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Durch die Güterzusammenlegung das Erbe bewahren

Das einzige deutschsprachige Dorf im Kanton Jura schliesst das Projekt der Güterzusammenlegung ab.

«Heute wollen wir feiern», verkündete Ernest Müller, Präsident der Bodenverbesserungsgenossenschaft Ederswiler (BGE), am letzten Dienstag auf dem Hof von Mario Fluri. 35 Personen, Grundeigentümer und Behördenmitglieder der Gemeinde und des Kantons Jura, hatten der Einladung zum Antritt des neuen Besitzstandes der Güterzusammenlegung Folge geleistet. Alle waren stolz und betonten es immer wieder: Die Güterzusammenlegung im einzigen deutschsprachigen Dorf des Kantons Jura ging in der beachtlich kurzen Zeit von vier Jahren über die Bühne. Da gebe es nämlich eine Nachbargemeinde in Baselland, wo seit 1991 daran gearbeitet wurde und jetzt abgeschlossen werden konnte.

51 Grundeigentümer

Angedacht hatten das Projekt 2015 der damalige, inzwischen verstorbene Gemeindepräsident André Girodat, und der Verantwortliche der Landschaftsentwicklung des Kantons Jura, Pierre Simonin. Sie kontaktierten die 51 Grundeigentümer der 611 Parzellen individuell. An der Gemeindeabstimmung Ende 2015 stimmten 85 Prozent der Besitzer dem Kredit von drei Millionen Franken für die Güterzusammenlegung zu. An der Finanzierung beteiligten sich neben der Gemeinde der Kanton Jura und der Bund. Die Schätzungskommission unter Präsident Vincent Eggenschwiler und Bernard Studer vom Geometerbüro Rolf Eschmann SA haben während fast zwei Jahren mit den Grundeigentümern das Projekt besprochen und über Kompromisse diskutiert. Sie lobten alle Beteiligten für die konstruktive Zusammenarbeit und dankten der Gemeindeschreiberin Rita Stadelmann für ihre Unterstützung.

Bauernfamilien profitieren

Am familiären, fröhlichen Anlass blickten die involvierten Behördenmitglieder zurück. Gemeindepräsident Pascal Willemin sagte, das Bild von Ederswiler sei ab morgen nicht mehr das gleiche wie heute. Denn auf den Plänen gebe es jetzt nur noch 73 Parzellen. Ernest Müller ist überzeugt, dass das Projekt dank des kollegialen Geistes, der unter allen Beteiligten herrsche, so schnell durchgezogen werden konnte. «Dank der Amelioration profitieren besonders die zehn Bauernfamilien auf mannigfache Weise», hielt Pierre Simonin fest. Die Strukturen seien nun übersichtlich und dank der Arbeitsrationalisierung könnten Kosten gesenkt werden.

Keine Legosteine

Michaël de la Harpe, Mitarbeiter von Natura Biologie Appliquée, zeigte auf, wie für die Landwirtschaft neue Wege entstehen, wo neue Hecken und 40 Hochstammbäume gepflanzt werden, ein Feuchtgebiet mit Teich geschaffen und eine Böschung revitalisiert wird. «Das braucht Zeit», hielt er fest, «denn Bäume und Gehölze sind keine Legosteine, die in einem Baukastensystem herumgeschoben werden können.» Das Projekt sei teilweise in eine reiche und diversifizierte Natur und Landschaft eingebunden, welche wegen der Topografie wenig intensive Nutzung der Landwirtschaft zulasse. Die vorgesehenen Massnahmen zielten darauf, dieses Erbe zu bewahren und es dort, wo es sinnvoll sei, aufzuwerten und zu vervollständigen.

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