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Landwirtin Patricia Krummenacher spielt an der Fasnacht die zweite Trompete

Die Landwirtin Patricia Krummenacher ist derzeit mit den Guggichacheler Ettiswil auf Tour. Die 25-jährige Luzernerin ist eine begeisterte Fasnächtlerin.

Patricia Krummenacher hat eine schlaflose Nacht hinter sich. Die junge Frau macht einen ruhigen und bedachten Eindruck – dabei kann sie sehr laut und ausgelassen werden. In diesen Tagen legt sie ganz schön los: Mit dem Urknall am Schmutzigen Donnerstag hat gestern im Kanton Luzern die Fasnachtswoche begonnen, und die 25-jährige Landwirtin ist eine begeisterte Fasnächtlerin.

Sie hat Landwirtin und Bäuerin gelernt

«Es ist wie eine andere Welt, wenn ich das Kostüm angezogen habe und geschminkt bin», sagt sie am Tisch in der gemütlichen Küche des Kottwiler Bauernhauses. An den Wänden kleben Konfetti und Papierschlangen. Sobald der Weihnachtsbaum weg ist, kommt die Fasnachtsdekoration her.

Landwirtin Patricia Krummenacher spielt an der Fasnacht die zweite Trompete
Patricia Krummenacher (Mitte) ist an der Fasnacht mit den Guggichacheler Ettiswil unterwegs.



Patricia Krummenacher hat Landwirtin gelernt und den Bäuerinnenkurs absolviert. Derzeit arbeitet sie in einer Käserei im Verkauf, hilft auf einem Landwirtschaftsbetrieb aus und packt auf dem Hof ihres Lebenspartners an. Das tönt nach einem ausgefüllten Alltag, doch für die Fasnacht bleibt genügend Energie. «Anstrengend? Ich würde eher sagen, intensiv.»

Wobei sie durchgemachte Nächte schon nicht ganz so spurlos wegstecke wie noch vor ein paar Jahren, gibt sie zu. Damals ging sie am Morgen nach dem Ausgang mühelos direkt in den Stall zum Melken. Aber auch heute ist sie mit wenig zufrieden: «Es reicht sogar in der Fasnachtswoche fast jede Nacht für ein Nickerchen.»



Mit den Guggen am Monsterball

Schon seit Anfang Jahr ist Patricia Krummenacher an den Wochen­enden mit den Guggi­chachelern unterwegs an Monsterbällen und Festen. «Es ist etwas vom Coolsten, was ich je gemacht habe», sagt sie über ihren Einsatz als zweite Trompeterin bei der Guggenmusik von Ettiswil. Fast hätte sie sich das entgehen lassen. Zwar ist sie seit ihren Teenagerjahren eine Fasnächtlerin, doch die Verpflichtung bei einer Guggenmusik lockte sie nicht. Dann überredete eine Kollegin sie zu einem Augen­schein bei den Guggichachelern, und es packte sie.

Das erste Jahr war allerdings auch gleich ein Besonderes, das Jubiläumsjahr der Ettiswiler Guggenmusik. Patricia erinnert sich an einen ihrer ersten Auftritte am Monsterkonzert mit den Ehemaligen, «120 Musikerinnen und Musiker auf dem Platz – einmalig!». Als «Hamburger» – so werden Neulinge genannt – hatte sie einige Wochen früher als die anderen mit dem Üben begonnen. Als musikalische Vorkenntnisse brachte sie Erfahrung an der Gitarre mit. Der Umstieg auf die Trompete gelang mühelos, «nach der ersten Fasnacht geht das normalerweise schon ganz gut». Rund ein Dutzend Lieder musste sie auswendig lernen, gespielt wird nämlich ohne Noten.

Sie ist nicht zimperlich

«Die Stimmung in unsere Clique ist einfach toll und du lernst viele neue Leute kennen», schwärmt Patricia Krummenacher. Eine wettermässig richtig «gruusige» Fasnacht habe sie noch nie erlebt, erzählt die Landwirtin. Im Januar war sie an einem Auftritt im Wallis bei zweistelligen Minustemperaturen: «Kalt, aber schön.» Sie ist ja schon von Berufes wegen nicht zimperlich.

Patricias Lebenspartner ist auch Landwirt, er versteht ihre Leidenschaft für die Fasnacht. Zusammen mit einem Kollegen führt er eine Betriebsgemeinschaft, welche schon die Eltern der jungen Männer gegründet hatten. Als diese vor einiger Zeit die Führung übernahmen, waren noch beide in der Guggenmusik. «Das wird bei einem Milchwirtschaftsbetrieb dann schon schwierig», kommentiert Patricia Krummenacher. Und so verabschiedet sich ihr Freund von den Guggen.

Auch die junge Landwirtin wird nicht ewig eine Guggichachelerin sein. Sie erlebt bei Kolleginnen und Kollegen, dass mit zunehmendem Alter oder bei der Familiengründung andere Prioritäten gesetzt werden. Aber ein Leben ganz ohne Fasnacht? Das kann sie sich dann doch nicht vorstellen.

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