Für die Milchproduzenten in der EU stehen derzeit alle Ampeln auf grün: im August ist der Preis für Rohmilch um 0,3 Prozent auf 33,6 Eurocents je Kilo Milch gestiegen (rund 37 Rp.).
Die Produktion von Rohmilch nimmt zu
In Woche 43 hat sich zudem der Preis für EU-Butter um 0,4 Prozent erhöht, jener für Magermilchpulver um 3,0 Prozent. Vollmilchpulver wurde um 1,4 Prozent teurer. Auch Cheddar ist 1,4 Prozent teurer geworden. Butter wird derzeit für 368 Euro je 100 Kilogramm (rund 404 Franken) gehandelt, Magermilchpulver für 235 Euro (rund 258 Franken), Vollmilchpulver für 301 Euro (rund 330 Franken) und Cheddar für 315 Euro (rund 346 Franken) je 100 Kilogramm. Das zeigt die vor Wochenfrist veröffentlichte Preis- und Marktübersicht der Europäischen Kommission.
Die Entwicklung der Preise widerspiegelt sich auch in der Produktionsmenge: Die Produktion von Rohmilch ist von Januar bis August um 0,3 Prozent gestiegen. Sofern sich dieser Trend fortsetzt, dürfte die Gesamtmilchproduktion in der EU einen neuen Rekordwert erreichen – trotz bescheidenerem Wachstum als in den Vorjahren. Allerdings sind die Aussichten nicht überall die gleichen: Irische Bauern konnten in den ersten acht Monaten 2019 ihre Produktion um satte neun Prozent steigern. Die beiden grössten EU-Produzenten Deutschland und Frankreich indes mussten ein Produktionsrünckgang von minus 0,5 Prozent bzw. minus 0,9 Prozent hinnehmen. Was sich nach nicht sehr viel anhört, sind in Tat und Wahrheit erhebliche Mengen: in Frankreich und Deutschland werden pro Monat grob gerundet etwa 4,5 Millionen Tonnen Milch abgeliefert.
Starke Umverteilung
Eine Veränderung von 0,5 Prozent entspricht einem Mengenrückgang von knapp einer viertel Million Tonnen Milch im Monat. Auf ein Jahr hochgerechnet und aufgerundet entspricht das einer Milchmenge von knapp drei Millionen Tonnen Milch.Zum Vergleich: In der Schweiz werden jedes Jahr rund 3,5 Millionen Tonnen Milch verarbeitet.
Verbunden mit dieser Umverteilung der Mengen sind auch grosse Preisunterschiede: Die am besten bezahlte Milch wird in Zypern gemolken (57,2 Eurocents bzw. 62 Rappen/kg Milch). Am wenigsten gibt es für Milch in Litauen; nämlich gerade einmal 27,5 Eurocents (bzw. 30 Rappen) je Kilo Milch.
Spezialitäten verkaufen sich
Trotz der positiven Entwicklung bei Mengen- und Preisen zeigt ein Blick auf die Verarbeitung, dass sich die Märkte unterschiedlich entwickeln. So ist die Produktionsmenge von Butter um 3,9 Prozent gestiegen, Magermilchpulver hat um 1,4 Prozent zugelegt, während die Rahmproduktion um 2,5 Prozent und die Produktion von Kondensmilch um 5,9 Prozent gesteigert werden konnte. Beim Vollmilchpulver hat das nicht ganz geklappt, die Produktion ist um 1,7 Prozent zurück gegangen. Ebenso die Produktion von Trinkmilch (-3,7 Prozent) fermentierten Milchprodukten (-0,6 Prozent) und die Produktion von Käse (0,4 Prozent).hja

