Durch das Pelletieren von Hühnermist ist damals ein qualitativ hochwertiges Produkt entstanden, welches sich gut für den Einsatz im Biolandbau eignet», sagt Marcel Schenk, Berater bei Landor.
Hühnermistpellets zählen zu den organischen Düngern und werden meistens auf grösseren Bio-Ackerbaubetrieben eingesetzt. Oftmals reichen hier die verfügbaren Hofdünger nicht aus. «Im konventionellen Bereich haben Hühnermistpellets als Dünger wenig bis keine Bedeutung», weiss Schenk aus Erfahrung.
Düngerpellets weisen eine kleinere Oberfläche als Dünger in Form von Mehl, Krümel und Pulver auf. Die Mikroorganismen haben so weniger Angriffsfläche, weshalb sich der Dünger langsamer zersetzt und die Nährstoffe nachhaltig im Boden wirken können.
Die Hühnermistpellets von Landor, welche auf dem Betrieb von Urs Steiner produziert werden (siehe Artikel S. 12) setzen sich beispielsweise folgendermassen zusammen:
- 4,2 % N Gesamtstickstoff
- 3,2 % P2O5 Gesamtphosphat
- 2,3 % K2O Kaliumoxid
- 0,6 % Magnesium
Neben dem Stickstoffgehalt spielt auch der Phosphor eine entscheidende Rolle. «Im biologischen Landbau ist der Einsatz von phosphorhaltigem Handelsdünger relativ stark eingeschränkt. Es sind nur Rohphosphate zugelassen. Diese sind im Boden zum Teil nur schwer löslich und müssen zuerst in pflanzenverfügbare Formen umgebaut werden. Hühnermistpellets sind hier eine passende Alternative. In Ergänzung mit anderen Hofdüngern kann so der Phosphorbedarf der Pflanze relativ gut abgedeckt werden», erklärt Schenk.
Auch Hühnermistpellets, welche aus nicht biologischem Hühnermist hergestellt wurden, dürfen auf Biobetrieben eingesetzt werden. Das entsprechende Produkt muss auf der Betriebsmittelliste des Forschungsinstituts für biologischen Landbau (FiBL) aufgelistet sein. «Am Ende des Tages sind Hühnermistpellets ein Naturprodukt», fügt Schenk an.
Geeignet für Kulturen, die gute Hofdüngerverwerter sind
«Hühnermistpellets eignen sich grundsätzlich für Kulturen, welche gute Hofdüngerverwerter sind», sagt Marcel Schenk. Dazu gehört zum Beispiel Getreide; besonders Silomais eignet sich sehr gut. Beim Raps würden sich die Pellets als Grunddünung gut eignen. Auch im Futterbau sei der Einsatz möglich, wenn entsprechende Hofdünger fehlen.
«Im biologischen Landbau sind nur organische Stickstoffdünger zugelassen. Der Stickstoff muss im Boden zuerst mineralisiert werden, damit er von der Pflanze aufgenommen werden kann. Die N-Mineralisierung ist stark abhängig von der Bodentemperatur. Ist diese noch tief, läuft dieser Prozess stark verlangsamt ab», sagt der Berater. Die Düngung sollte aus diesem Grund genügend früh erfolgen, am besten kurz vor oder beim Beginn der Vegetationszeit. Bei wüchsigem Wetter sollten die Nährstoffe dann für die Kultur verfügbar sein.
«Hühnermistpellets sind ein hochwertiger Dünger für den Biolandbau.»
Marcel Schenk.
LandwirtInnen bringen in der Regel 500 bis 1000 kg Hühnermistpellets pro Hektare aus, verteilt auf mehrere Gaben. Ergänzend wird in der Regel Hofdünger eingesetzt. Die technischen Möglichkeiten des Düngerstreuers sind aufgrund der maximalen Ausbringmenge zudem limitierend.
Ob und in welcher Menge es sinnvoll ist, Hühnermistpellets auszubringen, müsse immer abhängig vom Nährstoffbedarf der Kultur entschieden werden. «Der Nährstoffbedarf kann nie ausschliesslich mit Hühnermistpellets gedeckt werden, weswegen die Düngung immer in Ergänzung mit Hofdünger oder zugelassenem Handelsdünger kombiniert werden muss», erklärt Schenk.
Einfache Handhabung bei der Lagerung und Ausbringung
Insbesondere bei der Handhabung und Anwendung bringt der Hühnermist in Pelletform viele Vorteile mit sich:
- einheimisches Produkt
- homogener Dünger
- einfach transportier- und lagerbar
- flexible Einsatzzeitpunkte
- Ausbringung mit einfachem Düngerstreuer und leichtem Traktor
- homogenes Streubild und relativ genaue Ausbringung
- Ausbringung auch bei schwierigen Bodenbedingungen möglich
Eine Herausforderung entsteht durch Dünger aus dem Ausland, welcher wesentlich kostengünstiger zugekauft und importiert werden kann, wie bereits Landwirt Urs Steiner angesprochen hat. «Teilweise werden aus dem Ausland ähnliche aufgewertete Produkte importiert, welche günstig auf den Markt kommen und die einheimischen aufgewerteten Biodünger konkurrieren», sagt Marcel Schenk.
Ob und wie sich die Nachfrage nach Hühnermistpellets in Zukunft verändern könnte, sei schwierig zu sagen. Dies, da bereits viel Hofdünger zur Verfügung steht. «Zudem liefern auch Biogasanlagen vermehrt einheimischen organischen Dünger, was ökologisch gesehen auch Sinn macht», so Schenk.
«Es gibt zudem viele offene Fragen, wie der Import von Düngern in Zukunft gehandhabt wird», merkt Schenk an. Auch dies habe einen Einfluss auf die Nachfrage nach alternativen Düngemitteln wie Hühnermistpellets.
Nährstoffsituation auf Biobetrieben
Die Düngung auf Biobetrieben soll gemäss Bioverordnung das Boden-leben fördern. Insbesondere die Stickstoffdüngung erfolgt ausschliesslich mit organischen Düngern. Eine mineralische Ergänzungsdüngung erfolgt aufgrund von Standortbedarf, Bodenanalysen, Beobachtungen auf dem Betrieb und der Nährstoffbilanz des ganzen Betriebes. Stickstoff und Phosphor Wichtige Nährstoffe auf dem Biobetrieb sind Stickstoff und Phosphor. Zu- und Wegfuhr von Hofdüngern ist unter Ein-schränkungen erlaubt. Es dürfen maximal 50 % des Bedarfs an Gülle und/oder Mist von konventionellen Betrieben zugeführt werden. Hierbei gilt, dass die jeweiligen Nährstoffhaushalte höchstens ausgeglichen bilanziert werden. Einsatz von Handelsdünger In der biologischen Landwirtschaft dürfen nur Handelsdünger eingesetzt werden, die auf der Betriebsmittelliste des Forschungsinstituts für biologischen Landbau (FiBL) aufgeführt sind. Quelle: Bio Suisse

