Pflanzenschutzmittel (PSM) und Nährstoffe können via Schächte von landwirtschaftlichen Flächen direkt in Gewässer eingetragen werden – mit schwerwiegenden Folgen. Oft übernehmen solche Schächte keine Funktion der Entwässerung, sondern dienen als Kontroll- oder Spülschacht. In solchen Fällen unterstützt der Kanton Luzern den Ersatz von defekten Deckeln oder den Umbau auf Unterflur finanziell.
Kantonale Massnahmen
Pro saniertem Schacht werden vom Kanton pauschal 150 Franken vergütet. Wird ein bestehender oberirdischer Schacht mindestens 30 Zentimeter unter Flur gesetzt, gibt es 300 Franken. Die sogenannte Fördermassnahme «Schachtdeckel» ist Anfang August gestartet und Teil des kantonalen Projekts «Absenkpfad Pflanzenschutzmittel – kantonale Massnahmen».
Merkblatt «intakte Schachtdeckel»
Auch andere Kantone setzen bei den Schächten an. Der Aargau beispielsweise führte bereits im Frühling 2021 eine entsprechende Aktion durch und übernahm die Hälfte der Kosten bei den ersten 2000 Schachtdeckeln, die ersetzt wurden (Bericht in der BauernZeitung).
Initiative zur Reduktion von Risiken durch PSM
Pflanzenschutzmittel sind ein sehr wichtiges Werkzeug in der Landwirtschaft. Sie dienen dem Kulturenschutz und damit der Sicherung der Erträge, der inneren und äusseren Qualität der Produkte. Jedoch können Pflanzenschutzmittel auch bedeutende negative Auswirkungen auf die Umwelt haben. Das Luzerner Projekt «Absenkpfad Pflanzenschutzmittel – kantonale Massnahmen» ist eine Initiative zur Reduktion von Risiken für die Umwelt durch Pflanzenschutzmittel. Das Projekt dient als Ergänzung zum nationalen Aktionsplan Pflanzenschutzmittel, verschiedene kantonale und nationale Interessengruppen sind beteiligt. Es setzt auf Anreize statt auf Einschränkungen. In Zusammenarbeit mit Vertreter(innen) aus der Landwirtschaft, Privatwirtschaft, Beratung, Kontrollstellen, Umweltschutz und Behörden im Kanton Luzern werden etappenweise kantonale Förderungsprogramme erarbeitet und lanciert. Ein zentrales Ziel ist die Wahrung des Produktionspotenzials; der Kulturenschutz wird nicht eingeschränkt.
Die aktive Beteiligung der Landwirt(innen) spielt eine zentrale Rolle in diesem Projekt. Sie sind die Hauptakteure und auch die Botschafter für eine nachhaltige Landwirtschaft.
Bereits positive Ergebnisse hervorgebracht
Diesen Herbst startet das Vorprojekt der zweiten Massnahme «Runder Tisch». Weitere Massnahmen werden in den nächsten Treffen der Projektgruppe mit den Vertreter(innen) erarbeitet und in die Umsetzung gebracht. Das Projekt läuft mindestens bis Ende 2027.
«Das Projekt kann nur durch gemeinsames Handeln erfolgreich sein», schreiben Philippe Fuchs und Fabienne Ruff vom BBZN. Die positive Einstellung und das Engagement hätten bereits äusserst positive Ergebnisse hervorgebracht und würden den weiteren Verlauf des Projektes und damit die Risikoreduktion von Pflanzenschutzmitteln für die Umwelt massgebend vorantreiben.

