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In der Schweiz wächst der Anteil der Mutterkühe stetig

Die Landwirtschaft in der Schweiz verändert sich. PionierInnen wie Annemarie und Godi Clavadetscher haben die Nase für Trends. Dazu gehört, dass der Anteil an Mutterkühen steigt.

Der Entscheid, von Milch auf Fleisch umzusteigen, fiel bei der Familie Clavadetscher über Umwege: Nach Gesundheitsproblemen der intensiv gehaltenen Milchkühe, einem Versuch mit Schafhaltung und Ochsenmast entschied das Paar, auf Mutterkühe zu setzen. Sie leisteten damit Pionierarbeit und nahmen Entwicklungen vorweg: In der Schweiz sinkt die Anzahl der Milchkühe seit vielen Jahren.

Die Anzahl der Milchkühe sinkt und sinkt. Was hingegen stetig zunimmt, ist die Anzahl der Mutterkühe und damit das Total an Rindvieh.
Die Anzahl der Milchkühe sinkt und sinkt. Was hingegen stetig zunimmt, ist die Anzahl der Mutterkühe und damit das Total an Rindvieh.

Weniger, dafür grössere Betriebe, Bio nimmt langsam zu

Die Grafiksammlung von Agristat zur Schweizer Landwirtschaft zeigt, dass die Anzahl der Betriebe sinkt, deren Grösse dafür zunimmt. Das deckt sich mit den Erfahrungen von Annemarie und Godi Clavadetscher: Die Zahl der Landwirtschaftsbetriebe in Malans GR ist von 1965 bis 2025 von 25 auf 6 gesunken.

Im Jahr 2023 wurden in der Schweiz 47 719 landwirtschaftliche Betriebe gezählt, das sind 625 Betriebe oder 1,3 Prozent weniger als im Vorjahr. Seit dem Jahr 2000 ist nahezu ein Drittel der Landwirtschaftsbetriebe verschwunden. Die Betriebe vergrösserten 2023 ihre durchschnittliche landwirtschaftliche Nutzfläche um 28 Aren auf 21,8 Hektaren. Damit setzt sich ein Trend fort: Es gibt weniger Betriebe in der Schweiz, diese werden dafür grösser.
Im Jahr 2023 wurden in der Schweiz 47 719 landwirtschaftliche Betriebe gezählt, das sind 625 Betriebe oder 1,3 Prozent weniger als im Vorjahr. Seit dem Jahr 2000 ist nahezu ein Drittel der Landwirtschaftsbetriebe verschwunden. Die Betriebe vergrösserten 2023 ihre durchschnittliche landwirtschaftliche Nutzfläche um 28 Aren auf 21,8 Hektaren. Damit setzt sich ein Trend fort: Es gibt weniger Betriebe in der Schweiz, diese werden dafür grösser.

Auch mit ihrer Entscheidung, auf biologischen Landbau zu setzen, waren sie der Zeit weit voraus. 2023 waren 7896 (16,5 Prozent) aller Betriebe in der Schweiz biologisch. Der Marktanteil von Bio liegt gemäss der Bio-Suisse-Jahresmedienkonferenz von Juni 2024 bei 11,6 Prozent.

Im Bergkanton Graubünden lag der Anteil an Bio-Fläche 2023 bei 66,1 %. Erklären lässt sich das damit, dass ein hoher Ackerbau-Anteil zu einem eher tiefen Bio-Anteil führt. Ebenso weisen Kantone mit einem hohen Geflügel- und Schweineanteil einen eher tiefen Bio-Anteil auf. Beides stimmt für den Kanton Graubünden, der tendenziell wenig Ackerbau, wenig Schweine und Geflügel hat.

Rebbauflächen leicht sinkend, Bio-Anteil steigt

Ein weiterer wichtiger Betriebszweig der Familie Clavadetscher ist der Weinbau. Gemäss der Publikation «Das Weinjahr 2023» des BLW umfasst die gesamtschweizerische Rebfläche im Jahr 2023 insgesamt 14'569 Hektaren. Die Rebflächen sind seit Jahren leicht rückläufig. Im Marktspiegel Bio-Wein von Bio-Suisse ist im Mai 2024 von einem Bio-Anteil von 19,9 Prozent die Rede.

Das ist ein steiler Anstieg: Noch 2010 lag er unter 5 Prozent. 2023 gab es im Kanton Graubünden 138 ha Bio-Rebfläche, das entspricht einem knappen Drittel der gesamten kantonalen Rebfläche – auch in diesem Bereich hatten Clavadetschers eine Pionierrolle.