Andrea Hochuli führte zum ersten Mal als Präsidentin durch die Delegiertenversammlung des Aargauischen Landfrauenverbands (ALFV). Etwas lädiert von einem Reitunfall, betonte sie die gute Seite dieser Situation: Alle ihre Mitmenschen hätten helfen wollen. «Genau das ist es: Allein sind wir ein Ton, zusammen ein Lied», wählte sie zum Motto der Versammlung.
150 Helferinnen gesucht
Viele Kurse, Weiterbildungen und gesellschaftliche Anlässe fanden im vergangenen Jahr statt, und auch 2023 ist wieder reich befrachtet, allem voran mit der grossen Aargauer Landwirtschaftsausstellung diesen Sommer. Dies wird natürlich nicht ohne Landfrauen gehen – der ALFV ist aufgefordert, aufgrund seiner Grösse 150 Helferinnen zu stellen.
Der Haushaltservice der Aargauer Landfrauen wird per 1. Juli in die Eigenständigkeit entlassen. Die Umwandlung in eine AG war schon lange geplant, musste aber coronabedingt zweimal verschoben werden. Den Haushaltservice gibt es seit 13 Jahren, und er ist sehr gefragt. Die rund 100 Mitarbeiterinnen sind mit der Betreuung von aktuell 350 Kundinnen und Kunden voll ausgelastet, neue Hilfesuchende kommen auf eine Warteliste.
Mitgliederzahlen sinken
Der ALFV ist mit seinen über 6000 Mitgliedern ein stolzer Verein. Doch die Mitgliederzahlen sinken jährlich, im vergangenen Jahr um 361, das wirkt sich auch auf die Rechnung aus. So brachten im Jahr 2022 die Mitgliederbeiträge 6000 Franken weniger als budgetiert und 4800 Franken weniger in die Kasse als im Vorjahr. Sicher habe die Coronapause vielen den Schwung genommen, begründete Andrea Hochuli.
Der ALFV zieht pro Mitglied einen Jahresbeitrag von 13,50 Franken ein, davon gehen 10 Franken an den Schweizerischen Bäuerinnen- und Landfrauenverband (SBLV), «unser Dach- und Berufsverband, der sehr viel für uns leistet», erinnerte Andrea Hochuli. Jeanette Zürcher-Egloff vom SBLV ging in die Details und erläuterte, wie sich der grosse und gut vernetzte Verband für die Bäuerinnen und Frauen vom Land einsetzt, von Hauswirtschaft über Sozialvorsorge bis zur Ausbildung.
Rechnung mit Verlust
Die Rechnung 2022 des ALFV schloss mit einem Verlust von 11'000 Franken. Das Budget 2023 sieht erneut ein Defizit von rund 13'000 Franken vor, was der Verband mit einem komfortablen Eigenkapital von fast 249'000 Franken bewusst in Kauf nimmt.
Die Landfrauen-Agenda, die von Aargauer Landfrauen gestaltet wird, ist gefragt und erschien darum 2023 in einer höheren Auflage. Die Frauen arbeiten bereits wieder an den Beiträgen für die nächste Ausgabe. Neu im Autorinnen-Team ist Lotti Baumann.
Personelle Änderungen
Schweren Herzens und mit einem gut gefüllten Rucksack verabschiedeten die Landfrauen Yvonne Heggli, Aktuarin seit 1996.

Das Amt bleibt in der Familie: Tochter Ilona Heggli steigt ein. Ebenfalls aus dem Kantonalvorstand zurückgetreten sind Vlora Sticher, Ursula Brunner und Esther Fricker. Neu gewählt wurden Edith Nietlisbach für den Bezirk Muri, Vreni Kaspar für den Bezirk Kulm und Giuanna Häuptli für den Bezirk Aarau. Die übrigen Vorstandsfrauen mit der Präsidentin Andrea Hochuli wurden wiedergewählt. In der Bildungskommission folgt Lea Fischer auf Yvonne Pfister. Die bisherige Ersatz-Revisorin Martina Jamsä wird neue Revisorin für die zurücktretende Alice Heubacher.

Andrea Hochuli gratulierte zwölf Aargauerinnen, die im vergangenen Jahr die Berufsprüfung Bäuerin geschafft haben, darunter Caroline Hartmann mit der nationalen Bestnote 5,8.
Die Präsidentin schloss die Versammlung mit einem Plädoyer für ihren Verband mit seinen vielseitigen und aufgeschlossenen Frauen: «Seid stolz darauf, Landfrauen zu sein.»

