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Die Frustration ist gewachsen

Bauerngruppe Glarus Süd: Die Bauern drohen damit, den Nutzungsplan der Gemeinde nochmals zurückzuweisen.

Schwanden Schon bei der Begrüssungsrede von Co-Präsident Thomas Elmer an der zweiten Hauptversammlung der Bauerngruppe Glarus Süd am 9. April in Schwanden zeigte sich, dass sich die Lage zum Thema Nutzungsplanung nicht entschärft hat. "Falls man unsere Anliegen einmal mehr nicht ernst nehmen will, werden wir keine andere Wahl haben, als die Nutzungsplanung nochmals als Ganzes zurückzuweisen", warnte Elmer.

Links liegen gelassen

Dass die Liste an Frustration und Ärger sich im vergangenen Vereinsjahr um einige Punkte verlängerte, zeigte der Jahresbericht, der von Co-Präsident Jakob Hefti vorgelesen wurde. "Trotz gutem Willen, konstruktiven Vorschlägen, der Bereitschaft zur Mitarbeit und Entgegenkommen wurden wir von der Gemeinde Glarus Süd erneut links liegen gelassen", stellte Hefti fest. Nicht einmal auf die Forderung, die Gewässerraumsituationen vor Ort anzuschauen, sei eingegangen worden.

Alte Pläne geliefert

Eine Einladung betreffend Biotope musste vom Vorstand ausgeschlagen werden. Dies, weil die Gemeinde den Vertretern der Bauerngruppe keine Unterlagen für die Sitzungsvorbereitung zur Verfügung stellte. In einem anderen Fall erhielt die Bauern-

gruppe zwar Pläne zur Überprüfung. "Dabei han-delte es sich aber nicht um überarbeitete Exemplare, sondern einfach um einen Satz alter Pläne. Es war uns nicht möglich, damit Präzisierungen zu machen", so Jakob Hefti.

Ein mehrseitiges Schreiben der Bauerngruppe mit Begründungen, weshalb das Vorgehen der Gemeinde nicht unterstützt werde, brachte keine Annäherung. Daraufhin teilte die Gemeinde mit, dass sie auf keinen der Punkte eingehe und in wenigen Tagen die öffentliche Mitwirkung beginne.

Gemeinde in der Sackgasse

Im Ausblick auf das nächste Vereinsjahr verwendete Thomas Elmer klare Worte. "Wir rufen die Politik von Glarus Süd auf, jetzt die Augen zu öffnen und Verantwortung zu übernehmen. Diese Politik bringt die Gemeinde in eine Sackgasse und das machen wir Bauern nicht mit. Es braucht neue Köpfe, genug Zeit und eine Zusammenarbeit auf Augenhöhe."

Erst auf die direkte Nachfrage eines Mitgliedes äusserte sich der anwesende Gemeindepräsident Mathias Vögeli zur Situation. Er erinnerte die Landwirte an die Zeit der Nutzungsplan-zurückweisung. Damals habe er mit Jakob Hefti das Gespräch gesucht, dabei den Vorschlag gemacht, die Gewässerräume aus dem Nutzungsplan herauszunehmen und wenigstens den Rest zur Abstimmung zu bringen. Auf dieses Anliegen sei die heutige Bauerngruppe nicht eingegangen.

Das Resultat ist bekannt: Die Rückweisung des gesamten Nutzungsplanes ist zustande gekommen. Nun gelten weiterhin 17 Baureglemente in einer Gemeinde, was keine gute Situation sei.

Neues Vorstandsmitglied

Es war der anwesende Bauernverbandspräsident Markus Ritter, der es mit seinem Referat schaffte, den ernsten Gesichtern hin und wieder ein Lachen zu entlocken. Seine Tipps, gespickt mit einer Prise Schalk, zum strategischen Vorgehen für den politischen Erfolg bekräftigten den Vorstand in seinem Wirken, wie Co-Präsident Jakob Hefti mehrfach betonte.

Sämtliche Traktanden der offiziellen Versammlung wurden einstimmig genehmigt. Neu im Vorstand ist Patrick Schindler aus Rüti. Er tritt an die Stelle von Peter Stüssi, der aus zeitlichen Gründen zurücktreten musste.

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