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Warum es sich lohnt, sich mit Nachhaltigkeit zu beschäftigen

Wie nachhaltig ein Betrieb ist, kann durch eine Nachhaltigkeitsanalyse gemessen werden. Im Rahmen einer Beratung kann das helfen, die Lebensumstände auf einem Betrieb zu verbessern, ihn rentabler und ökologischer zu machen. Doch das braucht Zeit – warum es sich trotzdem lohnen kann.

Das Wort Nachhaltigkeit wird heute sehr oft und in den unterschiedlichsten Zusammenhängen gebraucht. Unter dem eher abstrakten Begriff können sich wohl viele nichts Konkretes vorstellen, was das Thema für Landwirt(innen) oder Konsument(innen) weniger greifbar macht. Das führt vielleicht dazu, dass man sich damit nicht beschäftigt und es als Modewort abtut. Das wird aber dem eigentlich wichtigen Thema nicht gerecht. Hier deshalb der Versuch, dem Wort etwas Leben einzuhauchen.

Die drei Pfeiler

Nachhaltig sein heisst, Ressourcen zu schützen, was auf drei Pfeilern beruht: Die soziale, wirtschaftliche und ökologische Nachhaltigkeit.

Die soziale Nachhaltigkeit zielt darauf ab, Mitarbeitenden und Betriebsleitenden ein angenehmes Arbeitsumfeld zu bieten und ihre Stärken und Schwächen einzubeziehen. Auch das Verhältnis zu den Nachbarn ist hier wichtig. Wenn sich zum Beispiel die Betriebsleiterin für Agrotourismus interessiert, kann sich der Betrieb darauf konzentrieren und mit einem benachbarten Restaurant oder Landwirtschaftsbetrieb zusammenarbeiten.

Auch wirtschaftlich sollte der Betrieb rentieren, damit er überleben kann. Zum Beispiel: Der Hofladen läuft nicht so richtig, weil er schlecht angebunden ist – vielleicht finden sich andere Möglichkeiten der Direktvermarktung?

Der Betrieb muss die Umwelt schonen, so dass sie für kommende Generationen erhalten bleibt. Zum Beispiel: Auf dem Betrieb gibt es viele Mäuseschäden – es können Steinhaufen errichtet werden, um die natürlichen Feinde zu fördern.

Kommt ökologische Nachhaltigkeit zu kurz?

Wenn das soziale Umfeld nicht stimmt, ist es schwierig, Erfüllung im Leben zu finden. Wenn der Betrieb wirtschaftlich nicht rentiert, fehlt das Geld. Somit wird diesen beiden Pfeilern der Nachhaltigkeit wohl von vielen Menschen automatisch Beachtung geschenkt. Etwas anders sieht es aus, wenn die ökologische Nachhaltigkeit nicht stimmt. Wenn natürliche Ressourcen, zum Beispiel die Fruchtbarkeit des Bodens, zerstört werden, sind die unmittelbaren Konsequenzen weniger hoch als die langfristigen. Diese kommen in 10, 20 oder 100 Jahren. Deshalb ist es wohl auch so schwierig, sich vor Augen zu führen, wie wichtig es ist, diese Ressourcen zu schützen.

Natürlich, auch wer sich keine Gedanken macht über die Strategie, kann zufällig nachhaltig wirtschaften. Doch es empfiehlt sich, trotzdem einmal einen Blick auf die drei Aspekte der Nachhaltigkeit zu werfen. Einfache Fragen wie zum Beispiel folgende können dabei helfen: Welche Arbeiten auf dem Betrieb mache ich gerne, welche weniger? Welcher Betriebszweig rentiert nicht so wirklich? Wie kann ich meine Fruchtfolge verbessern für mehr Bodenfruchtbarkeit? So wird einem vielleicht bewusst, was man schon lange ändern wollte und nie getan hat.

Hohe Arbeitsbelastung auf Betrieben

Klar, die grundlegenden Fragen ersetzen keine Beratung, die zeitintensiv sein kann. Die Arbeitsbelastung auf den Betrieben ist nämlich bereits oft hoch, so ein häufiges Ergebnis der Rise-Analyse, einer Nachhaltigkeitsanalyse der Hochschule für Agrar-, Forst und Lebensmittelwissenschaften (HAFL) für die Beratung. Das überrascht nicht. Kein Wunder, bleibt auf vielen Betrieben keine Zeit, um sich über Strategien den Kopf zu zerbrechen.

Heute, bei steigenden Produktionskosten, ist es aber umso wichtiger, zu wissen, was der Betrieb ausgibt und seine Stärken und Schwächen zu kennen. Das kann helfen, eine geeignete Strategie zu entwickeln, so dass der Betrieb eben nicht nur knapp überleben kann, sondern so funktioniert, dass es auch den Mitarbeitenden, den Betriebsleitenden, dem Boden und der Umwelt rundherum gut geht und der Betrieb auch rentiert und so gewappnet ist für die Zukunft.

Einzigartigkeit erhalten

Sich Gedanken machen über die Fragen, heisst auch, sich bewusst zu werden, wo man hinsteuern will. Mit dem Betrieb und damit verbunden auch mit dem eigenen Leben oder Lebenswerk, was ja der Betrieb für viele Betriebsleitende ist. Es ist sicher lohnenswert, sich aktiv damit zu beschäftigen, was man will, für sich, die Familie, die Umwelt. Wiederum zeigt sich hier die Verflechtung von Privat- und Arbeitsleben, die auf Landwirtschaftsbetrieben hoch ist. Und dem soll auch Rechnung getragen werden. So bleibt die Einzigartigkeit der Betriebe erhalten; denn für jede(n) Betriebsleiter(in) ist etwas anderes wichtig. So ist jeder Betrieb ein Einzelstück, washoffentlich auch in Zukunft so bleiben wird.

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