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Glyphosat: So wird es richtig gemacht

Alfons Beerli, Pflanzenschutz-Berater und Produktmanager bei Stähler Suisse SA, erklärt, wann eine Behandlung mit Glyphosat sinnvoll ist und worauf die Landwirte speziell achten müssen.

Unter welchen Umständen empfehlen Sie eine Stoppelbehandlung mit Glyphosat?

Bei pfluglosen Folgekulturen und einjähriger Verunkrautung (z. B. Ausfallraps, Ackerfuchsschwanz, Raygras), welche in der Fruchtfolge Probleme bereiten. Bei Fruchtfolge-Unkräutern muss hundertprozentige Sauberkeit angestrebt werden. Diese wird mit nur mechanischer Bekämpfung selten erreicht. Auch bei Quecken, Disteln, Winden und anderen Wurzelunkräutern ist ein Einsatz von Glyphosat angebracht, um die Stoppelflächen
zu säubern.

Wie soll konkret behandelt werden?

Wichtig ist, nach der Getreideernte wieder genügend Blattmasse der Unkräuter zu haben. Bei der Quecke sind das zum Beispiel drei neue Blätter pro Neuaustrieb. Winden sollten im Idealfall nochmals in die Blüte kommen.

Die Dosierung wird den vorhanden Unkräutern angepasst. Wir empfehlen Roundup PowerMax mit 3,0 bis 7,5 l/ha. Dabei müssen eventuell die kantonalen REB-Einschränkungen von 1500 g/ha berücksichtigt werden. In diesem Fall hilft gegen hartnäckige Unkräuter die Mischung von Roundup PowerMax
3 l/ha plus Dicazin-4S 0,5 l/ha.

Worauf ist beim Einsatz zu achten?

Am besten erfolgt die Behandlung tagsüber, bei Temperaturen über 25 Grad wenn möglich am Morgen. Die Luftfeuchtigkeit sollte hoch sein. Eine möglichst tiefe Wassermenge von unter 200 l/ha verstärkt die Wirkung.

Bei hartem (über 28 französische Härtegrade) und kalkhaltigem Wasser bringt das Ansäuren mit X-Change 0,2 l/100 Liter Brühe oder Ammonsulfat 5 bis 10 kg/ha zusätzlich etwas.

Um Abdrift zu verhindern, sollte grobtropfig und mit tiefem Druck gespritzt werden. Die Wirkung von Roundup PowerMax ist temperaturunabhängig.

Empfehlen Sie im Falle von Problemunkräutern wie Quecken, Blacken, Disteln oder Winden nach der Ernte dennoch eine flache Stoppelbearbeitung?

Treten diese Wurzelunkräuter auf, würde ich keine mechanische Stoppelbearbeitung durchführen. Diese Bearbeitung schwächt den Wiederaustrieb der Unkräuter und verzögert so den idealen Behandlungs-Zeitpunkt. Zudem besteht bei schneidenden Geräten wie der Scheibenegge die Gefahr von Vermehrung.