ABO

Versteckte Landwirtschaft in Japan

Die Landwirtschaft ist weit weg von der Bevölkerung – sichtbar wird sie nur dann, wenn man genau hinschaut.

Die Japaner nennen ihr Land «Nippon», was Sonnenaufgang bedeutet. «Land der aufgehenden Sonne» wird Japan auch in unseren Breitengraden genannt. Die Bezeichnung bezieht sich auf die östliche Lage des 160 km vor dem asiatischen Festland liegenden Inselstaates.

Japan hat viele Gesichter

Doch Japan ist mehr als bloss irgendein Staat weit weg im Osten. Viele Städtenamen lassen wichtige internationale Ereignisse bei uns anklingen: Kyoto verlieh dem berühmten Kyoto-Protokoll der vereinten Nationen seinen Namen. Darin wurden 1997 erstmals rechtsverbindliche Begrenzungspflichten für Treibhausgasemissionen festgelegt. Hiroshima erlangte im zweiten Weltkrieg traurige Berühmtheit, als die Amerikaner die erste Atombombe abwarfen. Und in Nagano gewann der Snowboarder Gian Simmen 1998 die erste Schweizer Goldmedaille in der Halfpipe.

Unterwegs mit dem Hochgeschwindigkeitszug Shinkansen

Keine Frage, Japan ist einen Besuch wert. So machte sich eine Gruppe von Schweizer Landwirten vom 27. Oktober bis zum 10. November 2019 auf zur BauernZeitung-Leserreise ins «Land des Lächelns», wie Japan auch genannt wird. Die Gruppe reiste unter anderem mit dem Hochgeschwindigkeitszug Shinkansen, der eine Geschwindigkeit von bis zu 320 km/h erlangt und war beeindruckt, wie angenehm die Reise auf diesem Wege ist. Geschweige denn die Pünktlichkeit und die grossen sauberen Toiletten – davon könne sich unsere SBB ein Stück abschneiden, wurde berichtet.

Die Reise erfolgte mit Flugzeug, Car, Fähre und hauptsächlich mit dem Hochgeschwindigkeitszug Shinkansen. (Grafik zVg)
Die Reise erfolgte mit Flugzeug, Car, Fähre und hauptsächlich mit dem Hochgeschwindigkeitszug Shinkansen. (Grafik zVg)

Die Reise erfolgte mit Flugzeug, Car, Fähre und hauptsächlich mit dem Hochgeschwindigkeitszug Shinkansen. (Grafik zVg)

Gärten, Tempel und Tee

Die Reisenden aus der Schweiz bewunderten wunderschöne Japanische Gärten und den Vulkan Sakurajima, der sie mit einem kleinen Ausbruch willkommen hiess. Neben dem Besuch von Pagoden, Buddhistischen Tempeln, Burgen, Schreinen und Shinto-Heiligtümern lernten sie die Herstellung von Shochu-Schnaps kennen und durften an einer Japanischen Teezeremonie teilnehmen.

Die Schweizer Reisegruppe erhielt aber nicht nur Einblick in die Japanische Kultur, sondern lernte auch einiges über die Landwirtschaft ihres Reiseziels, indem sie verschiedene Betriebe besuchte. So einen Wartungsbetrieb für Landmaschinen, eine Süsskartoffelfarm, welche aber auch Tee und Orangen anbaut und verarbeitet, einen Bauernmarkt, eine Apfelfarm, ein Reiszentrum, eine Spinatfarm mitten in Tokio sowie eine Farm, wo die berühmten Wagyu-Rinder ausgemästet werden.

In Japan werden 9,6 Mio Schweine und 4,4 Mio Rinder gehalten. Die Landwirtschaft beschäftigt gerade einmal 3,4 Prozent der Bevölkerung.(Grafik BauZ)
In Japan werden 9,6 Mio Schweine und 4,4 Mio Rinder gehalten. Die Landwirtschaft beschäftigt gerade einmal 3,4 Prozent der Bevölkerung.(Grafik BauZ)

Vielfältige Landwirtschaft

Was der Reisegruppe auffiel: Die Landwirtschaft in Japan ist in Bezug auf die Flächennutzung kaum sichtbar. Rund 12 Prozent der gesamten Fläche von 377 973 km2 werden landwirtschaftlich genutzt. Was auf den ersten Blick wenig scheint, ergibt mit Nachrechnen auf den zweiten Blick aber rund 45 000 km2, also mehr als die gesamte Fläche der Schweiz.

Das Thema biologische Landwirtschaft ist auch in Japan präsent: Ein Tagesausflug führte in die Gegend Ja Hakui, eine Region, welche sich einer ökologischen, Umwelt- und Ressourcenschonenden und nachhaltigen Landwirtschaft verschrieben hat. Vom Besuch einer Traubenfarm sowie einer Agrar-Genossenschaft, wo den Landwirten aus der Schweiz voller Stolz der Bioanbau, in welchem weder Insektizide, Pestizide noch Dünger benutzt werde, gezeigt wurde, wurde gar in der lokalen Tageszeitung berichtet.

Weiterlesen