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Stefan Mutzner von Ökostrom Schweiz: «Wer Treibhausgase verursacht, soll zahlen»

Stefan Mutzner, Geschäftsführer der Genossenschaft Ökostrom Schweiz, möchte, dass die Politiker Voraussetzungen schaffen, um den Klimawandel und die Erderwärmung zu stoppen oder zumindest zu reduzieren. Dies erklärt Mutzner in einem Interview zum Thema Treibhausgas-Emissionen.

Stefan Mutzner, wie müssen Massnahmen aussehen, welche die Treibhausgas-Emissionen vermindern?

Massnahmen zur Reduktion von Treibhausgasemissionen oder zur Anpassung an den Klimawandel sollten in der Landwirtschaft so ausgestaltet werden, dass sie die Produktion von Nahrungsmitteln nicht in Frage stellen und auch keine neuen Zielkonflikte (zum Beispiel Tierwohl vs. Klimaschutz) kreieren. Wichtig ist die Sensibilisierung. Jeder Landwirt muss abwägen, was für seinen Betrieb sinnvoll ist.

Was fordert Ökostrom Schweiz auf politischer Ebene?

Dass sich der Nationalrat nicht zu einer griffigen Version des CO2-Gesetzes einigen konnte, ist unglaublich und völlig unverständlich. Diejenigen, welche die Treibhausgas-Emissionen verursachen, sollen die Kosten tragen. Deshalb wollen wir keine Richtwerte, sondern klar definierte Ziele. Diese sind:

  • Ein Reduktions-Ziel 2030 im Vergleich zu 1990 um 50%, im Durchschnitt der Jahre 2021 bis 2030 um 35%.
  • Einen Inland-Kompensationssatz der Treibstoffimporteure von mindestens 25%.
  • Ein Teil der CO2-Abgabe auf Brennstoffen soll für die Nutzung und die Förderung von erneuerbaren Energien (insbesondere erneuerbare Gase) verwendet werden.
  • Die Ersatzleistung für Teilnehmer, welche die Kompensationspflicht nicht erfüllen, sollen 320 Franken pro Tonne nicht erreichte CO2-Reduktion betragen.

In der Landwirtschaft wird die Reduktion über die Agrarpolitik 2022+ diskutiert. Was muss dort drin sein?

Die Schweizer Bäuerinnen und Bauern wären bereit, neben der Nahrungsmittelproduktion einen Beitrag an den Zubau von erneuerbaren Energien und so ihren Beitrag an den Klimaschutz zu leisten.

Wir wünschen uns Beiträge für geschlossene Nährstoffkreisläufe, Stickstoffeffizienz-Beiträge und Beiträge für Massnahmen, welche zum Humusaufbau und zur Kohlenstoff-Speicherung beitragen. Zudem möchten wir Versorgungsicherheits-Beiträge, wenn ein Landwirtschaftsbetrieb anstelle von fossilen Brenn- und Treibstoffen betriebseigene Treibstoffe wie z.B. Methan oder betriebseigenen Strom verwendet und/oder diese Energien in ein Netz einspeist.

Letztlich fordern wir auch Beiträge für Produktionsanlagen von erneuerbaren Energien. Es sind unterstützende Massnahmen notwendig, damit die Klimaschutzmassnahmen – gepaart mit den zusätzlichen Erträgen aus dem Verkauf von Reduktionsbescheinigungen – für die Bauernfamilien nachhaltig wirtschaftlich werden und so die Landwirtschaft ihren überaus wichtigen und für die Zielerreichung dringend notwendigen Beitrag an den Klimaschutz leisten kann.

Die Genossenschaft Ökostrom Schweiz ist der Branchenverband der landwirtschaftlichen Biogasanlagenbetreiber in der Schweiz.