Die reiche Schweiz lernt gerade ein neues Wort und ein neues Gefühl kennen, die Knappheit. Es fehlt an allen Ecken und Enden – Saatgut, Futter, Dünger, ja sogar am Papier. Bei verschiedenen Produkten ist die Preissteigerung ausgereizt, es ist schlichtweg nichts mehr verfügbar. Doch unsere Politik und Wirtschaft war jahrelang auf Überfluss ausgelegt.
Tierleid wegen formaler Auflagen
Daraus resultiert, dass wir nicht vorbereitet sind. In den guten Zeiten wurden die Lagerkapazitäten eingespart. Akut zeigt sich dies bei den Tierarzneimitteln, wo wir in absehbarer Zeit vor der Situation stehen könnten, dass Tiere nicht mehr behandelt werden können, weil die Mittel fehlen. Hier ist die Politik gefragt, die anscheinend jahrelang die Warnrufe der Tierärzteschaft ignoriert hat. Es kann nicht sein, dass in der heutigen Situation wegen formaler Auflagen ein Produkt nicht mehr produziert wird und in Folge dessen Tiere leiden müssen.
Lager würden sich lohnen
Es gilt nun rasch umzustellen und das Denken und Handeln der bisherigen Überflusswirtschaft an die aktuelle Mangelsituation anzupassen. Dafür muss die Politik reagieren und bestehende Hürden schnellstmöglich abbauen. Ausserdem braucht es zusätzliche Lagerkapazitäten, um Lieferengpässe auszugleichen. Auch wenn diese Lager teuer sind, erleben wir gerade hautnah, wie schnell sich die Zeiten ändern können und wir froh darum sind.

