Bio Suisse: Kommen Bruderhähne und In-Ovo-Bestimmung bald zusammen?

Neue technische Entwicklungen geben Anstoss zu einer Wiederaufnahme der Überlegungen hinsichtlich der Geschlechtsbestimmung im Ei.

Bio Suisse entschied sich 2021, im Zuge des Ausstiegs aus dem Töten männlicher Eintagsküken gegen die Geschlechtsbestimmung im Ei («in Ovo») und für die Aufzucht der Bruderhähne. Das Thema ist nach wie vor hochaktuell, wie der Basisabend von Bio Ostschweiz in Wattwil SG gezeigt hat.

Ein eigener Markt für die Brüder

In Sachen Bruderhahn wurde seither ein kompletter Markt aufgebaut: Ställe, Einrichtung und Schlachtung wurden angepasst, Wege der Direktvermarktung erschlossen, Konsumenten anhand teurer Kampagnen aufgeklärt, Produktentwicklung sollte den Absatz fördern.

Das aktuelle Resümee: das aktuelle System im Gesamtbild, dennoch bleibt die Vermarktung der Bruderhähne herausfordernd. 

Technische Entwicklungen schreiten voran

Aktuell will das deutsche Bio-Label «Biokreis» die In-Ovo-Geschlechtsbestimmung ab 2027 unter Auflagen erlauben. Dies sowie die voranschreitenden technischen Entwicklungen gaben den Anstoss zu einer erneuten Evaluierung der frühen Geschlechtsbestimmung im Ei bei Bio Suisse.

«Die Frage ist, ob Bruderhähne und In-Ovo-Geschlechtsbestimmung bei Bio Suisse koexistieren können», sagte Präsident Urs Brändli kürzlich beim Basisabend von Bio Ostschweiz. 

Klare Antworten auf ethische Fragen nötig

«Wir verschliessen uns den Entwicklungen gegenüber nicht, aber es gibt auch keine Hau-Ruck-Aktion», stellte Urs Brändli klar. Worauf basiert die Entscheidung? Auf dem Einsetzen des embryonalen Herzschlages oder des embryonalen Schmerzempfindens?

Diese Grundsatzfrage müsse klar beantwortet werden und mit den Grundwerten des Biolandbaus vereinbar sein, betonte Brändli. Über eine allfällige Zulassung von In-Ovo könnten letztlich nur die Delegierten entscheiden, sagte er mit Nachdruck.

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