Vor 100 Jahren gab es den «Heu-gümper» fast nur im Aaretal (zwischen dem Seeland und dem Wasserschloss) sowie im Aargauer Freiamt. Natürlich nur sprachlich gesehen. Das Insekt selbst hüpft seit Urzeiten in der ganzen Schweiz herum.
Interessant ist, dass man im Zürcher Oberland vom «Heugüpfer» sprach. Und im Thurgau vom «Mattegumper» – ausser im Oberthurgau und im Fürstenland SG, wo er «Heujucker» hiess. Die ganze übrige Deutschschweiz nannte das Insekt aber:
- «Heustoffel» (-stäffel, -stöffel, -stuffel, -stüffel)
- «Heustraffel» (-sträffel, -stroffel, -ströffel, -strüffel)
- «Heustäfze» (-stäfzg, -stäfzge)
Den «Heustoffel» beschrieb schon um das Jahr 1000 herum Benediktinermönch Notker Teutonicus (der Deutsche) im Kloster St. Gallen.
Die Herkunft des Wortteils «Heu» bringt für Bauern eine Überraschung: Er kommt nicht etwa vom getrockneten Gras, sondern vom hohen Gras, das abge-«hauen» wird.
Aber woher kommt der «Stoffel»? Die Erklärung dafür: Die althochdeutschen Begriffe «staffo» oder «stapfon» bedeuten «Schritt» oder «gehen».
Diese kleine Sprachgeschichte vom «Heustoffel» zeigt, warum sich der «Heugümper» in den letzten Jahrzehnten in der ganzen Deutschschweiz durchgesetzt hat: Er «gumpet» (springt) durch die Wiese, was jeder versteht. Aber kaum ein Deutschschweizer sagt heute noch, dass er über die Wiese stoffelt oder stapft.
Im Gegensatz dazu blieb die (schrift-)deutsche «Heuschrecke» erhalten. Obwohl kaum noch ein Deutscher weiss, dass der Wortteil «schrecken» von «(auf)springen» kommt.