Seit jeher werden die Landwirtschaftsbetriebe in der Schweiz jeweils von Bauernfamilien bewirtschaftet. Die anfallenden Arbeiten und die Verantwortungen werden oftmals durch die familieneigenen Arbeitskräfte erledigt und getragen. Mit dem zunehmenden Strukturwandel und dem Wandel der Gesellschaft haben sich die Landwirtschaftsbetriebe verändert.
Grössere Betriebe und wenig Ressourcen
Die zu bewirtschaftenden Betriebe sind grösser geworden und die Familienstrukturen der Bauernfamilien haben sich verändert. In den meisten Fällen werden sie von einer Person geführt. Die BetriebsleiterIn hat somit nebst den operativen Arbeiten auch die strategischen Entwicklungsarbeiten vorzunehmen und Verantwortung zu tragen. Manchmal fehlt es ihm oder ihr jedoch an Ressourcen, um alles wahrzunehmen. Und daneben will und soll der Landwirt oder die Landwirtin auch noch Zeit für Erholung zur Verfügung haben. Es kann also gesagt werden, dass breite Schultern erforderlich sind, um all diese Verantwortlichkeiten unter einen Hut bringen zu können.
Überbetriebliche Zusammenarbeit erleichtert
Verschiedene Zusammenarbeitsformen können den Arbeitsalltag der Landwirte und Landwirtinnen erleichtern. Doch welche Möglichkeiten haben sie, ihren Betrieb hinsichtlich Zusammenarbeit zu entwickeln? Und bringt die Zusammenarbeit auch die gewünschten Vorteile und Erfolge?
Mit diesen und vielen weiteren Fragen hat sich auch eine Arbeitsgruppe aus Fachkräften der Agridea, der Hochschule für Agrar-, Forst- und Lebensmittelwissenschaften HAFL, des Ingenieurbüros Ackermann + Wernli sowie von Agriexpert im Auftrag des BLW auseinandergesetzt. Gemeinsam wurde ein Online-Nachschlagewerk unter Agripedia.ch errichtet. Dieses bietet viele Informationen und Hilfestellungen zum Thema Zusammenarbeitsformen in der Landwirtschaft.
Alle tragen zum Gelingen bei
Eine Zusammenarbeit steht und fällt mit den Fähigkeiten jeder einzelnen beteiligten Person. Alle tragen massgebend zum Gelingen und gemeinsamen Erfolg der Zusammenarbeit bei. Durch eine Zusammenarbeit in bestimmten Bereichen können gemeinsame Ressourcen genutzt werden, was sich in tieferen Produktions- und Infrastrukturkosten zeigen kann.
Nebst der Rationalisierung und Professionalisierung von bestimmten Arbeitsbereichen, wirken sich Zusammenarbeiten auch auf die Ressourcen Arbeitseinsatz und Verantwortung aus. So können Arbeitsspitzen einfacher gebrochen werden. Ferien- und Freizeitregelungen sichern auch eine optimale Work-Life-Balance und die Verantwortung muss nicht durch einen einzigen Betriebsleiter getragen werden. Die Arbeitsbelastung kann auf mehreren Schultern abgestützt werden, was den beteiligten Betrieben im besten Fall trotz Wachstum auch mehr Lebensqualität verspricht.
Funktioniert, wenn eine gute Beziehung gepflegt wird
Die Vorteile von Zusammenarbeiten klingen also vielversprechend. Doch ganz ohne Aufwand funktionieren sie nicht. Damit sich alle diese Vorteile auch finanziell und in den Betriebsentwicklungen auswirken können, basiert jede Zusammenarbeit auf einer guten Beziehung unter den beteiligten Personen. Nur wer nebst der vertraglichen Grundlage auch eine optimale Gesprächskultur und eine konstruktive Kommunikation untereinander pflegt, kann an der Zusammenarbeit wachsen und davon profitieren.
Will man von den Vorteilen einer Zusammenarbeit profitieren, so stellt sich die Frage, welche Zusammenarbeitsform sich für seinen eigenen Betrieb dann überhaupt anbietet und sinnvoll ist.
Berater helfen bei der Realisierung
Das Nachschlagewerk Agripedia bietet eine Menge von Hilfestellungen, Praxiserfahrungsberichten und Entscheidungshilfen, die Sie auf dem Weg von der Meinungsbildung bis hin zur Gründung einer Zusammenarbeit unterstützen. Auf der Website sind die Informationen gratis und einfach für alle Interessierten abrufbar. Natürlich gibt es keine Musteranleitung für die perfekte Zusammenarbeitsform. Die Zusammenarbeit ist so individuell wie ihre beteiligten Mitglieder. Darum muss schlussendlich in jedem Einzelfall die Zusammenarbeit auch rechtlich individuell organisiert werden.
Die Website Agripedia verweist auf entsprechende Beratungsstellen in Ihrer Region, die Sie gerne bei der Gründung einer Zusammenarbeit begleiten. Als schweizweit tätige Beratungsfirma begleitet Agriexpert viele Landwirte und Landwirtinnen bei der Gründung von Zusammenarbeiten und steht Ihnen jederzeit gerne beratend zur Seite (Tel.: 056 462 52 71).

