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Der ehemalige Viehzüchter Walti Arnold ist jetzt charmanter Anbügelspezialist

Walter Arnold aus Weggis ist einer der Bauern, die im Winter an Bergbahnen und Skiliften im Einsatz sind. Seine Art kommt an auf der Ibergeregg. Seinen Hof hat er unterdessen verpachtet.

Walter Arnold, der bekannte ehemalige Viehzüchter vom Schlieriberg in Weggis, war schon immer ein zäher und starker Kerl. Kaum einer hat den rund 40 Meter hohen Kletterbaum an den Sennenkilbis in Weggis und Küssnacht so oft bezwungen wie der mutige Bauer. Ja, was der «Schlieri-Walti» anpackt, will er stets zu Ende führen, auch wenn es viel Schweiss kostet. Dies galt auch in beruflicher Hinsicht. So wurde im Winter 1993/ 94 auf dem Schlieriberg – auf 680 m ü. M.– eine neue grosse Scheune erstellt. Die ganze Familie half tatkräftig mit.

TV im Kuhstall

Im Sommer 2002 gastierte das Schweizer Fernsehen im Schlieriberg und filmte für die 250. Sendung «Weekend-Music» im Kuhstall. Unter den 100 Gästen von Mona Vetsch und Dani Beck waren auch die Spitzenbands Gotthard, Mash und Florian Ast eingeladen. Die Gastgeberfamilie Arnold servierte der illustren Gesellschaft feine Grilladen und Kartoffelsalat und erinnert sich noch heute gerne an diesen speziellen Abend.

Charme am Skilift

Früher arbeitete Walter Arnold nebenberuflich als Holzer und Bauarbeiter. Später war er 16 Winter lang als Skiliftangestellter auf der Rigi tätig. Als er vor fünf Jahren pensioniert wurde, hätte er eigentlich das Nichtstun geniessen können. Viel lieber übernahm er aber eine Stelle auf der Ibergeregg, wo er an fünf Tagen pro Woche am Skilift arbeitet.

Er ist «Anbügler»-Spezialist, und es gefällt ihm sehr gut. «Ich schätze den Kontakt zu unseren Gästen sehr, und ich habe tolle, bodenständige Arbeitskollegen und gute Chefleute», erzählt der rüstige Rentner. Und fehlt er mal am Skilift, heisst es schon bald: «Isch de Walti nid da hüt?» Seine charmante und fröhliche Art kommt bei den Leuten an. Aber jetzt geht die Wintersaison zu Ende, und Walter kann die Hygienemaske beiseitelegen, wenigstens beruflich. Er trug sie nie gerne, aber sie gehörte halt zum Job.

40 Jahre gebauert

Den Hof Schlieriberg erreicht man ab dem Dorf Weggis über ein steiles Bergsträsschen. Die Aussicht dort oben ist wunderschön. Walter und Brigitte Arnold-Gisler bewirtschafteten das Heimwesen 40 Jahre lang mit grossem Einsatz und zogen fünf Kinder gross. Der Sohn und die vier Töchter halfen immer tatkräftig auf dem Hof mit. Allerdings wählten sie schliesslich alle einen Beruf ausserhalb der Landwirtschaft. Deshalb wurde der Schlieriberg 2015 verpachtet.

«Ich schätze den Kontakt zu unseren Gästen.»

Walter Arnold über seine neue Arbeit am Skilift.

Walter Arnold war ein Viehzüchter mit Leib und Seele. Höhepunkte seiner züchterischen Arbeit waren die Teilnahme an der internationalen Tierschau 1991 in Paris mit der Spitzenkuh «Beril Suleika» und mit Kuh «Valentino Vroni» an der Swiss Expo in Lausanne im Jahr 2014. Zahlreiche Plaketten an der Scheune – und viele Auszeichnungen im Haus – bezeugen die schönen Erfolge an Ausstellungen wie der Bruna, Olma, Luga, und sogar an einer Schau in Verona, Italien.

Brigitte und Walter Arnold auf ihrem heute verpachteten Betrieb Schlieriberg in Weggis.  (Bild gb)
Brigitte und Walter Arnold auf ihrem heute verpachteten Betrieb Schlieriberg in Weggis.

Eine spezielle Freude und Herausforderung für die Familie Arnold war jeweils die Viehschau vor der eigenen Haustüre, die Regionalschau der Seegemeinden. Auch hier waren viele Siege und Spitzenplätze der Lohn für harte züchterische Knochenarbeit. Anbei nur ein Beispiel: «Das tägliche Viehputzen war Arnold in all den Jahren sehr wichtig, dafür hat er im Schnitt 45 Minuten aufgewendet», erzählt seine Frau Brigitte. «Der tägliche Kontakt zu jedem Tier war für ihn wichtig und selbstverständlich.» Fuhr er an eine Viehschau, wurde das Vieh zu Hause fein säuberlich gewaschen, und musste auf dem Abladeplatz nur noch kurz abgespritzt werden. Hingegen hat sich Walti mit dem Stylen des Viehs nie richtig anfreunden können, ihm gefällt natürliche Schönheit am besten.

«Der Bezug zwischen Mensch und Tier ist heute weniger intensiv.»

Walter Arnold über Veränderungen in der Landwirtschaft.

Tiere sind wilder

Auf die Frage, was Walter Arnold zur heutigen Viehzucht meint, sagt er: «Ich finde es etwas schade, dass heutzutage auf vielen Betrieben der Bezug zwischen Mensch und Tier nicht mehr so intensiv ist wie früher.» Das Resultat seien weniger zahme Tiere, die zum Beispiel auf den Alpen schwieriger zu halten seien, was er schon oft von Älplern gehört habe. In seiner Freizeit war Walter früher Fahnenschwinger, Turner und Kunstturner, und schon seit bald 51 Jahren singt und juuzt er begeistert im Jodlerklub Weggis mit. So ist der fünffache Grossvater seit 2020 Ehrenveteran des Eidgenössischen Jodlerverbandes. Ja, der Schlieri-Walti ist eine treue Seele.

Am Kletterbaum, Sennenkilbi Ku¨ssnacht.   (Bild Fam. Arnold)
Am Kletterbaum, Sennenkilbi Küssnacht.

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