«Es ist ein Thema in dieser besonderen Zeit des Abstandhaltens», stellte Barbara Thörnblad Gross bei der Begrüssung der Teilnehmerinnen am Mut-Café in Huttwil fest. Organisiert vom Inforama, fand das Mut-Café bei Familie Walker in Huttwil statt.
Viele Anregungen
Die Paarbeziehung stand am Anlass im Mittelpunkt. Das Ziel war, dass die Frauen mit ganz viel Anregungen und eventuell auch ein wenig neu verliebt in den Alltag gehen. Die Frauen mit einem breiten Altersspektrum leben ganz unterschiedlich lang in ihren Beziehungen, dies reicht von über vierzig, bis unter zehn Jahren. Trotzdem waren aber die Aussagen darüber, «was Liebe ist», bei den Teilnehmerinnen recht einheitlich. An erster Stelle stand ganz klar das Vertrauen. Bei der Diskussion wurde deutlich, dass in einer Paarbeziehung das Vertrauen elementar wichtig ist. «Wie war die Beziehung eurer Eltern? Dies hat uns als Kind geprägt und man nimmt es als Schatztruhe mit», fragte Barbara Thörnblad Gross die Frauen und ermunterte sie dazu, sich darüber auszutauschen. «Meine Eltern nahmen sich immer ihre Paar-Auszeit, dies war damals alles andere als üblich und ich bewundere sie noch heute dafür», wusste eine Teilnehmerin. Auch der respektvolle und zärtliche Umgang waren prägende Erinnerungen.
«Schatz! Wir müssen reden»
Ein paar wichtige Eckpunkte für eine offene Kommunikation in der Partnerschaft gab die Moderatorin ebenfalls. «‹Schatz! Wir müssen reden›, ist ein Killersatz, so wird ein Gespräch kaum erfolgreich», sagte Barbara Thörnblad Gross. Die Voraussetzung ist eine gute Grundstimmung von Vertrauen und Wohlwollen. So ist die Selbstöffnung möglich und das emotionale Mitteilen von Erfahrungen, Eindrücken, Sorgen, Bedürfnissen und Zielen könne geschehen. Die Selbstöffnung bedeutet, sich in seiner Verletzlichkeit und Bedürftigkeit zu zeigen. Mit «So nicht» und «Gerne so» gab es schriftliche Beispiele für die sprechende Person, wie die Kommunikation gelingen kann. Wenn es sich jedoch abzeichnet, dass die Situation aus dem Ruder zu laufen drohe, sei es besser abzubrechen. «In einem Konflikt machen uns nicht die Fakten fertig, sondern die Gefühle die wir damit verbinden», erkannte die Moderatorin. Rund um das Thema des Zusammenlebens gebe es unzählige Ratgeber, viele davon seien aber das Papier nicht wert, auf dem sie gedruckt seien.
«Wir zwei ein Leben lang»
Es gab Bücher über langjährige Paar-Biografien, oder der knusprige Titel «Wir zwei ein Leben lang». «Mit seinen Schriften ist Guy Bodenmann am Boden geblieben», sagte die Moderatorin. Sie gab den Frauen «Die elf goldenen Regeln des Zusammenlebens», nach Guy Bodenmann und Caroline Fux, mit auf den Weg. In der alltäglichen Realität gebe es auch Situationen, in denen es besser sei, eine Paarbeziehung zu beenden. Die Frauen waren sich einig, dass Stress ein grosses Thema in der Beziehung sei. Wichtig sei es darum für die Paarbeziehung häufig über positive Erfahrungen zu sprechen. Es hätte noch viel Gesprächsstoff gehabt, genau nach dem Leitsatz der das Mut-Café prägt: «Der Ort an dem ich nichts muss und vieles kann».
Die themenorientierten Anlässe Mut-Café im Mittelland, Berner Oberland, Emmental und Oberaargau werden auch 2022 durchgeführt: www.inforama.ch

