Monika Lussi betreibt ihren vielseitigen Betrieb «mit huifä Leydäschaft»

Die Präsidentin des Nidwaldner Bäuerinnenverbandes, Monika Lussi, bringt vieles unter einen Hut. Von Lohnschlachtungen über den Hofladen bis hin zur Hofgastronomie. Das Aufgabengebiet der jungen Mutter ist enorm.

Auf dem Hof «Rochushostatt» findet man unter anderem einen Hofladen mit eigenen und regionalen Produkten, daneben steht die hofeigene Metzgerei, die Lohnschlachtungen anbietet. Auch ein Milchautomat sowie ein einladender Eventraum mit Gastronomieküche befinden sich auf dem Betrieb. Ein Grossteil wird organisiert und koordiniert von der toughen Landwirtin Monika Lussi, die so ganz nebenbei noch das Präsidium des Nidwaldner Bäuerinnenverbandes ausübt.

«Auf dem Betrieb bin ich eigentlich überall tätig. Ich kümmere mich um die betriebliche Büroarbeit, bin Ansprechperson für die Events, organisiere die Lohnschlachtungen und die dazu gehörigen Abrechnungen, dann ist da noch der Hofladen. Von den Kindern und dem Haushalt ganz zu schweigen», erzählt sie lachend.

Liebe gefunden

Das Betriebsleiterpaar Monika und Michael Lussi hat sich während der Ausbildung zum Landwirt(in) EFZ im Jahr 2013 kennen und lieben gelernt. Für Monika Lussi war es bereits die zweite Ausbildung. Zuvor hatte sie die KV-Lehre abgeschlossen. Nach der Heirat des Paares 2017 folgte 2018 die Geburt ihres Sohnes Robin. Noch während der Schwangerschaft schloss Monika den Fachausweis Finanz– und Rechnungswesen ab. Eine Doppelbelastung, die wohl nicht jede junge Frau so einfach gemeistert hätte. 2019 übernahmen Monika Lussi und ihr Mann dessen elterlichen Hof. Der Betrieb hat eine Grösse von knapp 14 ha und beherbergt 25 Milchkühe, Jungvieh, 86 Mastschweine und 17 Legehennen. Den Sommer verbringt die gesamte Familie auf der gepachteten Alp für 50 Normalstösse. Seit der Übernahme arbeitet Monika Lussi Vollzeit auf dem Betrieb.

Kurz nach der Hofübernahme hielt die Pandemie Einzug. Der Direktverkauf lief, wie auf vielen Bauernhöfen zu jener Zeit, sehr gut. Dass das Tier direkt auf dem Hof geschlachtet und verarbeitet wird, hat Seltenheitswert. Doch scheinbar war genau das gefragt. «Wir haben einige Stammkunden, die ihr Fleisch nur noch bei uns beziehen möchten. Wir merken, die Konsument(innen) möchten wissen, woher das Fleisch kommt. Oft wird davon ausgegangen, wenn man Fleisch direkt auf dem Hof kauft, dass auch alles von diesem Betrieb stammt. Natürlich ist so ein Einkauf auch eine finanzielle Frage. Mir ist klar, dass sich das nicht jeder leisten kann. Umso wichtiger ist daher ein offener und klarer Austausch mit der Kundschaft. Ich deklariere jeweils, von welchem Produzenten wir unser Fleisch beziehen.» Doch nicht nur der Bezug von Fleisch, sondern auch das Schlachten auf dem Hof ist gefragt. So konnte die junge Familie für die Lohnschlachtungen einen flexiblen Metzger einstellen, der im Stundenlohn und je nach Saison für sie arbeitet.

Dank der grossen Nachfrage kam es, dass Familie Lussi im Dezember 2020 den Hofladen vergrösserte und das Sortiment ausbaute. Die Hofgastronomie jedoch stand während dieser Zeit vielfach leer. Doch das kam der jungen Familie entgegen, denn sie konnten im Jahr 2020 ihre Tochter Ronja in die Arme schliessen. «Die Kinder sind stets an unserer Seite, sie kennen alle Abläufe. Grundsätzlich machen sie immer gut mit. Der Grosse ist bereits eine wirkliche Hilfe.»

Belastbare Bäuerin

Auch wenn es um die Hofgastronomie im Moment etwas stiller ist, die emsige Betriebsleiterin leistet enorm viel. Auf die Frage, wie sie alles meistere und ob sie sich auch mal eine Auszeit gönne, antwortet sie: «Ich bin sehr belastbar, das hilft. Zudem bin ich jemand, der sehr gerne organisiert. Viel habe ich von meinen Eltern mitbekommen, wir hatten bereits zu Hause unsere Aufgaben zu erledigen.» Speziell ihr Vater habe ihr immer viel zugetraut, verrät Lussi. «Klar hat sich noch nicht alles so eingependelt, wie man es sich vorstellt, aber wir sind auf einem guten Weg.» Wichtig sei es, richtig einzuteilen und Prioritäten zu setzen. Man müsse in die Aufgaben reinwachsen. «Alles rund um den Hof ist einfach unser Ding», erzählt die junge Mutter. Bereits vor der Hofübernahme sei das Paar nie in die Ferien gefahren.Wenn sie an einem freien Sonntag einen Ausflug mit den Kindern machen, können sie ihre Familienzeit so richtig geniessen.

Wertvolle Zusammenarbeit

Ganz ohne Hilfe würde es die Bäuerin aber dann doch nicht schaffen. So sind die Schwiegereltern, die auch auf dem Hof wohnen, stets involviert. Die Eltern von Michael Lussi arbeiten beide 100 Prozent auf dem Betrieb mit. Die gute Zusammenarbeit mit ihrer Schwiegermutter ist für Monika Lussi ein grosses Glück. Die Grossmutter kümmert sich oft um die zwei Kinder, hilft ihr im Hofladen, in der Hofgastronomie und bei der Gartenarbeit. «Gerne würde ich meine Schwiegermutter kopieren, damit ich zwei Exemplare hätte. Das würde vieles vereinfachen. Sie weiss und kann alles und hat in jeder Situation die besten Ratschläge», ein wunderbares, wohl eher seltenes Kompliment einer dankbaren Schwiegertochter. Die Schwiegereltern sind auch auf der Alp dabei. «Wenn wir z Alp sind, kann ich die Kinder auch mal oben lassen, um im Hofladen nach dem Rechten zu schauen.»

Für alle, die gerne einen weitere Betriebszweige eröffnen möchten, hat Monika Lussi folgenden Tipp: «Rückmeldungen, vor allem Kritik, muss man stets zur Kenntnis nehmen und das Beste daraus machen. Es sollte aber nie zu persönlich genommen werden, denn es ist nur eine Meinung von vielen.» Wichtig sei, dass man an sich und seine Arbeit glaube. Dazu brauche es die nötige Selbstsicherheit. Und wenn man Gästen oder Besuchern über den Weg laufe, sei es wichtig, immer offen auf sie zuzugehen. «Da kann man sich nicht einfach verstecken – man muss präsent sein.»

Weitere Informationen: www.rochushostatt.ch

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