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Lässt sich die Klauengesundheit durch eine optimierte Zugabe an Mineral- und Spurenelementen verbessern?

Fachmann Manuel Ender erklärt, wie Klauen aufgebaut sind und wann es welche Mineral- und Spurenelemente braucht, um das Immunsystem zu stärken und für gesunde Klauen zu sorgen.

Seit vielen Jahren sind Klauenerkrankungen beim Schweizer Milchvieh die dritthäufigste Abgangsursache. Besonders im Winter ist die Belastung der Klauen durch Kot und Harn im Stall erhöht. Die Haut im Klauenbereich wird durchlässig und brüchig und dient als ideale Eintrittspforte für infektiöse Bakterien, wie beispielsweise für Erreger der gefürchteten Klauenkrankheit Mortellaro. Neben den tiergerechten Haltungsbedingungen und der funktionellen Klauenpflege ist der Immunstatus der Tiere entscheidend für die Vorbeugung von Klauenkrankheiten.

Schwefel ist ein wichtiger Faktor

Vor allem auf Beton- und Gussasphaltböden ist die oberflächliche Klauenabnutzung gross und eine ständige Neubildung von gesundem Klauenhorn essenziell. Dabei werden sogenannte Keratine (Faserproteine) gebildet, welche die Hornzellen mechanisch belastbar machen. Keratine bestehen zu einem grossen Teil aus der schwefelhaltigen Aminosäure Cystin. Auch für den bakteriellen Aufbau von Biotin und der erstlimitierenden Aminosäure Methionin ist Schwefel notwendig. Der gezielten Schwefelversorgung ist somit bei vermehrten Problemen mit Klauenerkrankungen Rechnung zu tragen. Vor allem maissilagebetonte Rationen verfügen nachweislich über einen zu geringen Schwefelgehalt. Reich an Schwefel sind hingegen Rapsprodukte.

Biotin und Spurenelemente braucht es auch

Einen zentralen Einfluss auf die Hornqualität hat auch das Biotin. Es liefert den sogenannten Zwischenzellkitt, der die Hornzellen zusammenhält. Im sauren Pansen-Milieu wird nachweislich zu wenig Biotin aufgebaut. Biotinergänzungen haben einen positiven Einfluss auf die Klauenqualität, müssen jedoch über einen Zeitraum von mindestens sechs Monaten verabreicht werden. Weiter sind die Spurenelemente Zink, Kupfer und Selen für die Bildung stabiler Klauen wichtig und sind im Grundfutter häufig in zu tiefen Konzentrationen enthalten.

Vorsicht in der Galtzeit

Dass Kühe vor allem im geburtsnahen Zeitraum und in der Startphase an Klauenerkrankungen leiden, ist bekannt. Die Eingliederung in die Herde, hormonelle Umstellung bei der Geburt und der rasch zunehmende Nährstoffbedarf verursachen Stress. Die Fütterung in der Trockenstehzeit hat einen besonderen Einfluss auf die Immunität in der Folgelaktation. Dabei gilt es, gezielt die Versorgungslücken an Mineral- und Spurenelementen zu schliessen. Sind die Kühe während der Galtphase auf der Weide, lässt sich durch die Zugabe eines Langzeit-Bolus die körpereigene Abwehr stärken.

Der Autor

Manuel Ender ist Lehrer und Berater für Tierhaltung arbeitet am Bildungszentrum Wallierhof in Riedholz SO.

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