Jede akute Mastitis ist ein Notfall. Gut genährte Hochleistungs-Tiere im Stress, sei dies durch die Geburt, einer akuten Verdauungsstörung oder eines entzündeten Viertels, leiden unter einer minder- oder schlechteren Körperabwehr.
Durch diese verschiedenen Entzündungen sind die feinen Blutgefässe – auch im Darm – vorgeschädigt. Werden zudem Arzneimittel oder Antibiotika-Behandlungen nötig, zerfallen zahlreiche Bakterien und ihr Hüllgift (Toxoid) wird freigesetzt. Diese Bakteriengifte gelangen ins Blut und können eine schwere, hochgefährliche Endotoxin-bedingte Blutvergiftung auslösen. Diese ist therapieresistent bis zum Tod, der innerhalb weniger Stunden auftreten kann.
Endotoxine sind fetthaltige Ver bindungen und können im Fettgewebe gespeichert werden. Sie gefährden Hochleistungs-Tiere stärker, weil diese rund ums Kalben sehr schnell Fett mobilisieren.
Eine Heilung ist möglich, wenn die Behandlung innerhalb von vier bis sechs Stunden nach Beginn der Krankheit einsetzt. Später vermindert sich die Erfolgsrate erheblich. Schnelle tierärztliche Hilfe – auch auf Alpen – ist angezeigt. Nach der Entnahme einer sterilen Milchprobe folgt die Behandlung gemäss der erhobenen Diagnostik. Das alleinige Applizieren von Penizillintuben, aber auch das Zuwarten können zu frustrierenden Misserfolgen führen.
Weide- und Alptiere müssen geprüft eutergesund aufgefahren werden,
da die Voraussetzungen an die Milchverarbeitung sehr hoch sind. Verschiedene Kantone haben diesbezüglich bereits früh im Jahr klare Vorgaben kommuniziert.

