«Die Grabenkämpfe zwischen Bauern- und Umweltorganisationen haben mich etwas frustriert»

Die ehemalige Grüne-Nationalrätin Meret Schneider spricht im Interview über ihre beruflichen Perspektiven und verrät, welche Projekte sie im neuen Jahr anpacken will.

Frau Schneider, wie haben Sie Weihnachten gefeiert?

Meret Schneider: Wie immer mit meiner Familie.

Sie schafften im Oktober die Wiederwahl in den Nationalrat nicht. Wie nutzen Sie die frei gewordene Zeit?

Gerade nach den Wahlen arbeitete ich in einem veganen Laden und in einem Gastronomiebetrieb. Die körperliche Arbeit hilft mir dabei, mich neu zu fokussieren und mir im Klaren zu werden, wie ich meine berufliche Zukunft gestalten möchte.

Wie sehen Ihre Pläne aus?

Ich bin auf der Suche nach einem Job in den Bereichen Netzwerk, Landwirtschaft, Umweltpolitik, Lobbying, Kommunikation. Ich habe mich auf zwei spannende Stellen beworben. Mal schauen, was da rauskommt. Nebenbei habe ich ein Buchprojekt angepackt.

Sie schreiben ein Buch? Erzählen Sie, bitte.

Allzu viel möchte ich nicht verraten. Nur so viel: Es geht um typische Schweizer Alltagssituationen, die ich als Kurzgeschichten etwas zugespitzt erzähle. Also keine Biografie von mir (lacht).

Bleiben Sie der Politik treu?

Das kann ich im Moment nicht sagen, das wird auf meinen neuen Job ankommen. Ich könnte mir gut vorstellen, im Hintergrund zu kommunizieren und zu netzwerken. Die Grabenkämpfe im Nationalrat zwischen Bauern- und Umweltorganisationen haben mich etwas frustriert.

«Vielleicht ist meine Rolle eher jene einer Brückenbauerin und konstruktiven Gesprächsführerin als jene der Politikerin.»

Meret Schneider kann sich auch ein Leben ohne Politik vorstellen

Was haben Sie sich für 2024 vorgenommen?

Ich möchte auf jeden Fall weiterhin in einem landwirtschaftlichen und umweltpolitischen Umfeld tätig sein. Ernährungssicherheit und der Boden als deren Grundlage – das ist etwas vom Zentralsten für unsere Zukunft, das müssen wir unbedingt bewahren. Umweltschutz und Landwirtschaft sind keine Widersprüche, im Gegenteil. Auf politischer Ebene gleicht diese Diskussion einem Minenfeld. Wir müssen einen Weg finden, die Landwirtschaft zusammen mit den Bauern umwelt- und ressourcenschonender weiterzuentwickeln. Hier kann und möchte ich einen Beitrag leisten. Das ist mein Ziel für 2024. [REL 1]