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«Besser geht es nicht»: Viel Lob für den abgetretenen Präsidenten Andreas Aebi

Vor wenigen Tagen hat Andreas Aebi das Nationalrats-Präsidium abgegeben. Ein Rückblick auf das Amtsjahr des Landwirts und SVP-Nationalrats.

«Zusammenhalt, Zuversicht und Zufriedenheit», waren die drei Ziele, mit denen Andreas Aebi in sein Nationalrats-Präsidialjahr gestiegen war. Am 29. November 2021 ist dieses zu Ende gegangen, neue Amtsinhaberin ist die Aargauer Grüne-Politikerin Irène Kälin.

«Besser geht es nicht»: Viel Lob für den abgetretenen Präsidenten Andreas Aebi
Der scheidende Nationalratspräsident mit seiner Nachfolgerin Irène Kälin am Tag ihrer Wahl.

Mit 2000 Städtern aufs Land

Es ist also die Zeit gekommen für eine kurze Rückschau auf Aebis Präsidialjahr. Auf Anfrage erklärt er, sein Wirken müssten andere beurteilen. Aus seiner Sicht sei es gelungen, die drei Ziele in hohem Masse zu erreichen.

Er sei mit 2000 Leuten aus der Stadt auf dem Land gewesen, sagt der Landwirt aus dem bernerischen Alchenstorf. Darunter waren 1000 Schüler(innen) sowie Botschafter und Botschafterinnen aus 72 Ländern, die Aebi zum Ausflug ins Emmental lud. Der abtretende mongolische Botschafter habe ihm gesagt, die Wanderung in der Heimat des Präsidenten mit Bauernhof-Besuch sei das Schönste gewesen, was er in der Schweiz erlebt habe.

Besuch von diversen globalen Hotspots

«Besser geht es nicht»: Viel Lob für den abgetretenen Präsidenten Andreas Aebi
Eines von zahlreichen Treffen auf internationaler Ebene: Besuch des vietnamesischen Präsidenten Xuan Phuc Nguyen in Bern.

Auf die Pflege des internationalen Zusammenhalts legte Aebi grosses Augenmerk. Er habe mehrere Hotspots besucht, sagt er. So weilte er mit einer Delegation in Burkina Faso, wo er sich über den Überhand nehmenden radikalen Islamismus ins Bild setzen liess. Er weilte auch im ukrainischen Krisengebiet Donbas, wo er beiden Konfliktparteien insgesamt 1,5 Millionen Covid-Tests überreichen und so den Reiseverkehr über die Grenze weiter ermöglichen konnte.

Eindrücklich in Erinnerung blieb ihm auch die Reise in den Iran, wo er mit der Führung konferierte und einen Milchbetrieb besuchte, der mit Grundwasser aus 1500 m Tiefe arbeitet, wobei die Wasservorkommen nur noch 10 Jahre reichen.

Ritter rühmt starke Zeichen

Ein Höhepunkt sei auch die Corona-bedingt verspätet abgehaltene Präsidialfeier auf der Lueg gewesen, wo nicht weniger als 600 Leute zugegen waren, «von ganz links bis rechts», bilanziert Aebi zufrieden.

Diese Feier hat auch SBV-Präsident Markus Ritter eindrücklich in Erinnerung: «Die Präsidialfeier war einzigartig», so Ritter, «nicht nur von der Teilnehmerzahl her. Auch das Programm mit den vielen persönlichen Worten und den Begegnungen mit den Menschen vor Ort berührte die Parlamentarierinnen und Parlamentarier». Noch nie zuvor habe er eine Standing Ovation für den Geehrten am Schluss einer solchen Feier erlebt.

Ritter rühmt neben der «formell korrekten und effizienten Amtsführung in einer turbulenten Corona-Zeit» auch das internationale Engagement Aebis: Er habe seine Reisen im Präsidialjahr bewusst in Länder und zu Menschen geführt, die in einer sehr schwierigen Situation leben. «Sich diesen Menschen zuzuwenden und ihre Sorgen ernst zu nehmen, hat sehr viele beeindruckt».

Ritters Fazit: «Es waren diese starken Zeichen und viele überzeugende Aussagen zu unserer Landwirtschaft, mit denen Res Aebi nicht nur für unser Land, sondern auch für unsere Bauernfamilien eingestanden ist. Besser geht es nicht.»

«Besser geht es nicht»: Viel Lob für den abgetretenen Präsidenten Andreas Aebi
Einer der Höhepunkte: Die Präsidialfeier mit 600 Gästen auf der Lueg im Emmental.

Lob auch von grüner Kollegin

Zuspruch erhält der SVP-Nationalrat auch aus dem gegenüberliegenden politischen Lager. Die Grüne Nationalrätin Christine Badertscher meint, er habe sein Amt sehr gut geführt. Sie rühmt ebenfalls das internationale Engagement von Aebi. Badertscher war Mitglied der Delegation den Präsidenten nach Burkina Faso: «Aebis Einsatz für Ernährungssicherheit in den Ländern des Südens schätze ich sehr», sagt sie.

Als Präsident der Parlamentarierdelegation der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE), ein Amt, das er im Januar 2022 antritt, wird Aebi auch zukünftig Gelegenheit haben, die wichtigsten Schauplätze der europäischen Politik zu besuchen und dort die geknüpften Beziehungen weiterzupflegen.

Neben diesen internationalen Aktivitäten wird Aebi einem weiteren Steckenpferd treu bleiben: Dem Vogelschutz. Er habe sich besonders gefreut, dass es ihm als Nationalratspräsident gelungen sei, nach 40 Jahren Ablehnung durch den Heimatschutz am Bundeshaus Nistkästen für Mauer- und Alpensegler montieren zu lassen. Dabei legte er gleich selber Hand an.

Höhepunkt: Zum zweiten Mal Grossvater

Und was war der Höhepunkt des Präsidialjahres für Aebi selber? «Vor zwei Monate bin ich zum zweiten Mal Grossvater geworden», sagt er. Aber Freude und Trauer liegen nahe beeinander. Der Tiefpunkt des Jahres sei der Tod seines langjährigen Sitznachbars im Nationalrat, Beat Arnold gewesen. Dieser ist vor knapp zwei Monaten einem Hirntumor erlegen.

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