In der Hitze auf dem Feld: Wie schaue ich am besten zu mir?

Dehydration, Sonnenbrand, Sonnenstich oder Hitzeschlag sind keine lustigen Angelegenheiten. Neben Sonnenschutz und kühlen Rückzugsorten sollten Landwirtinnen und Landwirte in jedem Fall genügend trinken. Idealerweise isotonische Getränke – diese sind ganz einfach selbst herzustellen.

Es ist heiss. Die Sonne blendet. Der Schweiss rinnt über das Gesicht. Bei Hitze weiten sich unsere Blutgefässe und der Körper produziert Schweiss, um sich abzukühlen. Wer nicht auf sich achtet, droht zu dehydrieren und einen Sonnenstich oder im allerschlimmsten Fall sogar einen Hitzschlag zu riskieren. Der gängigste Tipp: Anstrengende Arbeiten in die kühleren Morgen- oder Abendstunden verlegen. Für viele Landwirtinnen und Landwirte ist das aber nur bedingt möglich. Deshalb hier einige Tipps, um einen kühlen Kopf zu bewahren.  

Wasser, Wasser und noch einmal Wasser 

Schwindel, ein brummender Kopf und schwummrige Sicht deuten auf Dehydration hin. An heissen Tagen schwitzen wir enorm und das entzieht dem Körper Flüssigkeit und Elektrolyte, sprich Salze. Was da hilft, ist Trinken. Empfohlen sind 35–40 ml pro Kilo Körpergewicht. Auf 80 Kilogramm sind das über 3 Liter Wasser.  

Oft wäre die schnellste Lösung das Colafläschchen aus dem eiskalten Brunnen. «Erfrischungsgetränke sind entgegen ihrem Namen leider nicht ratsam», sagt Noemi Beuret, Kursleiterin Ernährung des Inforamas. In einer Weiterbildung erklärt sie, wie Landwirtinnen und Landwirte ihren Körper an heissen Tagen richtig abkühlen. Sie rät vom Colafläschchen ab, weil es enorm viel Zucker beinhaltet – eine Flasche Cola entspricht dem täglichen Zuckerbedarf eines Erwachsenen. Bei so viel Zucker auf einmal schiesst der Blutzuckerspiegel in die Höhe und kollabiert danach. 

Noemi Beuret lehnt Zucker aber nicht grundsätzlich ab. Ab zwei Stunden harter körperlicher Arbeit empfiehlt sie neben Wasser und ungesüsstem Tee auch isotonische Getränke. Diese klingen komplizierter, als sie sind. Isotonische Getränke werden ideal vom Körper aufgenommen und enthalten neben Wasser noch wichtige Zusatzstoffe, wie Salze und Zucker. «Sie sind ganz einfach selbst zu machen», sagt Beuret.  

Sirup zählt mit etwas Salz durchaus als isotonisches Getränk. Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt.(Bild: Printemps - Fotolia)

Rezepte für simple isotonische Getränke

Fruchtsaft fürs Feld 

  • 500 ml Fruchtsaft 
  • 500 ml Wasser 
  • Eine kräftige Prise Salz 

Sirup zur Stärkung 

  • 1 Liter Wasser 
  • 4–6 Esslöffel Sirup 
  • Eine kräftige Prise Salz 

Eincremen und den Kopf vor der Sonne schützen

Wenn die Sonne einem den ganzen Tag auf den Kopf scheint, droht ein Sonnenstich. Caps bewahren den Kopf vor übermässig viel Sonne. Idealerweise decken sie noch die Ohren und den Nacken. 

Auch Sonnenbrand ist keine lustige Angelegenheit und erhöht jedes Mal das Risiko auf Hautkrebs. Laut SUVA erkranken in der Schweiz pro Jahr 1000 Personen an Hautkrebs. Das Risiko ist zwischen April und September am höchsten.  

Abhilfe schaffen Produkte mit Lichtschutzfaktor (LSF, im Englischen auch SPF). Je höher dieser ist, desto besser. Also im Idealfall LSF 30 oder 50. Und Landwirtinnen sollten immer wieder nachcremen. Deshalb beim Znüni, Zmittag und Zvieri neben dem Kaffee noch zur Sonnencreme greifen.  

Grundsätzlich hilft es am Abend, in die kühle Wohnung oder das kühle Haus zu können. Nach den kühlen Morgenstunden: Store runter und Fenster zu. Auch Klimaanlagen können helfen – ist der Temperaturunterschied aber zu gross, stresst das den Körper enorm und kann selbst wieder zur Belastung werden. 

Wichtig ist, die Warnsignale des Körpers ernst zu nehmen: Ist nach einem Tag an der Sonne der Nacken steif, wird einem leicht übel oder kommt im schlimmsten Fall noch Fieber dazu, sollte man nicht zögern und eine Ärztin oder einen Arzt aufsuchen – es könnte sich um einen Hitzschlag handeln.