu dem auch gute Kontakte zum Thurgauer Landfrauenverband zählen.


Im Musikverein


Sibylle Roth ist selbst gerne Gastgeberin. Und neue Kochrezepte zu testen begeistert sie und ist gleichzeitig Teil ihrer Arbeit. «Es ist mir ein Anliegen, dass in der WEHB der Thematik Lebensmittelverschwendung Platz eingeräumt wird. Respektive, dass Rezepte auf dem Lehrplan stehen, die aufzeigen, welche hervorragenden Speisen aus Resten, oder aus allem, was bereits im Haushalt vorhanden ist, zubereitet werden kann.»


Als Ausgleich zu ihrer Arbeit schätzt Sybille Roth Vereinsaktivitäten. Sie pflegt nach wie vor einen engen Kontakt zu Kradolf und ist in dessen Musikverein engagiert.

«Und die Natur ist mir wichtig. Diesbezüglich habe ich einen privilegierten Arbeitsort. Am Arenenberg erlebe ich den Wechsel der Jahreszeiten bewusst mit, und dies bereits beim Blick aus dem Büro.»


Isabelle Schwander

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