Im Alltag auf dem Betrieb und in der Familie gibt es immer viel zu tun. Nicht nur «richtige» Arbeit, die erledigt werden muss, sondern auch Führungsarbeit: Begleitung und Erziehung der Kinder, Ausbildung von Lernenden, Führung von familieneigenen und familienfremden Mitarbeitenden. Da ist es gut, wenn Betriebsleiterinnen und Betriebsleiter von einem gesunden Selbstvertrauen geprägt sind und dieses in die Begleitung und Führung von anderen Menschen einfliesst.
Ein positives Menschenbild
Das Menschenbild, das jeder Mensch in sich trägt, bildet die Leitlinien für das Denken, Fühlen und Verhalten. Es ist also wesentlich daran beteiligt, wie wir mit anderen Menschen und uns selbst umgehen. Aber auch daran, welche Fähigkeiten wir uns selber und anderen Menschen zugestehen, was wir erwarten, erhoffen oder befürchten. Zum Menschenbild gehört die Meinung über die eigene Person, über andere Menschen und die Zukunft.
Solche Grundhaltungen werden im Laufe des Lebens gelernt und gefestigt, sind aber keine Tatsachen, die niemals verändert werden können. Es geht um Tendenzen in die eine oder andere Richtung. Zum Beispiel:
- Soziale Verbundenheit oder Feindseligkeit anderen gegenüber
- Vertrauen oder Misstrauen gegenüber Menschen
- Empfinden von Gleich-wertigkeit oder Gefühl der Unter- oder Überlegenheit
Ich muss mal mit mir reden
Das Zitat «Wie soll ich wissen, was ich denke, bevor ich höre, was ich sage?» ist eine gute Erklärung dafür, wie das Gespräch mit sich selbst funktioniert. Die innere Stimme beeinflusst nämlich das Selbstwertgefühl – positiv wie auch negativ. Es ist also mehr als in Ordnung, den Dialog mit sich selber nicht nur in Gedanken zu führen, sondern tatsächlich positive Selbstgespräche zu führen. Das verstärkt die Wirkung der Botschaften.
Da Erwachsene eher dazu neigen, problemorientiert zu denken, braucht es etwas Übung, den Blick vor allem auf das zu richten, was gut gelungen ist, erledigt oder erreicht wurde, statt darauf, was noch nicht fertig oder noch nicht perfekt ist.
Für Betriebsleiterinnen und Betriebsleiter, die selbstständig ein Unternehmen führen, ist der innere Dialog besonders relevant, weil keine Rückmeldungen und Wertschätzung von Vorgesetzten zu erwarten sind. Im Gespräch mit sich selber, kann aber die eigene Leistung wertgeschätzt werden. Und ist man mit sich selber gut unterwegs, fällt es auch leichter, anderen Menschen wertschätzend zu begegnen.
Unfair gegenüber sich selbst
Gesunde und sachliche Selbstkritik ist ab und zu notwendig, um bei sich zu bleiben und die Fehler nicht nur bei den Umständen, der Situation oder anderen Menschen zu suchen. Aber: Unangemessene Selbstkritik ist unfair sich selbst gegenüber, denn sie blendet das Positive aus. Sie verdrängt das Positive sogar, bis es ganz vergessen geht.
Deshalb ist es völlig ausreichend, wenn der innere Kritiker pro Tag maximal zehn Minuten Sendezeit erhält. Frauen neigen übrigens häufiger dazu, sehr streng mit sich selber zu sein und sich damit im Weg zu stehen. Aber auch das ist nichts, was nicht verbessert werden könnte.
Mut tut gut!
Bei den Wörtern Ermutigung und Entmutigung sind nur zwei Buchstaben anders. Ihre Bedeutung und Auswirkung unterscheiden sich aber wie Tag und Nacht: Ermutigung ist die Haltung, in der man an jemanden glaubt, auch an sich selbst, man also ein gesundes Selbstvertrauen hat.
Entmutigung bedeutet das Gegenteil. Wer sich selber wenig zutraut, wird es deshalb schwer haben, den Lernenden oder den eigenen Kindern glaubwürdig gute Leistungen zuzutrauen. Hat man den eigenen Kreislauf der Ermutigung aber einmal in Schwung gebracht, wird sich vieles positiver entwickeln - bei sich selber und bei anderen. Natürlich ist der Kreislauf weder ein Selbstläufer noch ein Wundermacher. Aber: Mut tut gut!
Sich selbst wertschätzen
Der Kreislauf der Ermutigung beginnt mit dem positiven Selbstgespräch und führt zum Schluss: «das traue ich mir zu» oder «das kann ich» oder «ich probiere das und falls ich irgendwo anstehe, hole ich mir Unterstützung». Dann wird die Aufgabe angepackt, man organisiert und engagiert sich echt und ehrlich dafür.
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Meistens stellt sich der Erfolg dann ein. Das macht Mut, stärkt das Selbstvertrauen und im Gespräch mit sich selber bekommt Wertschätzung für sich selber viel Platz. Nicht alles wird gelingen, aber auch Teilerfolge sind wertvoll.
Dann heisst es: Erst mal hinschauen wie viel gelungen ist. Erst danach analysieren, woran der Rest gescheitert ist und Ideen sammeln, wie es weiter gehen kann. Nicht selten scheitert man ja auch nur daran, dass man sich die Messlatte – einmal mehr – gleich auf Weltrekordhöhe angesetzt hatte.

