Der Aberglaube mit der Dreizehn geht so weit, dass Hotels oder Krankenhäuser kein Zimmer 13, Hochhäuser keine 13. Etage haben und Fluggesellschaften auf die 13. Sitzreihe verzichten. Besonders viel Aberglaube herrschte im Mittelalter in bäuerlichen Kreisen. Auch heute gibt es gewisse Bräuche oder Gewohnheiten, die auf einem Aberglauben basieren.
Bringt Unglück
Mittwochs und freitags gehe man nie z Bärg, das bringe Unglück. Auch der 22. Juni sei für die Alpauffahrt tabu. Dies erzählte Arnold von Allmen aus Stechelberg BE 2017 BauernZeitungs-Redaktor Peter Fankhauser, als dieser ihn beim Viehauftrieb auf die Alp Sefinen begleitete. «1943 zog man trotzdem an diesem Datum auf die Alp und prompt brannte im Sommer die ganze Alphütte nieder.» Wahrscheinlich habe sich ein Feuerfunke im Kamin eingenistet. Dieser habe sich in der Nacht entfacht und die ganze Alphütte in Brand gesetzt, so von Allmen weiter. Ähnliches kennt man aus Österreich. Dort geht man jedoch dienstags und donnerstags nicht z Alp, weil sonst eine Kuh eingeht.
Vorsichtig sollte man im Umgang mit Leitern sein: Geht man unter einer aufgestellten Leiter durch, fordert man sein Schicksal heraus. Das kommt wahrscheinlich daher, dass im Mittelalter Brücken ins Jenseits von Leitern symbolisiert wurden. Ginge man unter einer durch, würde man sich im Totenfluss befinden und die Reise zur Hölle antreten.
Ein Messer sollte man nie verschenken. Also die Liebsten das Küchen- oder Taschenmesser selber kaufen lassen. Denn schenkt man ein Messer, wird das Freundschaftsband zerschnitten. Die beschenkte Person kann jedoch die Freundschaft retten, indem sie dem Schenkenden ein Geldstück überreicht.
Glück und Segen
Am Karfreitag legt die Familie Hofstetter aus Wildhaus SG jeweils ein paar ihrer Eier zur Seite. Diese sogenannten Karfreitagseier bringen Glück und Segen. Letztes Jahr erzählten Hofstetters der BauernZeitung: «Ein Karfreitagsei im oberen Stock des Hauses wendet ein Blitzschlag in Haus und Stall ab.» Auch zur Behandlung von Fieber und Entzündungen beim Vieh oder bei Kälberdurchfall vertrauen sie den Eiern. Diese werden in der Hand zerdrückt und dem Tier in den Rachen geschoben. «Das ist eine alte Überlieferung unserer Vorfahren», so Hans Hofstetter weiter.
Ein mit der Öffnung nach unten am Haus befestigtes Hufeisen bringt ebenfalls Glück. So kann das Glück zu einem hinunterfliessen. Ausserdem glaubten die Menschen im Mittelalter, dass der Teufel und die bösen Geister nicht unter dem Eisenbogen durchgehen können.
Es braucht schon etwas Glück, um auf der Wiese ein vierblättriges Kleeblatt zu finden. Das ist wahrscheinlich der Grund, weshalb man einem solchen viel Positives zuordnet.

