Wenn die Nacht über die Alp Weissgrund fällt, beginnt das Zauberhafte. Elsa, eine alte Kuh mit einem geheimen Talent, hebt gemeinsam mit ihrer Freundin Martine und dem kleinen Einhorn Nemo ab zu einem unglaublichen Abenteuer. Was nun kommt, verlangt Mut, Freundschaft und eine Prise Magie.
Thomas Brückner, von Haus aus Kommunikationsberater aus Basel, hat das Kinderbuch «Elsa und Martine – die Zaubernacht auf der Alp» realisiert. Massgeblich am Werk, indem es um fliegende Kühe, Freundschaften und den Wert der Vorstellungskraft geht, war seine Tochter. Das Bilderbuch mit Illustrationen von Leila Merkhofer ist diesen Frühling im Baeschlin-Verlag erschienen. Wir haben mit dem Autor gesprochen.
Herr Brückner, Ihr Kinderbuch «Elsa und Martine» entstand aus Gutenachtgeschichten mit Ihrer Tochter. Wie hat sich aus diesen Erzählungen ein richtiges Buch entwickelt?
Thomas Brückner: Aus einer anfänglichen Kurzgeschichte über fliegende Kühe in Norddeutschland entstand eine Figurenwelt auf der Alp Weissgrund. Sie wuchs über Jahre hin. Die Abenteuer wurden reicher. Dutzende von Geschichten entwickelten wir im freien Erzählen. Als sich das Erzählen neuen Themen und Büchern zuwandte, entstand der Wunsch, die besten «Elsa und Martine-Geschichten» aufzuschreiben und eine Illustratorin zu finden.
Welche Botschaft wollen Sie Kindern mit Ihrem Buch vermitteln?
Kinder sollen Mut zur Vorstellung haben und Freude am Erfinden und Ausprobieren. Wir leben in einer Welt, wo beides zuweilen wenig Raum hat. Das Buch handelt auch von Freundschaft und Natur, also von Dingen, die Jung und Alt betreffen.
Die beiden Kühe Elsa und Martine verbringen ihren Lebensabend auf der Alp. Was ist Ihr persönlicher Bezug zu Kühen und der Schweizer Alp- und Landwirtschaft?
Kühe sind mir nahe. Auf einem Bauernhof in Nordengland arbeitend, habe ich die Sensibilität dieser ruhigen Tiere entdeckt. Die Schweizer Land- und Alpwirtschaft fasziniert mich privat seit vielen Jahren.
Sie sind eigentlich Kommunikationsberater. In einem Blogbeitrag schreiben Sie, dass es zwischen Kommunikationsberatung und Kinderbuchschreiben mehr Gemeinsamkeiten gibt, als man zuerst denkt. Welche sind das?
In der Kommunikationsberatung begleite ich bei der Kommunikationsagentur «int/ext Communications AG» Prozesse, bei denen emotional aufgeladene Nutz- und Schutzinteressen aufeinanderprallen. Im Kinderbuch geht es um die Verhandlung von Lebenswelten der Menschen im Tal und der Zaubertiere in der Bergwelt. In Beratung und Erzählung braucht es gute Ideen und Einfühlvermögen.
Sie beschreiben den langen Atem als wichtige Voraussetzung – sowohl beim Schreiben als auch in der Beratung. Gab es während der Arbeit am Buch Momente, in denen Sie ans Aufgeben dachten?
Nein. Ich habe immer an die Geschichte und das Projekt geglaubt. Aber ich habe mich manchmal gefragt, warum das eine oder andere so lange zum Gedeihen braucht. Umso schöner ist es, wenn das Buch dann erscheint.
«Am Anfang war das Bild», schreiben Sie über die Entstehung des Buchs. Wie hat sich hier die Zusammenarbeit gestaltet?
Mit der Illustratorin stand am Anfang ein Storyboard, aber die Skizzen und späteren Reinzeichnungen waren für den Text massgeblich. Als diese Bilder da waren, stellte sich die Frage, wie sich Text zum Bild verhält, ganz fundamental. Der Text passte sich an. Unsere Zusammenarbeit war iterativ und sehr erspriesslich.
Das Buch
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Eigentlich könnten die alten Kühe Elsa und Martine auf der Alp einen geruhsamen Lebensabend verbringen. Wären da nicht die blauen Flügel, die Elsa wachsen, wenn sie die Augen schliesst. Das führt zu manch abenteuerlichem Flug mit ihrer Freundin Martine auf dem Rücken. Als der Direktor des Zauberzirkus die Kühe zum Auftritt auffordert, ist die Nervosität gross. Die wilden Zomen des Zauberzirkus sollte man nicht enttäuschen. Können die Freundinnen überzeugen? Und was denken eigentlich die Menschen im Tal?
Elsa & Martine – die Zaubernacht auf der Alp, Autor Thomas Brückner, Illustrationen Leila Merkhofer, Baeschlin Verlag, 32 Seiten, ISBN 978-3-03893-125-6.
